Schon gestern abend ist sie uns aufgefallen: Eine Weihnachtskerze in einem großen Glas. Am Denkmal für die Opfer des Faschismus.
Dazu gehört auch ein einlaminiertes Friedensgebet. Leider weht das immer weg. Wir haben überwiegend sehr windige bis stürmische Zeiten. Sowohl was das Wetter anbelangt als auch in vielen Ländern. Manchmal weht "nur" ein scharfer Wind, manchmal gibt es einen Sturm - und viele Menschen verlieren fast alles, was sie haben. Manchmal sogar alles - dann sind sie tot. Erschossen, zerbombt, geköpft und was sich andere Menschen sonst noch so an Grausamkeiten ausdenken um zu demonstrieren, das sie die vermeintlich besseren, stärkeren Leute sind und damit das Recht haben, über Leben und Tod von Anderen zu entscheiden.
Diese Nacht war vom Wetter her sehr stürmisch und als wir heute morgen losgelaufen sind, stand da erst einmal keine Kerze mehr vor dem Denkmal. Sie stand ein paar Meter weiter, das Glas sehr rußig und ein bisschen kaputt - aber sie brannte immer noch!
Wir haben sie ans Denkmal zurückgestellt, denn letztlich hat sich ja jemand sehr viel dabei gedacht, sie genau dort aufzustellen. Dort, wo man darüber nachdenken soll, zu welchen Grausamkeiten Menschen fähig sind und wieviel Leid damit verursacht wird und wurde.
Wir wünschen euch einen schönen 4. Advent!
Erst aus der Mark Brandenburg. Nun aus Markhausen im Markatal. Die Mark. Ein unverwüstliches Stück Heimat.
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Samstag, 20. Dezember 2014
Freitag, 19. Dezember 2014
Gute Vorsätze und Weihnachtsgeschichten...
Draussen regnet und stürmt es, wir haben die Mittagsrunde seit einer halben Stunde hinter uns - und nein, jetzt flackert und knistert hier kein Kamin vor dem man mit einem heißen Kakao sitzt um sich zu wärmen und zu trocknen. Das gibt es fast nur in Kitschfilmen und Schmalzromanen.
Nach der Hunderunde mit sehr viel Wind und immer doller werdendem Regen war erst einmal das Heraussuchen einiger Nummern angesagt um Schäden zu melden, bevor noch Schlimmeres passiert. So sind Lichterketten auf Straße und Gehwege geweht und haben Stolperfallen gebildet und bei der Gustav Kühn scheuert gerade das Festmachertau durch, da der Wellengang ein bisschen stärker ist. Ich denke, 5 Minuten um die Telefonnummer herauszusuchen und bei der Fahrgastschifffahrt anzurufen ist nicht viel, wenn man weiß, das ein losgerissenes Schiff von der Größe Schäden verursachen kann, die aber schnell sechsstellige Summen verursachen.
Auch die Stadtwerke haben keine Kristallkugel um zu sehen, wo etwas runterfällt und für Verletzungen sorgen kann. Motzen wenn etwas passiert ist, können viele Leute immer ganz wunderbar. Die Notfallnummer der Stadtwerke, die für alles was Strom und die Straßenbeleuchtung, Gas und Wasser zuständig sind, ist übrigens 03391-511 111.
Dann habe ich heute über "gute Vorsätze für 2015" nachgedacht und bin zu dem Schluss gekommen, dass für mich die besten Vorsätze für 2015 Titanbits für den Akkuschrauber und gute Bohrer für meine Bohrmaschine und den Proxxon wären.
Alles Andere ist doch sowieso überwiegend frustrierender Mist! Na ja, nicht ganz, denn manchmal klappen Vorsätze ja auch recht gut, so geht der Blog mit weit über 12 000 Zugriffen ins nächste Jahr. Das freut mich wirklich sehr. Ein anderer Vorsatz läuft gerade so völlig anders als erwartet. Das bedeutet nicht, dass es schlechter läuft - eher passiert gerade das absolute Gegenteil. Auch darüber freue ich mich bei aller inneren Anspannung, die dadurch entstanden ist, wirklich riesig. Es ist eine Aufgabe, wo ich mich wirklich "durchbeißen" muss - aber ich habe gelernt, dass so etwas geht. Auch dank Joey
Auch wenn es neu ist, viel Arbeit und sicherlich die eine oder andere Träne fließen wird. Das ist alles gar nicht so schlimm. Denn am Ende kommt wie immer dabei heraus, dass ich eine ganze Menge gelernt habe - und davon für den Rest meines Lebens profitieren werde. Es bringt mich wie immer ein Stückchen weiter, während es viele Leute gibt, die sich gar nicht erst trauen, aus ihrer "ja eigentlich könnte, müsste, würde ich ja gerne mal..."-Bequemlichkeit aufzustehen und überhaupt etwas anzufangen. Oder die beim ersten Problem alles gleich wieder in die Ecke feuern und "bringt ja doch nichts!" brüllen. Die daran scheitern, dass sie einfach immer nur mit dem Kopf durch die Wand wollen. Na ja...
Dann habe ich letztens mit meiner Mutter gesprochen - und die diesjährige Weihnachtsgeschichte für meine Familie kommt von ihr und aus der Stadt Ochsenhausen. Wären vor vielen Jahren nicht ein paar nette Menschen in Ochsenhausen gewesen, die sich gesagt haben: "Das, was wir haben, reicht für uns auch dann immer noch, wenn wir es mit Anderen teilen!", gäbe es mich vielleicht gar nicht. Das betrifft übrigens nicht nur Ochsenhausen, sondern auch Orte wie Aue und Lubiscewice.
Jedenfalls hat die Stadt Ochsenhausen in ihrem Weihnachtsbrief die Selbstverständlichkeit deutlich gemacht, das sie weitere Flüchtlinge aufnehmen werden - und auf eine sehr berührende Geschichte am Ende des Heftes verwiesen. Kindheitserinnerungen meiner Mutter als Flüchtlingskind in Ochsenhausen. Damals, als es wirklich weit weniger Lebensmittel und Wohnraum gab als heute waren in Ochsenhausen weit mehr Flüchtlinge untergebracht als heutzutage. Auch das steht in dem Weihnachtsbrief.
Vielleicht sollte manch einer, der so unglaublich viel Angst davor hat, das ihm jemand, der durch Krieg alles verloren hat, irgendetwas wegnimmt das sehr viele von uns im Überfluss haben (nicht alle, aber eben sehr Viele) darüber nachdenken, ob es ihn eigentlich geben würde, wenn nicht irgendwann irgendwer mal bewiesen hätte, was Nächstenliebe und Menschenwürde ist. Das ist viel konkreter als seufzend vor einer Weihnachtskrippe zu stehen und die drei Leutchen zu bedauern, die vor über 2000 Jahren gelebt haben.
Nach der Hunderunde mit sehr viel Wind und immer doller werdendem Regen war erst einmal das Heraussuchen einiger Nummern angesagt um Schäden zu melden, bevor noch Schlimmeres passiert. So sind Lichterketten auf Straße und Gehwege geweht und haben Stolperfallen gebildet und bei der Gustav Kühn scheuert gerade das Festmachertau durch, da der Wellengang ein bisschen stärker ist. Ich denke, 5 Minuten um die Telefonnummer herauszusuchen und bei der Fahrgastschifffahrt anzurufen ist nicht viel, wenn man weiß, das ein losgerissenes Schiff von der Größe Schäden verursachen kann, die aber schnell sechsstellige Summen verursachen.
Auch die Stadtwerke haben keine Kristallkugel um zu sehen, wo etwas runterfällt und für Verletzungen sorgen kann. Motzen wenn etwas passiert ist, können viele Leute immer ganz wunderbar. Die Notfallnummer der Stadtwerke, die für alles was Strom und die Straßenbeleuchtung, Gas und Wasser zuständig sind, ist übrigens 03391-511 111.
Dann habe ich heute über "gute Vorsätze für 2015" nachgedacht und bin zu dem Schluss gekommen, dass für mich die besten Vorsätze für 2015 Titanbits für den Akkuschrauber und gute Bohrer für meine Bohrmaschine und den Proxxon wären.
Alles Andere ist doch sowieso überwiegend frustrierender Mist! Na ja, nicht ganz, denn manchmal klappen Vorsätze ja auch recht gut, so geht der Blog mit weit über 12 000 Zugriffen ins nächste Jahr. Das freut mich wirklich sehr. Ein anderer Vorsatz läuft gerade so völlig anders als erwartet. Das bedeutet nicht, dass es schlechter läuft - eher passiert gerade das absolute Gegenteil. Auch darüber freue ich mich bei aller inneren Anspannung, die dadurch entstanden ist, wirklich riesig. Es ist eine Aufgabe, wo ich mich wirklich "durchbeißen" muss - aber ich habe gelernt, dass so etwas geht. Auch dank Joey
Auch wenn es neu ist, viel Arbeit und sicherlich die eine oder andere Träne fließen wird. Das ist alles gar nicht so schlimm. Denn am Ende kommt wie immer dabei heraus, dass ich eine ganze Menge gelernt habe - und davon für den Rest meines Lebens profitieren werde. Es bringt mich wie immer ein Stückchen weiter, während es viele Leute gibt, die sich gar nicht erst trauen, aus ihrer "ja eigentlich könnte, müsste, würde ich ja gerne mal..."-Bequemlichkeit aufzustehen und überhaupt etwas anzufangen. Oder die beim ersten Problem alles gleich wieder in die Ecke feuern und "bringt ja doch nichts!" brüllen. Die daran scheitern, dass sie einfach immer nur mit dem Kopf durch die Wand wollen. Na ja...
Dann habe ich letztens mit meiner Mutter gesprochen - und die diesjährige Weihnachtsgeschichte für meine Familie kommt von ihr und aus der Stadt Ochsenhausen. Wären vor vielen Jahren nicht ein paar nette Menschen in Ochsenhausen gewesen, die sich gesagt haben: "Das, was wir haben, reicht für uns auch dann immer noch, wenn wir es mit Anderen teilen!", gäbe es mich vielleicht gar nicht. Das betrifft übrigens nicht nur Ochsenhausen, sondern auch Orte wie Aue und Lubiscewice.
Jedenfalls hat die Stadt Ochsenhausen in ihrem Weihnachtsbrief die Selbstverständlichkeit deutlich gemacht, das sie weitere Flüchtlinge aufnehmen werden - und auf eine sehr berührende Geschichte am Ende des Heftes verwiesen. Kindheitserinnerungen meiner Mutter als Flüchtlingskind in Ochsenhausen. Damals, als es wirklich weit weniger Lebensmittel und Wohnraum gab als heute waren in Ochsenhausen weit mehr Flüchtlinge untergebracht als heutzutage. Auch das steht in dem Weihnachtsbrief.
Vielleicht sollte manch einer, der so unglaublich viel Angst davor hat, das ihm jemand, der durch Krieg alles verloren hat, irgendetwas wegnimmt das sehr viele von uns im Überfluss haben (nicht alle, aber eben sehr Viele) darüber nachdenken, ob es ihn eigentlich geben würde, wenn nicht irgendwann irgendwer mal bewiesen hätte, was Nächstenliebe und Menschenwürde ist. Das ist viel konkreter als seufzend vor einer Weihnachtskrippe zu stehen und die drei Leutchen zu bedauern, die vor über 2000 Jahren gelebt haben.
Donnerstag, 11. Dezember 2014
Mission Rentiere, Teil 3 - und überhaupt...
So, nun ist der Schulplatz wieder sauber. Wer übrigens einen kuscheligen gemusterten Schal vermisst, soll mal beim Denkmal gucken, der alte Kühn hat den grad um, damit er nicht friert.
Dann lese ich gestern in der Zeitung, das diese grandiose "Fahr mit dem Coca-Cola-Truck mit"-Tour genau bis... Mäcces gewesen ist. Whow, ich bin voll beeindruckt! Also nicht, das die dort essen waren, nein, da hat der Truck angehalten und: "Tschüß, das war´s". Von hier aus sind das etwa 2 Kilometer. Was für eine enorme Strecke, da haben die sich ja echt nicht "lumpen lassen". So viel aufgeputschte und aufgeblasene Werbung dafür!
Dann wurde ja auch immer fleissig auf die online laufende Aktion "Wünsche aufschreiben" hingewiesen. Auf der Weihnachtswerbeseite kann man Wünsche schreiben, bitte aber nicht Marke "Ich wünsche mir eine Toaster und warme Schuhe", sondern eher "Ich wünsche dir viel Glück!", "Ich wünsche dir Gesundheit!" und so weiter. VIELLEICHT geht da auch der eine oder andere Wunsch von in Erfüllung.
Für jeden Wunsch spendet Coca-Cola dann einen Euro an "Ein Herz für Kinder". Das ist ganz nett und es wurde immer wieder darauf hingewiesen, das man ja im Prinzip Geld spenden würde, ohne etwas zu bezahlen.
Nachdem also die ganze Zuckerwasserzudröhn-Gehirnvernebelung jetzt vorbei ist betrachten wir es doch einfach mal ein bisschen nüchtern:
Eine Konzernleitung ist darauf bedacht, das der Gewinn möglichst maximiert wird - und man so wenig Steuern wie möglich zahlen muss. Viele Menschen maulen, weil Amazon z. B. seinen Hauptsitz in einem Land hat, wo der Konzern sehr wenig Steuern blechen muss, selbst wenn er in Deutschland viel Umsatz macht. So einem Konzern wird dann oft vorgeworfen, er würde sich aus der Verantwortung ziehen, weil mit den Steuern hier (nicht nur ein paar Bankmanager in Griechenland sondern auch) öffentliche Dinge finanziert werden, wie Kindergärten, Kindergeld, Arbeitslosengeld und so weiter.
Eine andere Möglichkeit, für Konzerne, nicht so viel Steuern zu zahlen sind Dinge, die abgesetzt werden können. Spendenquittungen zum Beispiel. Für das Geld, was an gemeinnützige Einrichtungen geht, braucht man keine Steuern zu bezahlen.
Ja, es ist nett, das der Konzern Geld an "Ein Herz für Kinder" spendet. Gleicher Konzern, der Kinder schon von klein auf gerne an ein koffeinhaltiges und sehr zuckerhaltiges Getränk und an seine Marke binden möchte weil er weiß, wenn die Kinder größer sind, dann haben sie ihr eigenes Geld und das soll zum Teil für Produkte des Konzerns ausgegeben werden. Hinter all dem ganzen Getue und Klimbim steht nämlich letztlich nur Eines: ein knallhartes Geschäft um Marktanteile.
Während also Coca-Cola allen Leuten weiss macht, wenn sie sich online etwas wünschen, würde der Konzern dafür einen Euro spenden - aber bitte nicht mehr als 50 000 Euro insgesamt, läuft damit eine sehr ausgeklügelte Maschinerie an Werbung und Kundenbindung an. Wer denkt: na, die geben aber ja auch viel für Werbung aus... ja, aber sie VERDIENEN ungleich mehr als sie dafür ausgeben und wenn man dann großartig bei "Ein Herz für Kinder" in der Sendung einen dicken Scheck überreichen kann oder großformatig in der Bildzeitung dafür erwähnt wird, dann ist das "kost nix-Werbung mit einem guten Image".
Das machen viele Konzerne so oder so ähnlich und manchmal wären Sachen auch kaum möglich, wenn es nicht so eine Förderung geben würde. Nur... man sollte sich immer darüber im klaren sein, das viele soziale Aktionen letztlich knallhartes Marketing und Kundenbindung sind und dahinter immer Gewinnmaximierung steckt.
Wie viele Menschen regen sich auf, das Konzerne Steuerschlupflöcher nutzen und von Unternehmensberatungen wie PriceWaterhouseCooper, die völlig verworrene Konstrukte erstellt haben um Konzernen genau DAS zu ermöglichen und den Behörden die Arbeit schwer zu machen, Geldtransaktionen letztlich zu verfolgen. Wer sich übrigens darüber ärgert, das Neuruppin immer noch keine Haushaltsbilanz vorlegen kann - die Städte und Gemeinden wurden verpflichtet, die Buchhaltung auf ein System mit dem Namen "Doppik" umzustellen. Daran verzweifeln überall die Kämmereien und haben enorme Probleme. Doppik wurde ebenfalls von PriceWaterhouseCooper mit erstellt. Wenn also in ganz Deutschland hunderte von Städten schon erhebliche Probleme haben, die ganz normale Buchhaltung zu machen... wie sollen dann Behörden möglichst unproblematisch die noch viel verworreneren Wege von Geldflüssen über verschiedenen Länder und Tochterunternehmen nachverfolgen können?
Zurück zum Eigentlichen... lasst euch nicht komplett vernebeln von solchen Aktionen eines Brauseherstellers! Denn im Endeffekt hantieren die mit Summen, die für uns "Normalos" einfach unfassbar groß sind - und ja, es ist nett, wenn die was spenden, aber sie werden trotzdem immer auch sehr viel Wert darauf legen, möglichst viel Steuern zu sparen. Nur wird es bei so einem Konzern dann oft so sein wie bei anderen Leuten: "Was die/der nicht alles an guten Taten vollbracht hat!". Schon hat so ein Konzern quasie die öffentliche Legimitation, (legale!) Steuerschlupflöcher zu nutzen, weil er sich diese mit ausgefeilter Werbetechnik und großspurigen Ansagen irgendwo bei den Menschen "erkauft", während Konzerne, die das eben nicht so praktizieren die "Buhmänner" sind.
Vielleicht einfach mal zum drüber nachdenken...
Dann lese ich gestern in der Zeitung, das diese grandiose "Fahr mit dem Coca-Cola-Truck mit"-Tour genau bis... Mäcces gewesen ist. Whow, ich bin voll beeindruckt! Also nicht, das die dort essen waren, nein, da hat der Truck angehalten und: "Tschüß, das war´s". Von hier aus sind das etwa 2 Kilometer. Was für eine enorme Strecke, da haben die sich ja echt nicht "lumpen lassen". So viel aufgeputschte und aufgeblasene Werbung dafür!
Dann wurde ja auch immer fleissig auf die online laufende Aktion "Wünsche aufschreiben" hingewiesen. Auf der Weihnachtswerbeseite kann man Wünsche schreiben, bitte aber nicht Marke "Ich wünsche mir eine Toaster und warme Schuhe", sondern eher "Ich wünsche dir viel Glück!", "Ich wünsche dir Gesundheit!" und so weiter. VIELLEICHT geht da auch der eine oder andere Wunsch von in Erfüllung.
Für jeden Wunsch spendet Coca-Cola dann einen Euro an "Ein Herz für Kinder". Das ist ganz nett und es wurde immer wieder darauf hingewiesen, das man ja im Prinzip Geld spenden würde, ohne etwas zu bezahlen.
Nachdem also die ganze Zuckerwasserzudröhn-Gehirnvernebelung jetzt vorbei ist betrachten wir es doch einfach mal ein bisschen nüchtern:
Eine Konzernleitung ist darauf bedacht, das der Gewinn möglichst maximiert wird - und man so wenig Steuern wie möglich zahlen muss. Viele Menschen maulen, weil Amazon z. B. seinen Hauptsitz in einem Land hat, wo der Konzern sehr wenig Steuern blechen muss, selbst wenn er in Deutschland viel Umsatz macht. So einem Konzern wird dann oft vorgeworfen, er würde sich aus der Verantwortung ziehen, weil mit den Steuern hier (nicht nur ein paar Bankmanager in Griechenland sondern auch) öffentliche Dinge finanziert werden, wie Kindergärten, Kindergeld, Arbeitslosengeld und so weiter.
Eine andere Möglichkeit, für Konzerne, nicht so viel Steuern zu zahlen sind Dinge, die abgesetzt werden können. Spendenquittungen zum Beispiel. Für das Geld, was an gemeinnützige Einrichtungen geht, braucht man keine Steuern zu bezahlen.
Ja, es ist nett, das der Konzern Geld an "Ein Herz für Kinder" spendet. Gleicher Konzern, der Kinder schon von klein auf gerne an ein koffeinhaltiges und sehr zuckerhaltiges Getränk und an seine Marke binden möchte weil er weiß, wenn die Kinder größer sind, dann haben sie ihr eigenes Geld und das soll zum Teil für Produkte des Konzerns ausgegeben werden. Hinter all dem ganzen Getue und Klimbim steht nämlich letztlich nur Eines: ein knallhartes Geschäft um Marktanteile.
Während also Coca-Cola allen Leuten weiss macht, wenn sie sich online etwas wünschen, würde der Konzern dafür einen Euro spenden - aber bitte nicht mehr als 50 000 Euro insgesamt, läuft damit eine sehr ausgeklügelte Maschinerie an Werbung und Kundenbindung an. Wer denkt: na, die geben aber ja auch viel für Werbung aus... ja, aber sie VERDIENEN ungleich mehr als sie dafür ausgeben und wenn man dann großartig bei "Ein Herz für Kinder" in der Sendung einen dicken Scheck überreichen kann oder großformatig in der Bildzeitung dafür erwähnt wird, dann ist das "kost nix-Werbung mit einem guten Image".
Das machen viele Konzerne so oder so ähnlich und manchmal wären Sachen auch kaum möglich, wenn es nicht so eine Förderung geben würde. Nur... man sollte sich immer darüber im klaren sein, das viele soziale Aktionen letztlich knallhartes Marketing und Kundenbindung sind und dahinter immer Gewinnmaximierung steckt.
Wie viele Menschen regen sich auf, das Konzerne Steuerschlupflöcher nutzen und von Unternehmensberatungen wie PriceWaterhouseCooper, die völlig verworrene Konstrukte erstellt haben um Konzernen genau DAS zu ermöglichen und den Behörden die Arbeit schwer zu machen, Geldtransaktionen letztlich zu verfolgen. Wer sich übrigens darüber ärgert, das Neuruppin immer noch keine Haushaltsbilanz vorlegen kann - die Städte und Gemeinden wurden verpflichtet, die Buchhaltung auf ein System mit dem Namen "Doppik" umzustellen. Daran verzweifeln überall die Kämmereien und haben enorme Probleme. Doppik wurde ebenfalls von PriceWaterhouseCooper mit erstellt. Wenn also in ganz Deutschland hunderte von Städten schon erhebliche Probleme haben, die ganz normale Buchhaltung zu machen... wie sollen dann Behörden möglichst unproblematisch die noch viel verworreneren Wege von Geldflüssen über verschiedenen Länder und Tochterunternehmen nachverfolgen können?
Zurück zum Eigentlichen... lasst euch nicht komplett vernebeln von solchen Aktionen eines Brauseherstellers! Denn im Endeffekt hantieren die mit Summen, die für uns "Normalos" einfach unfassbar groß sind - und ja, es ist nett, wenn die was spenden, aber sie werden trotzdem immer auch sehr viel Wert darauf legen, möglichst viel Steuern zu sparen. Nur wird es bei so einem Konzern dann oft so sein wie bei anderen Leuten: "Was die/der nicht alles an guten Taten vollbracht hat!". Schon hat so ein Konzern quasie die öffentliche Legimitation, (legale!) Steuerschlupflöcher zu nutzen, weil er sich diese mit ausgefeilter Werbetechnik und großspurigen Ansagen irgendwo bei den Menschen "erkauft", während Konzerne, die das eben nicht so praktizieren die "Buhmänner" sind.
Vielleicht einfach mal zum drüber nachdenken...
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