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Dienstag, 1. Dezember 2015

Das geheimnisvolle Ding...

auf Facebook hatte ich vor ein paar Tagen schon ein Bild gepostet, auf dem Joey etwas Neues ausprobiert. Ich habe aber nicht verraten, was das ist. 





Ich hatte es bei woofshack gesehen, mir das Video davon angeschaut und gedacht: "Boah, das könnte unser Leben manchmal wirklich erleichtern!" - nämlich dann, wenn es darum geht, das Joey entweder im Freilauf ist und zügig eben an die Leine genommen werden muss oder wenn er im Geschirr vor dem Rad rennt und dann etwas ist, wo ich ihn plötzlich kurz nehmen muss. So wie vor ein paar Tagen, als plötzlich eine Plattnase auftauchte und er sich schlagartig in eine Art Furie verwandelt hat. Das Geschirr hat zwar ein stabiles Kreuz auf dem Rücken, das man gut greifen kann (wenn ich den Hund dann soweit dran habe, das ich es greifen kann...) aber damit ist die Aufregung ja nicht vorbei und aus der "Schusslinie" bekomme ich den Hund am Rad damit auch nicht.

Wobei Joey wirklich enorme Fortschritte gemacht hat. Also richtig, richtig super und wir haben schon viele Baustellen erledigt. Den Rest bekommen wir mit der Zeit sicherlich auch noch in den Griff.

Also haben wir es mittlerweile ein paar Tage getestet, was allerdings noch fehlt ist, wie es sich beim Spielen bewährt - aber eigentlich ist das bei Joey ja ohnehin etwas, das kaum vorkommt. Er spielt mit uns, er spielt mittlerweile auch gerne mal mit dem Wurfball (auch das ist ein Fortschritt!) - aber mit anderen Hunden hat er es halt nicht so und ich bin froh, wenn er zumindest lernt, ab und an mit anderen Hunden zusammen zu laufen. Auch dafür halte ich es bei ihm für eine gute Sache. 




Aber was ist es denn nun? Es ist ein Kurzführer. Wer von euch mehr Ahnung hat, wird die klassischen Kurzführer aus dem Hundesport kennen. Handschlaufen mit einem dicken Karabiner dran, die es ermöglichen, den Hund halt sehr kurz zu halten. Habe ich angeschafft, als Farino Unterordnung gelernt hat, weil wir da Übungen hatten, wo den Hunden von anderen Leuten ins Halsband gegriffen wurde, um sie zu halten. Das ist natürlich etwas, was tunlichst vermieden werden sollte und als ich dann mal einen Ridgeback halten sollte, fand der es extrem unlustig. Entsprechend gibt es eben dann diese Schlaufen, die eingeklinkt werden. 

Deren ganzen NACHTEILE, z. B. das der Karabiner schwer und klobig ist, die Schlaufen herumbaumeln wenn man ihn am Halsband lässt und der Hund sich verletzen kann sind mit dem Kurzführer von Ruffwear im Prinzip behoben.




Er ist leicht, er ist in der Länge verstellbar, der Karabiner ist auch total leicht - und er wird am Halsband eingeklinkt, einmal um den Hals geschlungen und mit Klett befestigt. Eine rote Schlaufe markiert den "Abreißteil". Also dort einmal ziehen und man hat den Hund innerhalb eines Bruchteiles einer Sekunde angeleint an der Hand. 




Wie gut es klappt, habe ich dann bei einem Ausflug gemerkt, wo wir in einem wildreichen Gebiet unterwegs waren und er später, als wir aus dem Waldstück wieder draußen waren, etwas saufen sollte dann irgenwann mit der Nase in der Luft losmarschierte... fünf Schritte, ein kleiner Zug und er war an der kurzen Leine. Ab zum Rad, an die Jöringleine und fünf Sekunden später war der Kurzführer wieder ordentlich um den Hals geschlungen und mit Klett verschlossen. 




Dafür ist der super und auch gedacht. Oder wenn es z. B. klingelt und ihr mit dem Hund trainieren wollt, das er dann nicht immer gleich Terz macht und die Besucher stürmisch begrüßt... auch dafür finde ich ihn wirklich prima. Manchmal klappt es eben nicht, den Hund auf den Platz zu schicken oder was auch immer - und da habt ihr den Hund mit einem Griff und ohne langes Getue gesichert. Manchmal ist es auch von vornherein ganz praktisch, den Hund neben sich zu haben wenn es an der Türe klingelt und der Kurzführer von Ruffwear ist sehr, sehr leicht und stört Joey z. B. nicht. Auch nicht beim wälzen und schubbern! Da geht das Teil auch nicht auf bei Joey - und der schmeißt sich echt oft hin! Im Dunkeln müsste man ihn auch ein bisschen sehen können, denn er hat zwei schmale Reflexstreifen eingearbeitet. 




Es gibt eigentlich nur eine Sache, die mich etwas gestört hat und das ist der reguläre Preis von fast 30 Euro. ABER... wir haben in den ganzen Jahren mit den Hunden schon so viele Sachen aus dem regulären Handel gekauft von Karlie, Trixi und so weiter - und bei Ruffwear bezahlt man auch die entsprechende Qualität mit. Egal ob bei Hundeschuhen - die von Ruffwear haben übrigens zum Teil eine richtige Sohle mit Profil, ob bei Schwimmtieren aus Ballistiknylon, wo ähnliches aus regulärer Produktion schon beim ersten Einsatz aufgibt - oder eben bei Leinen und Geschirren. Wobei bei woofshack dazu kommt, das man den Versand (übrigens aus Deutschland und nicht aus Österreich) nicht bezahlen muss, wenn man den kauft.

Entsprechend: wenn ihr denkt, so ein Teil würde euch das Leben mit eurem Hund zum Teil sehr erleichtern, eben weil man ihn mit einem Griff dann tatsächlich hat und nicht groß herumfummeln muss bis man den Leinenkarabiner im Halsband hat... dann ist es ein ganz klarer Kauftipp - der eine reguläre Leine letztlich super ergänzt - aber nicht ersetzt! Je nach Einstellung passt er für einen Halsumfang von 36 - 56 cm und hat eine Endlänge von bis zu 69 cm. 

Ich finde, das Material liegt auch angenehm in der Hand und man kann Joey ganz angenehm führen, wenn man durch die graue Schlaufe greift.

Grad gesehen -  im Moment ist er bei woofshack nicht auf Lager, aber er kommt sicherlich demnächst wieder rein. 

2. Dezember... Nachtrag

Gestern haben wir eine Bikejöring-Runde gedreht. Dabei ist es zu einer Situation gekommen ähnlich wie oben mit der Plattnase geschildert - und siehe da, in drei Griffen - 1. Fahrrad abstellen, 2. ins Geschirr greifen und Joey halten, 3. am Klettband ziehen und die Leine in der Hand haben - wurde aus einem wütend bellenden Joey ein "oh, war was???"-Hund. 

Heute morgen ähnlich, ein anderer Hund kam am Cafe vorbei und klar, Joey war angeleint - aber es ist nicht so angenehm, wenn er sich aufregt, dann immer die Metallringe der Leine in den Händen zu haben. Ein Griff und zack... Problem gelöst. 

Also von mir definitiv eine Kaufempfehlung für Menschen, die ihren Hund ab und an schnell, bequem und problemlos kurz nehmen müssen und ihn danach eben so schnell und problemlos wieder laufen lassen möchten. Übrigens, sollte jemand das Teil bei woofshack bestellen, dürft ihr gerne angeben, das der Tipp von Ruppi-Struppi kommt.

Samstag, 19. September 2015

Abenteuer vor der Haustüre, die 2.

Donnerstags ist für Joey ein ruhiger Tag ohne Fahrrad. Findet er aber eigentlich doof, weil er dann ja viel langsamer laufen muss. Aber wir waren im Baumarkt und haben geguckt, was wir dort an brauchbaren Sachen finden um eine Bikeantenne zu basteln.

Natürlich gibt es die Teile auch fertig. Für den Klickfix-Adapter - und dann kostet die zwischen 80 und 100 Euro. Andere Versionen sind unwesentlich günstiger, aber generell ist man unter 50 Euro nicht dabei. Bikeantennen halten die Zugleine über das Vorderrad, insbesondere, wenn der Hund steht - aber eben auch, wenn man ungeübt ist oder die Leine durchhängt. Viele Bikeantennen sehen aus wie eine Autoantenne mit einem Ring am Ende. Und deshalb finde ich 80 - 100 Euro ganz schön happig. Irgendwer schrieb in einem Forum das seine Bikeantenne aus einem Halter für Rücklichter und einer Autoantenne besteht. Gute Idee!

Nur: die meisten Autoantennen sind mittlerweile sehr, sehr kurz. Zu kurz, um das Zugseil wirklich vom Vorderrad weg zu halten. Bei Obi gibt es dann erst recht nur so winzige Teile - und irgendwie fand ich alles ein bisschen doof, dann hatte irgendwer in einem Forum noch eine Konstruktion aus PVC-Rohr und Spanngummi, irgendwie nichts Halbes, nicht Ganzes aber besser als nix. Aber auch das verwendete PVC-Rohr gab es bei Obi nicht.


Besser als nix...

Ein bisschen gefrustet bin ich dann durch die Gänge gelaufen und habe dann bei den Regalbauteilen angehalten. Es gibt noch eine Bikeantenne von Gravity und die hat ziemlich viel Fläche. Fast so wie ein Regalträger. Aber... die Gravity-Antenne hat auch nur ein Händler gehabt und der hatte sich nicht mehr auf Lager. Mit ein bisschen Überlegen und einem Materialeinsatz von unter 10 Euro habe ich nun eine Bikeantenne gebastelt. Die Wandhalterungen für Regalträger gibt es nämlich auch in ganz kurz. Ich war ja sehr skeptisch, ob das gut geht - aber es funktioniert. Bedenken hatte ich auch ob der Hebelwirkung, weil reguläre Bikeantennen halt nachgeben - aber weil mein Provisorium gut unterfüttert ist, dreht es sich ein bisschen mit. Hooorray!

Ausprobiert habe ich sie Freitag aber tatsächlich erst im Park bei den Kliniken. Weil es dann auch besser gepasst hat, habe ich heute dann auch das erste Mal die Zugleine am Fahrradrahmen befestigt. Siehe da - funktioniert ohne Probleme. OK, nun haben Joey und ich aber ja auch schon ein paar Touren gemacht und sind immer besser aufeinander eingespielt. Was heute auch gut geklappt hat, war das Kommando "Bei" - was für ihn heißt, er soll an meine Seite kommen. Das ist wichtig, wenn wir Straßen überqueren oder irgendwie an die Seite müssen an einem engen Weg, weil ein Fahrzeug vorbei möchte.


Pausensnack in der Pampa...

Außerdem hat es auch gut geklappt, dass er nicht sofort losgerannt ist, nachdem ich auf dem Fahrrad gesessen habe. Das wollte er zwar, aber da die Stadt nun einmal steinharte Wege hat, tut es den Gelenken nicht gut, dort zu rennen. Ein lockerer Trab ist ok, wärmt die Muskeln auf und sorgt dafür, das die Gelenke besser geschmiert werden. Bei Pferden ist die Regeln, dass man mindestens 10 Minuten erst einmal Schritt reitet, es "aufwärmt". Dabei wird den Gelenkknorpeln auch signalisiert: "Achtung, mehr Bewegung, jetzt brauchen wir mehr Schmiere!" - entsprechend sammelt sich mehr Flüssigkeit in den Bandscheiben und Gelenken, damit diese besser funktionieren. Das ist aber nicht nur bei Pferden so...

Wir haben dann eine größere Runde durch den Gutspark gemacht, bevor wir auf den Weg gewechselt sind, der dort zur Hälfte herumführt. Praktischer Weise waren an der Kreuzung zwei riesige Schlammpfützen, die der Hund erst einmal benutzt hat, um sich rein zu legen. Links herum, rechts herum... Hauptsache nass, abkühlen und Modderwasser.

Danach ging es auf die Schlaglochpiste - wobei der Untergrund aber festgefahrene Erde war. Immerhin - und für die Pfoten besser zu laufen als Asphalt oder Schotter, was ich gleich am Tempo gemerkt habe. Tja und dann kam uns ein Hund entgegen und das hieß erst einmal absteigen, "Bei" und zu Fuß gehen und kurz darauf sprangen zwei unangeleinte Hunde herum und haben tatsächlich ein bisschen zusammen gespielt! Der andere Hund war Obama. Den haben wir schon mal an der Slipanlage getroffen.

Nach der Spiel-, Pinkel-, Schnüffel- und Kratzpause ging es dann weiter, Joey wäre auf dem nun sandigen Weg gerne gerannt - aber der Sand war so trocken, das mir das Rad weggerutscht ist. Also ging das nur wenige Meter - aber dann waren wir auch schon wieder auf dem Gelände vom Gutspark. Sehr schön fand ich, das Joey schon von sich aus den Trampelpfad zum alten Friedhof angesteuert hat, der für ihn besser zu laufen war als das gepflasterte Stück. Am Rad vom Friedhof ging es durch die Bäume - WAHNSINN was für ein traumhafter Anblick! Echt ein absolut toller Moment auf der Tour!

Wir sind dann bei der Zufahrt zum Gutshof über die Straße und von dort auf dem Radweg weiter, um zur Marina SV Medizin zu fahren, wo ein kleiner Trampelpfad zum Seeufer führt. Das war unsere zweite etwas längere Pause - ungefähr 10 Minuten haben wir dort Rast gemacht und Joey hat sich ein bisschen Dreck abgewaschen und die Pfoten gekühlt.


Bildunterschrift hinzufügen

Danach ging es über die alte Paulinenstrecke wieder gen Innenstadt - und diesmal habe ich tatsächlich erst 200 Meter vor unserem Hoftor die Leine ins Halsband geklinkt, weil wir dann durch die Wichmannstraße mussten. Da ist mehr los und vor allem wohnen da die Beagel vom Antiquariat. Die Garanten dafür, das Joey sich aufregt. Egal wie weit er gelaufen ist  - um sich über die Beiden aufzuregen, reicht es immer. Es sei denn, er ist wirklich mal so vergesslich, das er völlig verpeilt, dass wir an dem Haus vorbeigehen.

Im Normalfall habe ich es die letzten Male immer hinbekommen, das Joey etwa 8 Kilometer läuft. Heute stand aber deutlich mehr auf der App - und da ich das Smartphone in der Satteltasche habe, gucke ich halt unterwegs eher nicht drauf. Es tat mir dann durchaus etwas leid für Joey, weil der über 11 Kilometer gelaufen ist - aber er hat auch immer das Tempo angegeben, wenn ich ihn nicht sogar gebremst habe, weil er zu schnell laufen wollte.




Von daher - ja, es war für ihn dann durchaus viel, aber er ist nicht nach Hause geschleift worden, sondern wäre es nach ihm gegangen, im Trab bis vor die Haustüre gelaufen. Das Mittagessen von ihm war ratzfatz verputzt und dann hat er gepenndöst und sich von mir ein bisschen durchmassieren lassen. Wenigstens das sollte dann sein.

Unsere Abendrunde war dann sehr gemütlich (aber auch rund 1,5 Kilometer...

Freitag, 18. September 2015

Gasi gehen...

Heute habe ich in einer Facebookgruppe ein Angebot gesehen: "Gehe gerne mit Hunden gasi". In diesem Fall finde ich den Rechtschreibfehler wirklich zum kringeln und habe dann drunter geschrieben: "Ja, je nach Futter müssen die Hunde dann auch pupsen!". 


Wahrscheinlich haben das einige Leute nicht verstanden. Oder zumindest ist ihnen der Unterschied zwischen "gassi" und "gasi" nicht aufgefallen. Egal. Ich fand es jedenfalls so witzig, das ich gleich Kopfkino hatte... denn eigentlich ist am "gasi gehen" ja auch durchaus etwas dran. Denn viele Hunde bekommen günstiges Futter. 

Günstiges Futter hat aber einen sehr hohen Getreideanteil. Das füllt zwar ganz nett, macht aus Hundefutter aber eher Pferdefutter. Denn was sollen Hunde bitte mit einem Getreideanteil von bis zu 80 %??? Kein Thema, sie brauchen mehr als nur Fleisch. Aber eben kein Müsli mit einem Hauch an Fleisch. Denn auch in den restlichen 20 % ist Fleisch nur unter "ferner ist enthalten" zu finden. Dazu kommt - Getreide bläht und manche Hunde haben sogar eine Futtermittelallergie auf bestimmte Getreidesorten. 

Das kann sich auch darin äussern, das sie wirklich viel und sehr, sehr stinkend rumfurzen. (Gibt aber noch andere Symptome). Von daher... Augen auf beim Futterkauf. Denn ja, ich kann Futter kaufen, das umgerechnet bei etwa 1,20 Euro pro Kilo liegt, oder sogar weniger, weil so viel Krempel drin ist, den Hunde gar nicht richtig verwerten können. Wenn da aber viele Inhaltsstoffe drin sind, die ein Hund nicht verwerten kann - was ist dann die logische Konsequenz? Na? 

Was nicht verwertet werden kann, kommt hinten wieder raus. Je weniger verwertet werden kann, desto MEHR kommt hinten wieder raus - und desto MEHR muss auch vorne durch die Futterluke REIN! Wenn ich also ein günstiges Fertigfutter habe, von dem ich aber weit MEHR verfüttern muss wie von einem teureren und hochwertigeren Futter, dann ist günstig auf Dauer eben alles mögliche. Aber nicht günstig. 

Unser Futter von Josera ist auf ernährungssensible Hunde abgestimmt und hat einen Kilopreis von etwa 2.80 Euro. Damit liegt es bei Josera schon im höheren Preissegment als ihre günstigeren Futtersorten. Joey brauchte bislang davon am Tag nur 200 Gramm. Das heisst, von einem Kilo Josera bekomme ich den Hund 5 Tage lang ausreichend gefüttert und brauche am Tag selten mehr als 3 Muffbeutel, die kaum gefüllt sind. Mittlerweile habe ich von dem Futter schon drei anderen Hundehaltern die mir von den Problemen mit ihren Hunden erzählt haben, etwas gegeben. Jeweils etwa ein Kilo - da Hunde ein paar Tage brauchen, um sich auf ein neues Futter einzustellen. Allen drei Hunden ging es mit dem hochwertigen Futter viel besser - und die Besitzer waren auch entspannter. Weil auch für den Menschen Stress wegfällt, wenn er sieht, allein durch einen Futterwechsel kann sich schon viel tun. 

Hund Nummer vier dessen Besitzer ich eigentlich nur von einem kleineren Futternapf überzeugen wollte, bekommt jetzt Light-Futter und nimmt endlich mal ab. Das mit dem kleinen Futternapf ist reine Psychologie für den Menschen - denn die Portion die ein Hund wie Joey oder noch kleiner braucht, sieht in einem regulär großen Futternapf total wenig aus und der Mensch denkt sich: "Der arme Hund, davon kann der ja gar nicht satt werden!" - deshalb finde ich kleine Futternäpfe viel besser. Da sieht weniger nämlich viel mehr drin aus. Manchmal hat man eine Müslischüssel oder eine Dessertschüssel übrig. Joey ist am Anfang ja wie ein Radlader durch seine Futterschüssel gegangen - der hat dann handgroße Steine in die Futterschale bekommen, damit er nicht so schlingt. 

Das Thema "mein Hund frisst zusätzlich das Katzenfutter!" gibt es auch immer wieder.  Katzen sitzen auf Fensterbänken, Schränken, Kratzbäumen und Regalen. Wer schreibt vor, das Katzennäpfe auf dem Boden stehen müssen, wo der Hund dran kommt? Notfalls gibt es Sets oder Anti-Rutsch-Pads als Napfunterlage. Ausserdem ist es rückenfreundlich. Für EUREN Rücken.

Mehr Leistung, und die ist ja durchs Bikejöring deutlich mehr geworden, bedeutet auch, das mehr gefüttert werden muss. Da Trockenfutter viel Flüssigkeit braucht und Joey eher wenig säuft, bekommt er jetzt morgens eine Suppe aus einer dicken Scheibe in heißem Wasser aufgelösten Hundewurst von Dülfer und da kommt dann eine Hand voll Trockenfutter rein. Dann saugt sich das schon mal etwas voll und weil es für ihn so lecker nach Blutsuppe schmeckt, haut Joey das zügig weg. Etwa eineinhalb Stunden ist alles super verdaut und wir können langsam los auf die größere Runde.


während Waldi vor Robert herschwebt... die Gasexplosion



Sonntag, 5. Juli 2015

Garen mit Niedrigtemperatur...


kennt ihr das? Vor einigen Jahren habe ich davon das erste Mal gehört. Wer seine klassischen Fleischgerichte mit Temperaturen von 180 Grad oder so zubereitet, kann sich wahrscheinlich kaum vorstellen, das es auch mit Temperaturen weit unter 100 Grad geht. Aber es funktioniert! Natürlich dauert es entsprechend viel, viel länger – aber, so ist allenthalben zu lesen, es lohnt sich, die Braten werden supersaftig und schrumpfen nicht! Klingt doch richtig lecker – zumindest, wenn man keiner dieser militanten Veggi-Anhänger ist – oder? Aber bevor ihr denkt: „Scheiße, jetzt verkommt das hier auch noch zum Koch-Blog...“ - wie komme ich denn eigentlich darauf? Wahrscheinlich ahnt ihr es sowieso schon: Das leidige Thema „Hund im Auto“. 


Farinos Züchterin hat gestern auf Facebook ein Video geteilt, das irgendwer in einem anderen Land aufgenommen hat. Ein Auto vor IKEA, ein paar Leute drumherum – und ein Hund im Kofferraum, dem es sichtlich nicht mehr gut ging. Es war nicht einmal Hochsommer, der Bekleidung von den Menschen nach zu urteilen, dafür waren die viel zu dick angezogen. Ein Polizist hat erst eine Seitenscheibe von dem Wagen eingeschlagen um eine Türe aufzubekommen, Leute haben sich hineingezwängt und versucht den Hund mit Wasser zu kühlen, dann abgedeckt, damit die Heckscheibe eingeschlagen werden kann um den Hund da heraus zu bekommen. Und immer wieder der Hund, ein Boxer, wie er auf der Seite liegt, hechelt und sich weiter nicht mehr regen kann. Irgendwie komisch geformt, so unnatürlich... dann Kameraschwenk auf die Leute, die zum Teil da stehen, fassungslos sind und weinen. Dann wird der Hund aus dem Auto geholt, er kann wirklich nichts mehr ausser im Todeskampf nach Luft ringen. Er sieht nicht mehr die Menschen, die heulen und den Anblick ihr ganzes Leben lang wohl nicht mehr vergessen werden, das jemand die Scheibe eingeschlagen hat... auch das wird er nicht mehr mitbekommen haben. In der Beschreibung steht, er war drei Stunden im Auto.


Ich habe dann die Tabelle mit der Hitzeentwicklung im Auto auf Facebook verlinkt. Das, was man dann halt eben so macht, wenn man betroffen ist und darauf hinweisen möchte. Aber irgendwann habe ich angefangen zu überlegen – WAS passiert eigentlich GENAUER, wenn so einem Hund zu warm wird? 






Dazu brauchen wir erst einmal so etwas wie einen „Ist-Zustand“: Die normale Körpertemperatur eines Hundes beträgt 39 Grad Celsius. Ein Hund kann nur über die Pfotenballen und über den Nasenspiegel schwitzen, also über im Vergleich zu seiner Körpergröße sehr kleine Flächen. Eine weitere Wärmeableitung des Hundes ist das Hecheln, bei dem feuchte warme Luft von tief unten aus den Lungen nach draußen transportiert wird. Hunde können im Normalfall eine Aussentemperatur von bis zu 28 Grad Celsius damit ausgleichen, wenn sie sich entsprechend anpassen dürfen.


Wie funktioniert das Hecheln eigentlich genau?


Jeder hat schon einmal einen Hund gesehen, der seine Zunge heraushängen lässt und dessen Atemfrequenz sich erhöht hat. Die Atemfrequenz ist die Anzahl der Atemzüge pro Minute. Ein Hund, der sich nicht anstrengen muss, holt etwa 30 Mal pro Minute Luft. Das reicht dann um alle Körperfunktionen stabil zu halten. Strengt ein Hund sich an, steigt diese Frequenz auf bis zu über 300 oder gar 400 Atemzüge pro Minute an, was einem Hundehalter ganz schön Sorgen machen kann!

Wenn ein Mensch über längere Zeit schnell atmet, kann es sein, dass er „hyperventiliert“. Hyper ist das altgriechische Wort für „über“ und ventilieren kommt aus dem lateinischen für „fächeln“. Wer hyperventiliert sorgt durch eine schnelle Atmung dafür, dass mehr CO2 ausgeatmet wird, welches dann im Blut fehlt. Dort ist es als Kohlensäure gebunden – und wie man es schon an der Formel sehen kann, wenn man davon etwas wegnimmt, dann bleibt immer noch ein Rest – und der ist dann im wahrsten Sinne des Wortes sauer und reagiert sich ab. Dadurch kann z. B. Der Hirnstoffwechsel so beeinflusst werden, dass es zu Krämpfen kommt. Will kein Mensch erleben. 





Warum aber hyperventilieren Menschen, wenn sie eine zu hohe Atemfrequenz haben – aber nicht die Hunde, die eine viel höhere Atemfrequenz erreichen können? Die Antwort ist, dass Hunde durch die Nase einatmen – und beim Hecheln durchs Maul ausatmen. Nicht umsonst ist die Erste-Hilfe bei hyperventilierenden Menschen, in eine Tüte zu atmen, die Hände vors Gesicht zu halten, oder zu versuchen, nur durch die Nase ein und aus zu atmen. Denn alles das begrenzt das Luftvolumen. Stellt euch vor, ihr müsstet gähnen... wieviel Luft dabei eingesogen wird! Das schafft ihr mit der normalen Nasenatmung halt nicht.

Es gibt noch ein sehr spannendes Wort, auf das ich im Rahmen der Recherche gestoßen bin. Das heißt „Totraumventilation“. Diese Totraumventilation bezeichnet den Luftaustausch in den Bereichen der Atemwege, wo kein Gasaustausch stattfindet, „sondern nur Leitungen liegen“. Also alles, bis auf die feinen Äste in den Lungenflügeln wo die Lungenbläschen Sauerstoffmoleküle annehmen und Kohlendioxidmoleküle zur Entsorgung rauswerfen.






Ein hechelnder Hund versorgt seine Lungenbläschen also normal mit Sauerstoff – fährt aber die Totraumventilation zur Wärmeableitung hoch und um eine möglichst große Fläche zu haben, die diese feuchtwarme Luft auswirft, macht er seine Schnauze weit auf und zieht die Lefzen dabei hoch. Das wird von den Menschen oft als „grinsen“ oder „lächeln“ bezeichnet. Glaubt mir, selbst ein Hund der verzweifelt nach Luft ringt „grinst“ - und dem ist bestimmt nicht nach: „Boah, was für ein geiler Tag heute, Partyyyy!“. Da entlang der Schleimhäute auch die Blutbahnen verlaufen, die das Gehirn des Hundes versorgen, ist das Hecheln gleichzeitig eine Art „Gehirnkühlung“. Wenn denn die äusseren Umstände stimmen.

Hunde die hecheln verbrauchen dabei viel Wasser. Bis zu ein Liter Wasser pro Stunde geht durch das Hecheln drauf – und dieses Wasser fehlt den Hunden dann für wichtige andere Dinge im Körper. Deshalb ist es enorm wichtig, das sie bei Hitze oft trinken können. Denkt also daran, das nicht nur ihr als Menschen unter der Hitze leidet und mehr Durst habt, sondern Hunde auch. Wenn ein Hund anfängt zu hecheln, produziert er automatisch mehr Speichel, damit die Schleimhäute im Maul nicht austrocknen.


Was passiert aber jetzt, wenn ein Hund die Wärme nicht mehr ausgleichen kann?


Wie schon oben erwähnt, können Hunde Temperaturen bis 28 Grad mit ihren Möglichkeiten zur Wärmeableitung ausgleichen, wenn man sie lässt. Steigt die Umgebungstemperatur, steigt auch die Körpertemperatur des Hundes, weil die Wärmeableitung eben nicht mehr so funktioniert. Dann schaltet der Körper des Hundes auf einen Notfallplan um um zu retten, was irgenwie zu retten ist: er zieht Blut aus dem inneren des Körpers ab und pumpt es vermehrt in die Hautschicht. Denn das Blut ist ja warm und je dichter es an der Hautoberfläche ist, desto eher besteht die Chance, dass die Wärme durch Luftbewegungen etc. abgebaut werden kann. Blöder Weise werden dadurch die inneren Organe nicht mehr ausreichend mit Blut versorgt – also kann so ein „Notfallplan“ kurzfristig ganz sinnvoll sein, aber es ist halt ein „Retten was zu retten ist“ - eine Chance. Ein: es KANN gut gehen, MUSS es aber nicht.


Hier komme ich noch einmal auf die Tabelle zurück:



Und zwar geht es um die Innentemperatur eines Autos, NICHT um die Sauerstoffzufuhr nach dem Motto: „Na ja, lass ich da mal ein Fenster ein bisschen offen!“. Denn so etwas ändert an dem sich aufbauendem Backofen dort nicht wirklich etwas!

Wenn ich aktuell auf die Wettervorhersage gucke, haben wir „Neuruppin, sonnig, 34 Grad“, Höchsttemperatur für heute ist mit 36 Grad angegeben. 




Aber, WAS passiert denn nun mit in so einem Hundekörper, wenn er zu sehr überhitzt, warum ist das lebensbedrohlich und weshalb stirbt ein Hund (Katze, Maus, Meerschwein, Huhn, Mensch... kurz: Lebewesen) dann?

Dazu müssen wir wieder einen Ausflug in die Biochemie machen und uns mal die wichtigsten Bausteine des Leben angucken, die Proteine. Allgemein auch „Eiweiß“ genannt. Damit ist in dem Fall nicht das Eiklar eines Eies gemeint, sondern etwas viel, viel, viel kleineres – ein Molekül. Das Wort kommt vom lateinischen „molecular“ und bedeutet so viel wie „kleine Masse“. Wenn sich also ein paar Atome zusammenrotten, entsteht ein Molekül. Rotten sich die gleichen Atome zusammen, wie zum Beispiel Sauerstoffatome, entstehen reine Sauerstoffmoleküle (o2). Finden sich noch andere Atome ein, gibt es so eine Art Party und es entsteht zum Beispiel ein Wassermolekül (h2o), weil noch ein Wasserstoffatom dazu gekommen ist. Seht ihr oben auf dem Bild. 


Proteine bilden sich letztlich auch so – je nachdem, was der Markt an Atomen anbietet, bilden sich daraus verschiedene Proteine. Hat eigentlich sehr vereinfacht erklärt ein bisschen was von einer Legokiste – man kann gucken, was drin ist und daraus das bauen, was möglich ist und je nachdem, was man gebaut hat, kann es nur rumstehen und komisch aussehen, es kann mit zwei, vier oder noch mehr Rädern herumfahren, es hat ein Dach oder ein Fenster... egal was. Aber es ist immer aus den Legosteinen gebaut, die gerade vorhanden sind. Mal aus mehr, mal aus weniger. Wenn ihr nicht gerade anstrebt, Naturwissenschaften zu studieren ist so eine Erklärung eigentlich auch in Ordnung.

Proteine haben also je nach Zusammenbau ganz unterschiedliche Funktionen. Es gibt Proteine, die für die Körperstruktur und Bewegung zuständig sind. Kollagene zum Beispiel bestimmen den Aufbau einer Körperzelle und damit, wie das Gewebe eigentlich aussieht: ist es zum Beispiel faseriges Muskelgewebe oder eher schwammig-wabbeliges Lebergewebe? Haare, Nägel, Klauen, Hufe, Schuppen etc. bestehen aus Keratinstrukturen, auch das sind Proteinverbindungen. Dann gibt es ja noch den Stoffwechsel im Körper, dort übernehmen verschiedene Proteine Aufgabe wie den Transport von Stoffen wie z. B. Sauerstoff im Blut. Als Enzyme und Hormone sind sie Botenstoffe und Auslöser von verschiedenen lebenswichtigen Vorgängen in den Organen, als Blutgerinnungsstoffe sorgen sie dafür, das Wunden sich schließen und so weiter und so fort. Ihr seht – ohne funktionierende Proteine haben Lebewesen keine Chance zu leben.

Nun haben diese winzigen Wundermoleküle aber ein ganz großes Problem: Sie sind hitzeempfindlich! Wenn sie wärmer werden, gehen sie kaputt: sie denaturieren. Auch hier gibt es verschiedene Stufen, manche Hitzeschäden lassen sich wieder rückgängig machen, die sind dann „reversibel“ und manche eben nicht, die sind „irreversibel“. Hier kommen wir dann z. B. Zum Eiklar – das enthält auch Proteine und die werden in einer heißen Pfanne denaturiert.

Dabei kann man zuschauen, wenn nämlich aus dem durchsichtigen Glibber eine zusammenhängende weiße Masse geworden ist. Dann werden die Proteine so zerstört, das ihnen nicht mehr zu helfen ist. Proteine fangen bei einer Temperatur von 43 Grad an, kaputt zu gehen. Je länger sie der Temperatur ausgesetzt werden und je höher die Temperatur steigt, desto geringer die Chancen, da irgendwas „wieder flicken zu können“. Jede Körperzelle ist nun einmal auch aus Proteinen gebaut, die Zellen werden löchrig, die Proteine gerinnen, wichtige Funktionen der Zellen fallen aus und damit eine grundlegende Versorgung des Körpers.

Für einen Hund, der in einem heißen Auto gelassen wird bedeutet es zum Beispiel: 




- die heiße Luft, die er einatmet und ausatmet, zerstört die Zellen in den Atemwegen.

- die Hitze im Auto heizt seine Haut auf und zerstört die Hautzellen und mit zunehmender

Wärme auch die tiefer liegenden Schichten.

- die Körpertemperatur steigt und damit auch die Temperatur des Blutes

- da das Blut in die äusseren Hautschichten gepumpt 


- wird, werden die inneren Organe nicht mehr ausreichende mit Blut versorgt.

- dazu kommt ein massiver Flüssigkeitsverlust, Hirnschädigung, Bewusstlosigkeit

- rein theoretisch müssten die zerstörten Zellwände die Flüssigkeiten aus den Blutbahnen ins Gewebe laufen lassen (also wie bei einem Steak medium, mit der Gabel draufdrücken und es tritt breitflächig Blutsuppe aus...)

Damit wären wir wieder beim „Garen mit Niedrigtemperatur“. Beim Garen wird die Tatsache, das Proteine sich unter Hitze zersetzen dafür genutzt, Lebensmittel verdaulich oder auch erst genießbar zu machen. Denn die Hitze zerstört z. B. Zellwände oder Toxine (Giftstoffe).

Wenn rund 1,5 kg Schweinebraten, der nur aus Muskelfleisch besteht bei 75 Grad rund 5 Stunden braucht, um gar zu werden – was glaubt ihr, wie lange ein kleiner Hund benötigt, um in einem Auto in der Sonne durchgegart zu werden? Aber eigentlich... ich will´s gar nicht wissen.

Ansonsten solltet ihr bitte AUCH daran denken, wie heiß der Untergrund für Hundepfoten bei dem Wetter wird und das gerade auf Asphalt Temperaturen weit über 50 Grad schnell erreicht werden. Von uns würde da niemand barfuß drauf laufen – aber von den Hunden erwartet man es!

Ebenso daran denken – Menschen haben LANGE Beine. Je kleiner der Hund, desto mehr Schritte muss er machen um mit seinem Menschen mithalten zu können – und das strengt ganz schön an!



Mit Dank an die Quellen:

Wikipedia, planet-hund.de, wissen.de, Spektrum der Wissenschaft, Thieme-Verlag, TASSO.net, liliput-lounge.de  uuuuund chefkoch.de! 

Es kann gut sein, das in dem Artikel ein paar sachliche Fehler sind, Korrekturen dürfen mir gerne gemeldet werden, Fehler sind zum lernen da. Den ganzen Kram mit den Aminosäuren habe ich bewusst weggelassen. Wer also weiß, was Proteine mit Aminosäuren zu tun haben, darf sich glücklich schätzen ;-)


Erste Hilfe bei Hitze und Hund findet ihr via google, Rechtliches zum Einschlagen von Autoscheiben um ein Tier oder ein Kind aus einem heißen Auto zu retten auf zddk (zuerst denken, dann klicken) in mehreren Beiträgen. Bitte auf den Link klicken und die Seite generell öfters mal besuchen. Dankeschön! 

Es kann sein, das es auch bei diesem Artikel Nachträge gibt, also bei Interesse ab und an gucken und nach unten scrollen. 




















Dienstag, 9. Dezember 2014

Mission Rentiere, Teil 2

So, sie sind wieder weg, der Schulplatz ist wieder leer. Noch nicht gefegt, aber immerhin leer.

Weil unser Herrchen sich schon seit zwei Wochen auf den Truck gefreut hat, haben wir ihn heute von der Arbeit in der Stephanus-Werkstatt abgeholt. Seine Freundin ist auch mitgekommen. Falls jemand von euch noch für jemanden kein Weihnachtsgeschenk hat - guckt mal, da hängen jede Menge! Das sind RuppiBags. Die sind aus LKW-Plane und es gibt sie in verschiedenen Größen, sogar als Kindergarten-Tasche!



Als wir dann wieder zurück gekommen sind, war der Schulplatz beim Truck einfach brechend voll. Lauter Familien mit kleinen und etwas größeren Kindern.
Es gab ein "Santa Fotostudio", wo viele Eltern mit kleinen Kindern vorstanden.  Zum Glück hatte das Fenster und man konnte sehen, das drinnen am Ende eine rote Wand mit goldenen Sternen war, davor ein paar leere Colakisten und eine Verkleidekiste mit Rentiergeweihen, Weihnachtsmützen, Sprüchen an Stäben und so weiter. Damit konnte man sich also verkleiden, dann hat jemand ein Foto davon gemacht wie man mit der Verkleidung vor der Wand steht und das ist dann... neee, nicht ausgedruckt worden - die Bilder finden sich im Internet auf Facebook, Instagramm und Co wieder. Von Santa Claus keine Spur. Da wir ja schon Geweihe und auch Weihnachtsmützen haben und auch die Colakisten für uns echt unbequem gewesen wären, haben wir darauf verzichtet. 



Frauchen hat nur gesagt: "Merkwürdig, auf der einen Seite maulen die Leute, was alles an Bildern im Internet auftaucht und Seiten wie Mimikama warnen davor, einfach so Bilder von den Kindern für jeden sichtbar hochzuladen - und hier stehen die Eltern Schlange um Bilder von ihren Kindern durch Coca-Cola veröffentlicht im WWW zu finden! Als ob die einen Aussetzer haben!" Aber ok, das ist deren Problem. Nein, eher vielleicht irgendwann das ihrer Kinder.

Dann gab es noch eine Treppe in den Truck und ungefähr 50 Eltern und Kinder, die dort anstanden um da rein zu kommen. Dort war dann der Santa Claus und die Eltern haben zugesehen, das sie ihre Kinder zusammen mit dem fotografieren lassen konnten. Wir durften da nicht rein, also war die Mission "Sich als Rentiere an Santa Claus ranzuschmeißen" in dem Sinne gelaufen. Nicht schlimm, denn ja, der Truck ist toll und sehenswert und es war auch wirklich rappelvoll - aber eigentlich voll enttäuschend. Es ging in erster Linie darum, das die Leute Fotos machen und das haben sie auch getan, überall waren Menschen mit ihren Smartphones beschäftigt. Wahrscheinlich sind sie der öfters bekanntgegebenen Aufforderung gefolgt, den Hashtag #Weihnachtsfreude einzugeben.

Dann gab es vor dem Truck noch "Santas Selfie-Bühne". Da standen auch ganz viele Leute an, damit die ein paar Stufen hochgehen können um ein Foto von sich vor dem beleuchteten Weihnachtstruck zu machen. OK, auch das war dann nichts für uns. Frauchen hat dann irgendwann einen schlechten Witz gerissen, das manche sich hier ja eigentlich wie früher fühlen müssten... überall lange Schlangen um etwas zu bekommen, was es nur selten oder sonst gar nicht gibt... da kommt vielleicht #Weihnachtsfreude auf, weil man so etwas ergattert hat.

Es gab dann auch eine richtige Bühne auf der ab und an Kinder bis 10 Jahre gesammelt wurden, damit sie den Santa kennenlernen können und die dann gefragt worden sind, was sie sich wünschen oder wo Muttis dann Puzzles aus Colakisten aufbauen mussten und von ihren Kindern angefeuert werden sollten. Ein Junge hat seine Mutter dann mit den Worten: "Mach hinne!" angefeuert. Woher er das wohl hat???


Der angekündigte "Kleine Weihnachtsmarkt" wurde dann noch durch einen Verkauf von Cola und Merchandising-Artikeln und einem kleinen Stand mit Luftballons und bunten Blinksachen von jemandem ergänzt, der eher wie ein 5. Rad am Wagen in eine Ecke gesteckt worden ist.

Es gab nix Warmes, keine Bratwurst, keine Mutzenmandeln, keinen warmen Punsch oder so um sich mal aufzuwärmen, was vielleicht tatsächlich die #Weihnachtsfreude gesteigert hätte .Es war letztlich einfach ein Abspulen eines einstudierten Programms das zwar sicherlich nett gemeint, aber dann doch eher kühl und relativ lieblos heruntergeleiert wurde. Ungefähr mit der gleichen Temperatur wie die Cola, die verkauft wurde. Schade eigentlich, da wäre weit mehr drin gewesen an Weihnachtsfeeling, #Weihnachtsfreude  und Attraktivität und das, was mit großen Worten eigentlich angepriesen wurde, war ein "geh da rein, mach ein Foto, geh da rein, lass ein Foto machen, geh da rauf, Foto machen... nein, in den Truck darf man nicht gucken und ansonsten steh dir in der Kälte die Füße platt und fang an zu frieren um dem Bühnenprogramm zuzuschauen..." und bitte poste deine Bilder mit dem Hashtag #Weihnachtsfreude.

Von daher winke, winke...
 


Hier noch mal der Abbau... wir haben unsere eigene "Selfie-Bühne" und wenn Santa mehr auf Pferdestärken als auf Rentiere steht, können wir da ja nix für, der geht halt mit der Zeit. Winke, winke und Schnauzenschlabber von Joey für den Menschen mit dem weißen Hund mit weißem Rentiergeweih. Du findest uns übrigens auch auf Facebook unter "Ruppi-Struppi" ;-). Hat Frauchen nur vergessen, dir zu sagen.



Joey: "Die bauen tatsächlich ab!"

Farino: "Jupp... und tschüß! #Weihnachtsfreude "






















Dienstag, 8. Oktober 2013

Farino: Hitchcocks Vögel am Ruppiner See...







Oh man, heute sind wir auf der Runde an der Promenade vorbei gekommen und da war ein Mordsspektakel in der Luft! Lauter Möwen, die gekreist sind und auf Futter gewartet haben! Das es davon kein Foto gibt, liegt an Frauches Kamera, die ist leider nicht so gut und die Bilder wären von vorneherein nix geworden. Sie sagt, ihre Kamera ist wie ich: schon etwas älter und langsamer.

Frauchen sagt, so etwas ähnliches wie mit den Möwen hat sie mal in einem Film gesehen, der "die Vögel" heisst und da sind die Viecher auf Menschen losgegangen. Vögel und Krimis haben ja immer was, da gab es dann noch irgendwann so einen Kurzroman, wo ein Reiher es auf Augen abgesehen hat, weil die so schön glänzen... iiiihhh. Früher hatten wir das aber auch schon immer mit den Möwen, wir kommen ja eigentlich aus der Oldenburger Ecke/dem Ammerland und da sind im Herbst die Möwen auch ins Inland gekommen, weil es ihnen an der Küste nicht mehr so gefallen hat.

KLAR! Die sind ja auch nicht doof, da sind dann auch die ganzen Touris weg, die Pommesbuden dicht und die Kutter fahren nicht mehr. Da müssten die ja Hunger schieben und das wollen die nicht, deshalb suchen die sich ihre Fressalien im Landinneren, wo es etwas geschützter ist. Hier gibt es dann ja immer auch noch Leute, die tütenweise Toastbrot füttern und das finden die Vögel alle ganz super. Ich weiß ja nicht, warum Menschen, die sich Tierfreunde nennen, tütenweise von dem Zeugs verfüttern und denken, sie tun den Tieren damit etwas Gutes - aber egal. Wenn sie ihren kleinen Kindern was fürs Leben beibringen möchten, könnten Sie denen ja viel besser erklären: "Und heute gibt es für die Schwäne und Enten nur ein halbes Brötchen - weil das nämlich gar nicht das richtige Futter für sie ist!".

Das Problem ist ja, das die Vögel so viel Brot fressen, dass sie zum Teil einen Nährstoffmangel bekommen. Das gibt dann auch Probleme mit den Eiern, weil die Eierschalen dann so dünn werden, das sie schnell zerbrechen.  Oder die Weibchen bekommen "Legenot". Das ist eine Krankheit. Sie können ihre Eier dann nicht mehr legen, leiden deshalb unter riesigen Schmerzen und verenden ganz fürchterlich daran. Was aber die Leute natürlich nicht mitbekommen, die munter tütenweise Brot verfüttern und denken, sie würden den Tieren etwas Gutes tun.

Wenn ihr jemanden kennt, der Hühner oder Gänse hat, dann fragt den doch, ob ihr von ihm ein bisschen Futter bekommt. Oder weiche kleine Kartoffelstücke. Wenn ihr einen Hund habt, könnt ihr ja gleich mehrere Kartoffeln ohne Salz kochen, Hunde mögen Kartoffeln nämlich auch oft und so ein oder zwei kleingeschnittene Kartoffeln im Futter sind gleich "mehr" an Futter ohne viel Kalorien. Manche Wasservögel fressen auch Eicheln, von denen liegen jetzt ja auch welche rum. Aber bitte nicht gleich tütenweise verfüttern!

Mehr Infos findet ihr HIER







Freitag, 6. September 2013

Neues von Joey...


Joey, die kleine Ratte. Nachdem er ja die Küche zum Selbstbedienungsladen erklärt hat, ist ein Gitter vor der Türe. Von dem IKEA-Metall-Hochbett, das ist nämlich noch nicht aufgebaut und die Gitter sind saupraktisch als Türgitter. Wenn man ein paar Matchboxautos mit Kabelbindern drunter patscht, haben die sogar Rollen und können zur Seite gleiten ;-). 

das war die erste Version, eines der Hindernisse...
 

Natürlich könnte ich auch die Küchentüre schließen, aber dann ist der Flur dunkel und hat nur künstliches Licht, ist ja auch doof, also Gitter. Diese kleine Ratte hat also beschlossen: "Futterball - iiiiiiich???? Warum soll ich mir mein Futter erarbeiten?! Never!". Futter hat möglichst bequem in die Futterluke zu fallen oder wird in Baggermanier aus dem Napf genommen. Fressluke auf, einmal durch den Napf gebaggert und fertig. Wobei, das geht ja nicht mehr, sind ja Steine drin.

Also hat Joey lieber so lange am Gitter randaliert, bis er es aufbekommen hat um in die Küche zu gehen. Die Küche ist für ihn das Paradies auf Erden. Da gibt es fressbare Sachen... im Mülleimer, in den Regalen, auf dem Tisch und auf dem Herd. Gerne auch mal direkt aus der Pfanne, wie vor zwei Wochen das Rahmgeschnetzelte. Man konnte an den Überresten in der Pfanne sehen, wie weit Hals und Zunge reichen...

Das macht er natürlich NICHT, wenn ich gucken kann. So schlau ist er schon, sondern bevorzugt dann, wenn ich auf Toilette sitze, duschen bin oder anderweitig so beschäftigt, das er sicher ist, ich bekomme es nicht mit. Olle Kröte...

Joey hat jetzt den Beinamen „Darth Vader“. Heute, wir gehen am Tempelgarten entlang, wo der Bürgersteig eine nutzbare Breite von etwa einem Meter hat. Von vorne kommt eine Frau mit so einem Mini-Mini-Sheltie. Mini-Mini-Sheltie bleibt beim Anblick von Darth-Vader-Joey schlagartig stehen und guckt demonstrativ ihr Frauchen an: "ICH WILL AUF DIE ANDERE STRASSENSEITE!".
Mini-Shelti durfte nicht die Strassenseite wechseln, da hatte ihr Frauchen was gegen. Ich habe aber gesagt: "Moment eben..." weil 5 Meter weiter die Kommunikation (ein Weg entlang der Stadtmauer) war, da konnte ich ausweichen, damit Mini-Sheltie vorbei kann ohne das Darth-Vader-Joey ihr zu nah kommt.

Mittlerweile hat Joey es geschafft, das auffallend VIELE Leute mit anderen Hunden die Strassenseite wechseln, wenn wir kommen... *kopfkratz* woran DAS wohl liegt????

Dann lag hier nebenan heute Molly, einer der hiesigen Ladenhüter, in der Eingangstüre. Molly kann Darth-Vader-Joey wegen seines Verhaltens nicht leiden. Sie ist nicht mehr die Jüngste und will einfach nur ihre Ruhe haben und so möchtegernstarke Hundeteenies sind ihr ein Gräuel. Sie hat ihm erst mal die Meinung gegeigt. Dann war auch gut, er tut ja immer nur so. Also er macht einen mörderischen Aufriss. Wenn ich die Leine lang lassen würde, wäre im Leinenradius komplett alles niedergemäht, einschließlich meinereiner. Ein paar Mal um mich rumrennen, einmal zwischen den Füßen durch... wie am Marterpfahl, nur ohne Pfahl. Oder etwas neuer: Bondage Marke Hund. Nur voll unerotisch. DARF er dann aber tatsächlich mal einem anderen Hund „Hallo“ sagen, was ja auch öfters vorkommt, dann ist nach dem „Hallo“ das Interesse schlagartig auf Null. Aber überwiegend ist dann bei Hunden, die er kennenlernen durfte, auch Ruhe, wenn wir sie sehen.

Wenn wir rausgehen, dann pinkelt Darth-Vader-Joey erst mal im Innenhof auf dem Rasen. Alle vier Pfoten in den Boden gerammt, hingelegt und Wasser marsch. Gaaaaaaaaaanz lange. Weil, dann hat er mehr Zeit, vor der Haustüre und auf dem Weg draussen Alarm zu machen und zu versuchen, durch die dicksten Hecken zu stürmen, weil es nach Katze oder was auch immer riecht. Würde Joey im Zirkus auftreten, wäre er wohl ein Kontorsiowuff. Ein Schlangenhund, so wie er sich verbiegen und verdrehen kann.

Donnerstag, 5. September 2013

Tipps & Tricks: Wasserspender für Hunde (und Katzen)

Wir waren unterweg, haben auch tolle Bilder gemacht, arbeiten nebenbei an einem kleinen Film über eine Hunderunde... aber es ist eben noch nicht alles soweit fertig, das es auf den Blog kann. Ich habe aber gerade etwas gefunden, das für die Bastler von euch vielleicht ganz interessant ist, eine Bastelanleitung für einen Wasserspender.

© Christos Georghiou - Fotolia.com


Den hat sich eine 11jährige ausgedacht, man muss nicht bohren, eigentlich auch nicht sägen (das Holz kann man sich so zuschneiden lassen). Ich finde die Idee sehr gut.

Die Anleitung ist in Englisch, aber sehr gut bebildert und damit ziemlich selbsterklärend. Velcro ist Klettverschluss.

Hier also der Link zum...

 Wasserspender für Hunde (und Katzen)

und gleich daneben werden noch andere Bastelideen für Haustiere angezeigt. Viel Spaß auf der Seite "instructions" ("Anleitungen")

Samstag, 24. August 2013

Mal überregional, aber durchaus auch passend zum Thema Hundesteuer...

Mars (nicht die mit dem Schokoriegel) hat eine Heimtierstudie erstellt und einen grundsätzlichen und sehr interessanten Artikel auf ihre Firmenhomepage veröffentlicht.

Heimtiere werden für die Gesellschaft immer wichtiger

Schön. Aber wäre ja noch viel schöner, wenn das auch wirklich mal anerkannt werden würde.

Sonntag, 11. August 2013

Nick erklärt: Anti-Schlingnapf



Einen Antischlingnapf braucht man, wenn ein Hund schlingt

was man benötigt:

flache Futterschale


3 bis 4 faustgrosse Steine






Joeys Napf, halbe Tagesportion. Optisch mehr...











Die Steine in die Futterschale hineinlegen

Beachten: Die Steine gründlich schrubben

Das ist die günstige Variante zu einem gekauften Anti-Schlingnapf



Ergänzung:
Hintergrund ist, das Joey wie ein Wal durch Futter fräst. Maul auf, einmal durch den Napf gesaugt, fertig. Danach wird Farino von seinem Napf verscheucht. 

Joeys Napf, halbe Tagesportion. Ohne Steine ist das in weniger als 2o Sec. weg.
Man KANN auch einen Napf mit drei Höckern drin kaufen. Kostet je nach Größe für ab etwa 12 Euro bis über 20 Euro. Aber große Steine tun es auch, sind günstig, variabel und gut zu säubern. Bitte auf keinen Fall saugfähige Steine wie Kalksteine oder Ziegelsteine nehmen und die Größe so wählen, das der Hund sie auf keinen Fall verschlucken kann und zwischendurch immer wieder mal gründlich säubern.

Dienstag, 6. August 2013

Entspannte Tage



es war nur sehr warm. Zu warm. Farino ist jetzt noch einen großen Eimer Fell losgeworden. Samstag kam dann Post von der Kämmerei. Für den neuen Hundesteuerbescheid braucht es etwas länger um da durch zusteigen. Warum einfach, wenn es auch hochgradig umständlich geht. Und warum ich im Sommer 2013 dann schon mit den Hundesteuern für 2014 im Soll stehe... keine Ahnung. Es ist halt ein Steuerbescheid, wahrscheinlich soll man da auch gar nicht so genau durchblicken.




Aber Joey hat jetzt seine Steuermarke, die dann auch gleich ans Halsband gekommen ist. Erst einmal provisorisch, weil ich keine Kabelbinder hier habe, und mit Kabelbinder halten die Teile direkt auf dem Halsband nun einmal perfekt, klimpern nicht rum und reißen auch nicht ab. 

Wer mag und hat kann noch ein Stück Neopren oder so unterlegen, kommt auch auf die Breite vom Halsband an.  




Nach einem etwas Joey-stressigen Freitag wo er dann wieder mit Gejaule zu jedem Hund wollte und wir uns böse in die Wolle bekommen haben, waren Samstag und Sonntag richtig locker. Es war so warm, das ich mich nicht hätte auf die Gertenarbeit konzentrieren können – und so habe ich sie zu Hause gelassen. Wir hatten wirklich nette Runden im gemächlichen Tempo und mit öfters stehen bleiben bis die Leine sich wieder entspannt...

Das wäre so vor einer Woche nicht möglich gewesen. Auch Hundebegegnungen – viele regen ihn zwar nach wie vor auf und er zieht und rennt hin und her um seine Spannung abzubauen – aber es ist schon viel, viel, viel besser geworden!

Er ist mir in den letzten beiden Tagen kein einziges Mal so in die Leine gesprungen, das ich dachte, es zerreißt meinen Rücken oder kugelt mir den Arm aus. Das ist ein Fortschritt. Er schaut jetzt öfters auch wenn wir unterwegs sind, was ich möchte. Auch das ist ein großer Fortschritt, bislang war ich in der Stadt ja so ziemlich komplett abgeschrieben.



Nur auf dem Rückweg am Samstag Abend, da hörten wir dann irgendwann ein Feuerwerk. Zum Glück waren wir in Höhe des Fontane-Denkmals, hatten es also nicht mehr ganz so weit bis nach Hause. Da war dann alles aus und vorbei - Joey ist in Panik ausgebrochen. Das wird dann auch irgendwann mal eine „Baustelle“.

Montag hatte uns dann der Alltag wieder, Schulbeginn und mehr Leben auf den Straßen. Ich würde es mal so ausdrücken: um halb acht war die Welt noch relativ in Ordnung, eine Stunde später war der Kernstadtbereich für Joey dann wieder viel zu stressig. Zur Not hüpft dieser Hund wie ein Frosch über die Straße! Während ich also vorne mit Joey zu kämpfen hatte, der unbedingt zu einem anderen Hund hin wollte, was er aber nicht sollte, blieb Farino hinter mir und hat abgewartet. Der hat sich einfach hingesetzt und ich habe das erst 100 Meter später mitbekommen, als Joey dann wieder „Auf dem Teppich“ und wir am Hund vorbei waren.

Farino ist weg. Wo ist Farino? Also zurück, um die Ecke geschaut, da saß Farino ganz brav neben einem Auto und hat einfach gewartet, bis alles vorbei ist und er wieder abgeholt wird! Oh man. Da ich Farinos Leine meistens lose in der Hand habe, weil er ja echt problemlos ist und ich so die Leinen schneller auseinander sortieren kann, falls Joey mal wieder munter überall über, unter und durch die Leinen springt, habe ich im Eifer des Gefechts gar nicht mitbekommen, das die Leine runter ist.

Weil es dann so warm war, habe ich die Abendrunde auf sehr spät gelegt. Weiterer Vorteil: es ist nichts mehr los auf den Straßen und die Reizüberflutung für Joey ist weg. Entsprechend angenehm und problemlos war die Runde dann auch.

Fazit: Joey ist nun 25 Tage hier und er hat trotz allen Problemen enorme Fortschritte gemacht und läuft mittlerweile überwiegend manierlich an der Leine. Von einem akzeptablen „bei Fuss“ sind wir noch eben so weit weg wie vom draussen ableinen. Von der „unglaublichen Dankbarkeit südländischer Hunde“ (oder Hunden aus Balkanländern), die manche Leute diesen Hunden nachsagen, kann ich nichts erkennen. Er ist sehr umgänglich, das sind andere Hunde auch, aber er hat eben auch Defizite und da muss man mit klaren Grenzen, Konsequenz und Erziehung arbeiten und kann nicht auf so etwas wie „aus Dankbarkeit mache ich alles, was du willst!“ hoffen. Zumal ein solcher Hund ja auch erst einmal begreifen muss, was man überhaupt von ihm erwartet.

Gestern sagte mir jemand: „Aber er hat hier jetzt ja ein viel besseres Leben!“ - nach menschlichem Empfinden... ja. Was die Futterversorgung und ein Dach über dem Kopf anbelangt: auch ja. Aber er hat die Freiheit eines Streuners dafür aufgegeben/aufgeben müssen um ein nach menschlichen Maßstäben „besseres“ Leben zu führen. Das sollte man nie vergessen. Ein Hund weiß nicht, was Geld ist, was Futter und medizinische Versorgung kostet (und andere Tiere wissen das auch nicht). Es ist ihm auch herzlich egal, denn das sind „Menschendinge“.

Ebenfalls sagte mir gestern jemand, der eine der Auseinandersetzungen mit Joey mitbekommen hat: „Leckerlies, nehmen Sie Leckerlies!“. Es ist eine sehr interessante Erfahrung mit einem Hund zu arbeiten, den Leckerlies (bzw. das Hundefutter) draussen meistens gar nicht interessiert. Er ist innerlich so angespannt, das er überhaupt nicht ans Fressen denkt. Auf dem Platz geht es besser, in der Stadt so gut wie gar nicht. Würde er draussen auf Futter, Quietschies oder so reagieren, wäre vieles weit problemloser...

Vielleicht kann man es sich so vorstellen wie die GSG 9 im Einsatz. Angespannt und wachsam. Da kann auch keiner eine Tüte Gummibärchen werfen und sagen: „Jungs, entspannt euch mal!“ und erwarten, das sie darauf reagieren und sich ablenken lassen ;-. Oder diese Bärenfellmützen-Soldaten in London. Auch da gibt es immer wieder mal Videos zu finden, wie Leute versuchen, sie durch irgendwelches Gehampel dazu zu bringen, ihre Mimik und Gestik zu wechseln. Geht nicht.