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Donnerstag, 1. Dezember 2016

Bikejöring - oder doch nur Gassifahren?






Einstellrad der Kamera verdreht... Blick auf Poggenwerder

Es gibt ja Leute, die der Auffassung sind, das Bikejöring nur dann „echt“ ist, wenn man es in Wettkampfmanier betreibt. Also Hund ins Auto, Rad ans Auto, in die Pampa fahren, Hund aus dem Auto, Rad vom Auto, beides verbinden und dann ein paar Kilometer mit vollem Tempo heizen – fertig. Alles andere wäre „Gassifahren“ und wer mit seinem Hund nicht volles Tempo durch die Gegend heizt oder gar Spaß an der Sache hat, der ist nur zu faul zum trainieren. Ah ja. Wie gut, das ich einfach nur zu faul zum trainieren bin und mein Hund offensichtlich in den Augen einiger, zum Glück weniger, Bikejörer ein lauffaulen Aas ist. Weil der ja nicht kilometerweit rennt wie bekloppt.

In Kanada, so habe ich mittlerweile mitbekommen, gibt es Schlittenhundezüchter, die auch hundert und mehr Hunde an Pflöcken und kurzen Ketten im Matsch halten. Tagelang. Kaum Futter, keine Beschäftigung, sie liegen in ihrem eigenen Dreck. Wer von den Hunden nicht rennen will, wird erschossen. Weil er ja nichts taugt und kein Geld bringt. Allein in den letzten Jahren sind beim Iditarod-Rennen 140 Hunde umgekommen oder mussten getötet werden. Solche Rennen sind eigentlich ja die Vorbilder für Zughundesport – und alles um den Veranstalter und auch das Land achtet darauf, dass es positiv in den Medien erscheint. Immerhin bringt es viel Geld ein und weltweite Aufmerksamkeit. Teilnehmer an solchen Rennen sind so etwas wie „die letzten Helden der Welt“. Wer möchte da schon wissen, wie die Kehrseite von Ruhm, Reichtum und Ehre aussieht? Das es viele Hunde gibt, die nun einmal auch mit viel Training NICHT die 10 Tage durchhalten und jeden Tag über 100 km laufen? 



Ein Teil der Tour als Karte und das Höhenprofil


Nun ja, also war ich dann mal wieder „Gassifahren“. Wobei es tatsächlich problematisch wurde, weil Joey irgendwann aus eine Pfütze gesoffen hat und ihm das in dem Fall nicht bekommen ist. Zum Glück waren wir schon wieder auf dem Rückweg. Wir haben also tatsächlich heute lange Zeit ein sehr, sehr langsames Tempo gehabt, eine längere Pause gemacht und viele kurze. Da ich ja vorgestern einen Weg ausprobiert habe, den ich sonst nur mal 100 Meter weit reingefahren bin, weil wir zu dem Zeitpunkt noch nicht so weite Strecken hatten, war ich heute dann wieder in Richtung Kuhburgsberg unterwegs. Im Gewerbegebiet auf dem alten Flugplatz hat sich eine neue Firma angesiedelt, die Hallen baut und ein Stückchen weiter beim „Schrottotto“ haben wir Bekanntschaft mit dessen Wachhund gemacht, der in Joey einen willkommenen Grund hatte, sich aufzuregen. Wenn man neben dem Partyhangar dann den Feldweg nimmt und sich rechts hält, kommt man beim ehemaligen Tierasyl heraus, quer dann die Straße und nimmt den Forstweg, der parallel zur Straße läuft. Gut, der ist – wie viele andere Wege im Moment auch – von Wildschwein und Co ziemlich aufgewühlt, aber noch befahrbar. 



Der ehemalige Schießstand oder was auch immer das mal war


Zwei Ecken weiter war dann das Gelände der ehemaligen Schießanlage und irgendwie hörte ein Weg auf, ein Trampelpfad fing an und... na ja, ein bisschen Abenteuer fing an, bis wir wieder einen regulären Weg unter Pfoten und Rädern hatten und dann in einem großen Bogen letztlich die Siedlung am Molchowsee erreicht haben und Richtung Schleuse gefahren sind. Da wurde es für Joey dann ganz spannend, denn es war ein Boot in der Schleuse. Ein Fischerboot mit Namen „Stör“ und das Interessante für Joey war der Hund, der vorne am Bug stand und alles beobachtet hat. Ein Hund vorne auf einem Boot! Das war ja was für ihn und gebannt hat er sich hingesetzt und erst einmal geschaut, wie die in der Schleuse verschwinden. Eigentlich hätte er auch gerne noch geguckt, wie die aus der Schleuse wieder rauskommen, aber das wollte ich dann nicht. Zurück ging es dann Richtung Alt Ruppin und über den Uferwanderweg. Wieder zu Hause hatten wir dann 15 km auf der App.


Wie so voll die Gassifahrer...







Sonntag, 13. November 2016

Aus der Fahrradwerkstatt

Hat so nix mit dem Text zu tun - Joey auf für ihn unangenehmen Untergrund.

Ui, einige Rückmeldungen besagen, das der Weg auf der anderen Uferseite, über den ich beim letzten Mal berichtet habe, tatsächlich auch von anderen als sehr schön und urig empfunden wird. Das freut mich!

Tja, was gibt es sonst? Mein MTB war in der Werkstatt. Das war ziemlich interessant, weil ich es ja erst ein paar Monate als Gebraucht-Rad habe – das ich hier von einem Fahrradladen gekauft habe und wo ich dachte, das ist halt soweit in Ordnung. Eigentlich ging es mir nur um einen Speichenbruch. Der sollte eigentlich da behoben werden, wo ich das Rad her habe. Nur... „jaaa, das mache ich dann irgendwann im Winter, im Moment habe ich dafür keine Zeit!“ - hä? Ok, da ich vorher mit anhören durfte, wie über Frauen abgelästert wurde – na ja, das brauche ich halt auch nicht.

Nun denn, auf dem Rückweg nach einer wirklich supertollen Tour durch Bechlin bin ich dann mit Joey an einer Fahrradwerkstatt vorbei gekommen und da einfach mal reinmarschiert mit Hund und Rad, weil ich dachte, ich brauche zumindest erst mal Luft auf den Reifen und dann könnte ich ja auch mal nach der Speiche fragen. Ich sage mal so... aus „die Speiche ist gebrochen, die müsste bitte zeitnah gewechselt werden...“ ist dann „oh, und die Feder hier hinten ist auf, und die Lager sind auch ausgeschlagen... und, und, und...“ geworden. Da habe ich echt nicht schlecht gestaunt. Ich meine, nach wie vor ist das Rockhopper ein Rad, das einfach hammergeil ist und eines, das ich mir nie hätte träumen lassen. Aber weil ich rund 20 Jahre lang kein MTB bzw. ATB mehr hatte, bin ich aus dem Metier halt ziemlich raus und habe ich dann beim Kauf ziemlich über den Tisch ziehen lassen. Aber – das ist ok so, ich habe daraus gelernt. Als ich zwei Tage später das Rad in der Werkstatt besucht habe, war es grad am „Marterpfahl“ und sah echt erbärmlich „nackig“ aus. Die Reperaturen wurden noch ein bisschen umfangreicher als erst gedacht. OK, aber letztlich ist ein gut funktionierendes Rad bei dem Sport den ich mache und wie ich den mache, ein großer Sicherheitsaspekt.

Kurz darauf war es fertig. Lager ausgetauscht, eine neue Feder mit anderem Winkel drin, Gangschaltung neu eingestellt, Steckbleche angebaut... alles in Ordnung. Dann habe ich Joey das Geschirr verpasst, ihn vors Rad gespannt und wollte mich draufschwingen. Äh... ja. „Huch, das ist gewachsen!“. Zweiter Anlauf – das Rad gefühlt 10 cm größer, die Feder nicht mehr weich wie Butter sondern ungefähr so weich wie Kiefernholz und das Hinterrad läuft durch die neuen Lager auch viel stabiler und sicherer. 



Gelernt habe ich, dass das vordere Steckblech (ist zwar aus Kunststoff, nennt sich aber Steckblech und ist ein Schutzblech, dass recht einfach an- und abmontiert werden kann) sich nicht so ganz mit der Zugleine verträgt und nach einiger Zeit aus der Verankerung gedreht wird. Na ja, ich wollte ja Steckbleche haben, weil jetzt die matschige Zeit kommt und so ganz ohne Schutzblech sehe ich halt dann auch mal von unten bis oben ziemlich gesprenkelt aus. Aber ich bin sicher, es gibt fast nichts, was sich nicht fixieren lässt. Weil es hier ja viele "Urban-Radfahrer" gibt, möchte ich euch ein recht aktuelles Video zum Thema Zughundesport nicht vorenthalten, das so wundervoll zum Thema "gesprenkelt" passt: Die Dryland-Meisterschaften in Frankreich! (klick mich, ich bin ein Link)  :-D . Leider, leider nur für Facebook-Nutzer, weil das Video nur dort zu finden ist. Denen aber viel, viel Spaß!

So ein wundervoll generalüberholtes Rad macht dann ja auch Lust, ein bisschen mehr auszuprobieren und das habe ich dann vor ein paar Tagen getan. Ich war mit Joey im Gutspark und wir sind dann noch den „Schneckenhügel“ rauf und ich hatte überlegt, ob ich den quer wieder runter fahren. Das habe ich auch gemacht, aber zum Lernen erst einmal ohne Hund. Der hat in der Zeit sein Echo aus dem Wald nebenan verbellt. Das Hügel herunterfahren hat sogar richtig Spaß gemacht, ich habe mir einige Trainingsvideos angesehen und mich bemüht, mich daran zu halten. 



jaaaa... so in etwa.


Dazu ein Schwank aus meinem Leben: Also ganz früher mal, als in Deutschland die MTB´s aufgekommen sind, hatte ich einen Freund, der für den ADFC die Karten gemacht und ab und an auch mal Bücher für das BIKE-Magazin rezensiert hat. Damals hatte ich mir von ihm mal das brandneue allersterste MTB-Buch ausgeliehen. Ich hatte ein ziemlich gutes ATB (All-Terrain-Bike, heute würde man dazu wahrscheinlich eher Cross-Bike sagen) und war von dem Buch hellauf begeistert. Nun ja, auf dem Weg zur Blindow-Schule gab es einen netten kleinen Absatz und ich so: "Boah, den springe ich jetzt rauf, wie war das noch mal? Gasgeben und dann die Bremse ziehen!". Gedacht, gemacht - und mit einem absolut filmreifen Überschlag habe ich MITTEN IM RAHMEN gesessen. :-D

Vielen, vielen Dank an Juhler-Bikes! Tolle Arbeit, ich bin echt happy!



Montag, 31. Oktober 2016

Bikejöring: Wuthenow - Gnewikow auf dem E10



Oh... schon so lange nichts mehr geschrieben. Na dann!


Die „Saison“ für den Zughundesport mit etwas mehr Tempo hat ja mit Erreichen der kühleren Temperaturen angefangen. Hurraaaa. Man merkt deutlich, wieviel mehr Spaß der Hund hat und wieviel weniger Pausen wir (meistens) brauchen. Von der längsten Distanz her haben wir uns so bei Pi-mal-Daumen 20 Kilometern eingependelt. Also im Moment. 


Gemeinschaftsanleger "Alte Schaar" Gnewikow


Erinnert ihr euch noch an unseren „Fahrradurlaub“? Wo ich mit Nick, zwei Hunden und Fahrradanhänger den E10 bei Wuthenow...? Also vor ein paar Wochen habe ich mich zu einer Hunderunde aufs Rad gesetzt und bin nach Wuthenow gefahren, alles unter der Prämisse: „Mal gucken, was da so kommt und wie weit wir kommen“. Wir sind am Friedhof dort vorbeigefahren, den Weg kannte ich so noch nicht – und siehe da, der Hochspannungsmast, an dem es zum Wanderweg am Wasser heruntergeht! Tja... und dann bin ich den Weg mit Joey auf dem MTB gefahren. Also meistens gefahren, die ganz krassen Steigungen und Abfahrten oder tiefere Stufen habe ich dann lieber geschoben. 




Aber es ist der Hammer gewesen! Soooo unglaublich toll – ich bin total begeistert. Etwas überrascht war ich, das ein größeres Stück vom Weg tatsächlich gefegt worden ist. Mitten im Nichts. Da, wo Nick und ich dann im Sommer abgebogen sind, war recht schnell erreicht und erst dachte ich dann: „Boah, gerade als der Weg gut wird, haben wir aufgegeben!“. Bis zu dem Punkt, wo ein gutes Stück vom Weg, der ein paar Meter über dem Wasser lang führt, abgebrochen ist und er sich zu einem ganz schmalen Trampelpfad verengt hat. 


auf dem E10
Vor ein paar Jahren war ich mit jemandem in der Schweiz. Oben in Kandersteg. Wir sind oben in den Bergen in einem viel besuchten Touristengebiet einen schmalen Wanderweg gelaufen, ähnlich schmal wie auf dem E10 – nur eben hoch oben in den Alpen. Auf dem Rückweg führte ein kleiner Wasserlauf über den Wanderpfad, daneben ging es steil bergab in einen See. Ich habe mich lange nicht getraut, da rüber zu laufen und alle wurden ein bisschen stinkig, weil ich so ängstlich war. Und nun fahre ich den E10 mit dem MTB und Hund davor und an einer Abbruchkante vorbei... die war nicht groß, aber vor einigen Jahren hätte ich wohl jeden für bescheuert erklärt, der gesagt hätte: „Da fahr mal lang und mit Hund vor dem Rad!“. 


Beim "Knick"
Kurz danach waren wir an dem „Knick“, wo der See etwa 90 Grad abbiegt. Durch die ganzen Bäume am Hang sieht man das Wasser nur ein bisschen durchschimmern – aber toll war es trotzdem – und dann kam ein umgestürzter Baum. Eine dicke Eiche, aber das MTB ist so leicht, das ich es dort problemlos rüberheben konnte. Weiter ging es auf dem schmalen Pfad, mal nach oben, mal nach unten, um Ecken, an Schrägen entlang. Dann wechselte ein Rehbock über den Weg – das war ja was für Joey! Der wäre am liebsten hinterher, konnte aber wegen der Leine zum Glück nicht. Es hat ein bisschen gedauert, bis er sich wieder halbwegs berappelt hat von der Aufregung und dann mit frischem Schwung vorwärts gesprintet ist. Ein paar Meter, bis zur nächsten Ecke, wo ich ihn abbremsen musste. 





Bei Gnewikow haben wir einen schönen Rastplatz gleich an einer kleinen Holzbrücke gefunden und beim Jugenddorf angekommen, haben wir dann für den Tag das Abenteuer auf dem E10 beendet und sind über die Landstraße zurück, auf der uns dann irgendwann ein einsames, schwarzes Auto entgegenkam. Just noch überlegt „Denn kennst du doch...“ und dann winkte und hupte es auch schon. Ich glaube, unser Bürgermeister hat in dem Moment gedacht: „Egal wo man ist, die sieht man irgendwie überall!“. 


Direkt auf der Straße... ließ sich leider nicht verhindern.

Zu Hause wieder angekommen, hatten wir dann rund 18 Kilometer auf der App und waren etwa 2 ½ Stunden unterwegs. Da ich ja nicht nur gerne längere Strecken fahre, sondern auch ein Faible für eher so abenteuerlichere Strecken habe, ist der E10 auf dem Abschnitt natürlich für mich eine meiner Lieblingsstrecken überhaupt. Das, was ich noch nicht fahren kann, werde ich versuchen, fahren zu lernen, denn letztlich habe ich ja auch das Rad dazu.

Donnerstag, 8. September 2016

Strecken suchen & finden - "Lass und mal gucken, wo der Weg langgeht..."

Letzten Sonntag wollte ich mit Joey dann endlich mal wieder eine MTB-Tour machen. Eigentlich von Walsleben aus. Aber Walsleben und Sonntags nachmittags ist etwas, was sich bei der Bahn irgendwie nicht so gut verträgt. Nicht schlimm, also bin ich mit Joey von Neuruppin aus Richtung Kränzlin gefahren - und wie gehabt, selbst als er vorne bei der Kränzliner Siedlung auf dem gemähten Grünstreifen hätte laufen können - nein, Asphalt sollte es sein.



Kurz vor dem Ort ist eine Kurve ist und auf der anderen Seite ein Schotterweg. Wenn die Aussicht ist, ansonsten auf Asphalt zu laufen, ist es doch bestimmt interessanter zu gucken, wo der Schotterweg hinführt.

Na ja und dazu kam halt, dass wir voll in Richtung "dunkler Himmel" gefahren wären und der Weg war quasi quer dazu. Während einer kleinen Pause, bei der Joey Wasser aus einer Tüte schlabbern konnte, habe ich dann die Komoot-App gestartet um zu gucken, was die über den Weg so sagt. Die sagte so etwas wie "das ist die Zufahrt zu einigen Windkraftanlagen!". Ah ja. Aber vielleicht geht der ja noch weiter??? Also weiter. Nein, der Weg endete für sich tatsächlich an so einer Windkraftanlage mitten in einem Acker. Also wieder umdrehen - und... Moment... da am Rand von Acker zu Gebüsch, da ist doch etwas!

Ja, da war etwas. 20 Meter weiter führte ein Feldweg wie Zauberei aus dem recht frisch bearbeiteten Acker. Also ganz am Rand gehalten und die 20 Meter das Rad geschoben um zu dem Weg zu kommen. Der führte uns dann an Bahngleisen ein Stück entlang bis zu einem anderen Weg der über die Bahngleise ging und auf der anderen Seite eine Unterführung unter der Autobahn erkennen lies. Sah ja toll aus, der Weg vom Untergrund her sowieso... also los.

Die Unterführung wird zum Viehtrieb verwendet, rundherum ist Weideland und entsprechend war er mit Elektrolitze abgezäunt und wir mussten über am Boden liegende Zaunlitze. Ich habe geschaut, ob die irgendwie mit dem E-Zaun verbunden war, sah nicht so aus, also drüber und gehofft, die ist tatsächlich ohne Strom.



Da der dunkler werdende Himmel darauf hinwies, das es über kurz oder lang regnen würde, haben wir uns dann neben der Autobahn auf den Weg zurück "gen Zivilisation" gemacht. Ich wollte schon immer mal wissen, ob man da lang kommt und wenn ja, wie. Nun weiß ich es und weil es vor uns eine frische Zweiradspur gab, scheinen wir nicht die Einzigen gewesen zu sein, die den Weg nutzen. Nur das wir halt noch nicht genau wussten, wo wir eigentlich landen.

Auf einem langen Stück Grasweg, der wirklich schön zu fahren war, hat Joey dann beschlossen, durchzugaloppieren. Das war absolut klasse und voll der Hammer! Zwei Kurven weiter ging es dann auf den "Weinberg" und da fing Joey an zu schwächeln. Genau in dem Moment kam der erste Blitz runter und es fing an zu tröpfeln. Fand ich nicht so ganz lustig mit dem Blitz... Joey auch nicht, der wollte eigentlich dann quer über den Acker, zur nächsten Versteckmöglichkeit. Durfte er aber nicht. Also hat er sich zusammengerissen und ist die letzten paar hundert Meter noch sehr zügig gelaufen.

Gelandet sind wir dann in Bechlin an der Kirche. Joey hätte sich gerne an die Mauer gedrückt, aber ich fand das doof, schließlich gibt es da ein Buswartehäuschen. Fand er dann auch besser, vor allem weil er sich da unter die Bank quetschen konnte. Ich habe seine Leine vom Rad gelöst und dann fing es auch so richtig heftig an zu schütten und zu gewittern. Nick und ich haben letztens Jahr einige Sacki-Videos  (klick mich, ich bin ein Link & Danke an Sacki für die ganze Arbeit!) zum Thema Waldlaufen geschaut und darunter war dann auch eines "Verhalten bei Gewitter". Ich dachte, wenn das Rad im Wartehäuschen vor uns steht, erhöht sich bei diesem Gewitter unweigerlich die Chance, gegrillt zu werden. Also ein Stück weiter an die Litfasssäule gelehnt und dann saßen Joey und ich fast eine Stunde lang in dem Bushäuschen fest. Meine Fresse, das hat ja gar nicht mehr aufgehört zu grollen, grummeln und donnern! Nach und nach lief dann das Wasser auch ins Buswartehäuschen und Joey lag im Nassen. War ihm egal. Der hat sich so klein gemacht, wie er nur konnte.



Als ich da so festgesessen habe, habe ich darüber nachgedacht, wie das wohl ist, wenn man durch einen Blitz gegrillt wird. Ich habe Nick angerufen, der soll sich keine Sorgen machen und dann kam irgendwann eine Nachricht von meiner Tochter, ob bei uns auch so ein scheiß Wetter wäre und die andere Tochter und mein Mann haben sich eingeklinkt (wir haben einen familiären Gruppenchat dank meiner ältesten Tochter) und so war es ein netter Zeitvertreib. Aber komisch, das in ganz Deutschland so ein scheiß Wetter zu sein schien.

Ich schätze, ich habe später über eine viertel Stunde gebraucht, um Joey zu motivieren, unter der Bank wieder hervorzukommen und das wir weiter fahren - zwar im Regen, aber weiter und nach Hause. Da angekommen klappt es dann meistens ganz reibungslos in solchen Fällen - Junior kümmert sich um den Hund, nimmt ihm das Geschirr ab und rubbelt ihn mit den Hundehandtüchern trocken und ich kann sofort unter die heiße Dusche verschwinden und mich aufwärmen.

Die große Überraschung kam dann aber nach dem Abendessen - es klingelte an der Türe und meine Tochter war da. Einfach so. "Mal eben zu Mama fahren". Wobei "Mal eben" in dem Fall 360 km einfache Strecke sind. Das war total schön!  Auch wenn sie dann meinte, so gegen halb vier müsste sie wieder losfahren um morgens rechtzeitig auf der Arbeit zu sein. Egal. Die Überraschung ist jedenfalls sehr, sehr gelungen. Ich dachte, ich sehe die erst Weihnachten wieder.

Whow, wenn ich merke, das ich irgendwie doch verdammt viel richtig gemacht habe, was meine Kinder anbelangt...



Freitag, 29. April 2016

Huiiii... wir sind wieder mit dem Rad unterwegs!

Da es Joey wieder gut geht, spanne ich ihn wieder an. Die ersten Runden waren recht kurz und ich habe das Sparta-Rad genommen und ihn am Bauchgurt eingeklinkt.

Dann gab es vorgestern eine etwas längere Runde, meistens entstehen die Strecken ja beim fahren. So auch in dem Fall. Sie ist 11,2 km lang und wir haben recht viel Wegstrecke, die Joey auf hundefreundlichem Untergrund laufen könnte. Wenn er denn auf Sand, Erde oder Grasstreifen laufen würde. Macht er meistens nicht, wenn es als Alternative Steine, Beton oder Asphalt gibt.

Das Sparte hat jetzt ein endgültig demoliertes vorderes Schutzblech, weil er z. B. eine Vollbremsung hingelegt hat, als wir beim abgerissenen ALDI vorbeigekommen sind. Da war ein Bagger mit Presslufthammer und er musste natürlich gucken wie so ein kleines Kind. Baustelle, Bagger gucken! Toll!

Er hat sich dann noch mehrfach verheddert, was halt passiert, wenn wir ohne Bikeantenne fahren und damit haben sich die Streben vom Schutzblech verabschiedet. Was noch lustig war: "Joey, los, hopp..." und Joey zieht an. Nur das ich ihn ja am Bauchgurt eingeklinkt hatte und fast über den Lenker gezogen worden bin. Gut, das er nur 20 kg wiegt. Beim Leonberger hätte ich segeln gelernt.




Wir sind über Brasch-Platz, Landgericht, Trenckmannstraße/Wasserwerk, Stille Pauline dann zum Kreisel an der Fehrbelliner Straße gefahren.  Dann über den Skaterplatz und an der Klinik vorbei zum Gutspark und vor dort aus über Bechlin zur Siedlung Kränzlin. Dort gibt es einen Feldweg, der hinten zur Mesche führt. Da dort im Moment keine Rinder grasen, ist es eine tolle Galoppstrecke auf Wiesenboden für Joey.

Vorgestern sind wir dann vor einer dunklen Wolke weggefahren, die den Graupelschauer in sich hatte. Es hat nicht so ganz geklappt und  trotz Hund anfeuern haben wir noch eine ziemliche Portion davon abbekommen, bevor wir uns kurz beim Netto untergestellt haben.

Heute gab es diese Tour also mit dem Sportrad bei besserem Wetter. Und wieder eine tolle Modderpfütze nach dem Gutspark, nette Hundebegegnungen und viel, viel Spaß mit dem Rad. Durch die Vollfederung ist das Fahrverhalten ja ein bisschen anders und ich muss immer dran denken, mir genug Taschentücher einzupacken. Weil ich so dermaßen durchgeschüttelt werden, das ich mir ständig die Nase putzen muss.

Joey hat es vor dem Rad natürlich leichter mit dem Ziehen und so war die Durchschnitts- geschwindigkeit heute höher und die Galloppstrecken länger. Wieder in der Innenstadt, war er irgendwie noch nicht ganz ausgelastet. Na ja. Vielleicht sollten wir dann mal wieder auf 15 km gehen. Aber ich brauche irgendwie noch einen anderen Sattel auf dem Ding. Für längere Strecken ist der bei mir zu schmal und es wird unangenehm. Mal gucken, was sich so findet.

Falls ihr übrigens gerne mal neue Musik entdeckt (wobei, ich weiß ja nicht, ob der tatsächlich so neu ist, da wir kein Radio hören): Benne. (<- klick mich, ich bin ein Link).  Einer der relativ neuen jungen Liedermacher. Absolut tolle Texte mit viel, viel Tiefgang die gerade so wunderbar passen.

Da ich im Moment am vierten Alien-Bild arbeite, höre ich es nebenbei rauf und runter. Die ersten drei sind gestern aus dem Großlabor als Fotoabzüge gekommen und ich bin sowas von glücklich! Die sind einfach wunderschön geworden und die ersten beiden sind schon gerahmt.

So, dann denkt dran, dass am 1. Mai die neue Ausstellung in der Galerie Kunstraum (<- Link) eröffnet wird, ich habe Bunk & Bunk heute im Tempelgarten getroffen, hach, spannend!!! Gestern habe ich Uschi Jung (<- Link) in ihrem Werkraum in der Bilderbogenpassage besucht. Wenn ihr dort derzeit durchs Schaufenster seht - dort hängen viele, viele Bilder die sie in Berlin in Wohnungsfenstern von dem Gebäude hatte, das den "Kunstraum auf Zeit" beherbergt hatte. Falls ihr euch wundert, was da sonst noch so herumliegt... es sind Sachen aus dem entsprechenden Haus, was ja zum Abriss geräumt wurde. Eigentlich passt das verlinkte Lied "Nie mehr wie immer" von Benne auch ganz gut dazu...

Nächstes Wochenende gibt es Offene Ateliers mit Workshops etc., das dürft ihr euch gerne schon mal vormerken, in den nächsten Tagen dazu mehr.



Freitag, 8. April 2016

Flugplatzgeschichten, Bikejöring und Matsche...

Hier sind wir wieder... die letzten Tage waren wie üblich recht interessant. Mit Joey habe ich vorgestern eine Bikejöring-Tour gemacht und bin dabei über den Flugplatz gefahren. Weil ich dann in der Pampa einen Kombi mit geöffneter Heckklappe und jemanden mit Müll hantieren gesehen habe, bin ich dort hin gefahren.


Das war sehr interessant. Also der Typ schmeißt Planen auf einen großen Müllhaufen, kippt dann noch eine Tasche voller Müll drüber und will mir erzählen, das er nur aufgeräumt hat. Müll von einer Ecke in die andere. Was für eine heroische Tat! Das hat er mir dann auch lang und breit erklärt, das er öfters mal kommt um dort „aufzuräumen“. Ah ja. Aber wer aufräumt, der sorgt doch eigentlich dafür, das Müll in ein Auto gepackt wird um ihn vernünftig zu entsorgen – und nicht dafür, das aus einem Auto noch mehr Müll dort abgeladen wird – oder? Ich habe ihm dann gesagt, das die BIMA sich sehr freuen wird und das Ordnungsamt wahrscheinlich auch. Mit BIMA konnte er nichts anfangen – aber das ist dort der Grundstückseigentümer. Das Gelände gehört ja wem und zwar letztlich dem Staat. Bis auf bereits verkaufte Flächen dort.

Das ich dann noch Fotos gemacht habe, hat ihn überrascht, er hat gefragt wofür und ich habe ihm gesagt, fürs Ordnungsamt. Illegale Müllentsorgung wird ziemlich teuer, ein paar tausend Euro, er soll schon mal anfangen, zu sparen und sein Märchen kann er dem Ordnungsamt erzählen. Letztens hat dort jemand sogar einen toten Hund entsorgt. Der wurde von Nicole vom Tierschutzverein dann aufgesammelt und im Garten ihrer Mutter anständig begraben. Danke dafür!

Tja und dann wollte ich einen der beiden Wirtschaftswege nutzen um hinten gen Kränzlin zu kommen. Da liefen aber Schafe und ich habe dann Joey ans Halsband geklinkt, dicht bei Fuß genommen und mir die ca. 100 Meter breite Lücke zwischen den Schafen gesucht um dort ruhig mit dem Hund durchzulaufen. Dann kam der Schäfer mit seinem Hütehund an und hat mir erklärt, das wäre alles verkauft und da hätte niemand mehr was zu suchen.

Ich habe ihm erklärt, davon wüsste ich nichts, es wäre nicht ausgeschildert das es nun Privatgelände ist und auch nicht abgezäunt. „Aber das hat in der Zeitung gestanden!“ - ja, und was ist, wenn ich keine Zeitung bekomme? Habe ich dann Pech gehabt oder was? Auf jeden Fall erklärte er mir dann noch, das er und seine Leute es sehr bedauern, dort keine Hunde ABSCHIESSEN zu dürfen. Ich habe ihm gesagt, wenn das einmal passiert, wäre aber was los. Ja und dann wurde mir erklärt, wenn sein Hütehund meinen Hund (der angeleint ganz dicht bei mir war...) anfallen würde, hätte ich Pech gehabt. Ich habe ihm dann erklärt, das auch das nicht so wäre, denn wenn sein Hütehund meinen angeleinten und dicht bei Fuß gehenden Hund anfällt, würde ich sofort Anzeige erstatten. Sind wir hier im wilden Westen oder was?

Dann erklärte er noch, wie schädlich Hundekot ist und das Lämmer an den Würmern sterben. Ah ja. Also jemand, auf dessen Gelände über 100 Schafe laufen und der etwa 6 Hunde herumlaufen hat, die alle keine Windeln tragen oder so, und der sich ein Gelände zulegt, auf dem Wildtiere laufen, verwurmte Füchse und so weiter, will MIR erklären, wie unglaublich schädlich ausgerechnet Haufen von Haushunden sind, die zum größten Teil durchgeimpft und regelmäßig entwurmt werden? Toll. Welch bahnbrechende Intelligenz! Ich finde es ja auch sehr bewundernswert, das man zwar immer wieder liest, welche Probleme die Schafhalter aufgrund der niedrigen Fleischpreise etc. haben – aber die schaffen es tatsächlich, von der Herde so zu leben, dass sie durch die Erträge mehrere Leute, das Grundstück und die optimale gesundheitliche Versorgung aller Tiere dort gewährleisten können. Denn natürlich gehe ich davon aus, das die Schafe dann ALLE regelmäßig entwurmt werden, die Hunde ebenfalls und es ist natürlich super, wenn da irgendwer mindestens einmal am Tag über ein paar Hektar Grundstück läuft um den Mist seiner Hunde einzusammeln, damit die Lämmer nicht gefährdet werden.

Das Gelände war jahrelang für jeden zugänglich und wurde rege genutzt. Das sollte ein Käufer wissen, der dort seine Schafe seit langem hält. Entsprechend ist es völlig unverständlich, das sie nicht wenigstens einen ihrer vielen mobilen Zäune dafür nutzen, um allen klar zu machen, das es nun Privatgelände ist, dort entsprechend Schilder dran machen – sondern lieber massive Drohungen aussprechen, anderen Menschen und Hunden zu schaden, selbst wenn die Hunde angeleint bei Fuß laufen. Das finde ich ziemlich krass – und es ist doch auch sehr verwunderlich, das zwar für relativ moderne Gerätschaften Geld da ist – aber wenn es um ein paar Schilder und einen Zaun geht, egal wie einfach der ist, dann ist kein Geld da. Dann ist nicht einmal die Einsicht da, dass so etwas schon sehr sinnvoll wäre.

Was mich auch ziemlich gestört hat... ein Stückchen weiter vorne war eine Fläche mit Kies. Dort gab es – wie überall auf dem Gelände – Bodenbrüter und dem Untergrund angepasst Pflanzen. Die ist einfach mal kaputt gemacht worden. Naturschutz ist also auch nicht deren Ding. Bedauerlich. Wo ich übrigens bei Naturschutz bin... denkt bitte daran, das jetzt (1. April - 15. Juli) die BRUT- UND SETZZEIT ist und Leinenpflicht herrscht, um die Wildtiere zu schützen!


Nun denn, ich bin dann den Wirtschaftsweg gefahren, weil ich eh kurz davor war und hatte dann wenigstens noch eine restliche nette Runde mit Joey und dem neuen Rad, das sich echt bewährt hat. Es hat riesig viel Spaß gemacht, durch viele Schlaglöcher zu fahren, durch Matsch und über Gras und ist einfach ein himmelweiter Unterschied zum Sparta. So als waschechter Skorpion gehöre ich zum Charakter "himmelhoch jauchzend - zu Tode betrübt" und genieße deshalb wirklich jede Minute, in der ich gute Laune habe, weil ich einfach weiß, es kann in jedem Moment wieder völlig anders sein. Das ist dann ein bisschen wie die Maus Frederik, die Sonnenstrahlen für den Winter sammelt. (Videolink)



Auf dem Rückweg sind wir dann an der Mesche entlang gefahren, wo relativ weit hinten zum Bahndamm hin bei schlechtem Wetter mehr als die Hälfte der Straße zu einem See wird. Es war noch ein kleines bisschen Modderwasser übrig, genug für Joey, um sich reinzulegen und mir klar zu machen: „Ich bleibe jetzt hier liegen!“ - ok, nach fünf Minuten konnte ich ihn dann mit der Frage: „Möchtest du einen Keks?“ dazu bewegen, aufzustehen. Ich gönne ihm seine Matschpfützen. Aber er muss noch lernen, das auf jede Matschpfütze dann zu Hause eine Dusche folgt.

Abends war ich dann noch auf einer Veranstaltung, dazu aber mehr auf der Stadt-Ratte... da gibt es dann auch gleich passend dazu ein neues Portraitbild von mir :-D

Ansonsten trainieren wir gerade sehr intensiv auf fast jeder Hunderunde einige zusätzliche Kommandos bzw. bestehende Kommandos werden einfach intensiver geübt. Ich habe bei einem Bericht über Suchhunde irgendwann gelesen, das die für die Suche ein Halsband bekommen, das sie nur dann tragen und sie so gelernt haben: „Jetzt ist Arbeitszeit!“. Ziemlich ähnlich handhabe ich das bei Joey. Zuggeschirr bedeutet, er darf überwiegend ziehen wie doof und wenn wir halt jetzt die anderen Sachen trainieren, bekommt er ein zusätzliches Halsband um. So lernt er nach und nach, das immer, wenn er genau DAS Halsband trägt, er sich auf einer Hunderunde mehr Mühe geben und achtsamer sein soll.

Auf jeden Fall ist es sehr spannend, ihn so intensiv auszubilden und er ist jetzt auch der „super gelehrige Hund“, als der er mir damals von der Tierhilfe angepriesen wurde. Was auch bedeutet, es macht tatsächlich viel Spaß, mit ihm jetzt an „Feinheiten“ zu arbeiten – und es tut uns beiden letztlich auch gut. Was er unter anderem lernt ist, bei Treppen zu stoppen. Einmal wenn es herunter geht, sich hinzusetzen und damit klar zu machen: „Da geht es jetzt runter“ und wenn es eine Treppe nach oben geht, mit den Vorderpfoten auf der ersten Stufe stehen zu bleiben und so zu zeigen: „Da geht es jetzt hoch, pass auf...“. Auf Riffelplatten an Straßenkanten setzt er sich mittlerweile überwiegend schon alleine hin. Auch schön: es klappt relativ gut, ihn dann von „Feinden“ abzulenken. Weil er sich einfach mehr auf mich konzentrieren soll. Wobei es gestern dann fast wie im Märchen „Der Teufel mit den drei goldenen Haaren“ war – ich hatte zwei Bulldoggen recht früh am Rosengarten gesehen und bin mit Joey um die Hecke ausgewichen, das er sie nicht so schnell sieht. Das ging auch recht gut, die Besitzer sind mit den Hunden dann ins Haus verschwunden. Aber wir sind dann dort entlang, wo sie gelaufen sind. Und zack, Nase in die Luft „Ich rieche... ich rieche... BULLDOGGEN!!!!“ - im Märchen muss ein Mensch die drei goldenen Haare vom Teufel besorgen, versteckt sich dort in der Höhle und der Teufel sagt. „Ich rieche, rieche MENSCHENFLEISCH!“.




Dienstag, 8. Dezember 2015

Unterwegs in...

Boah, Leute, ich warne euch... wenn ihr einen Sporthund habt, dann habt ihr einen Sporthund. Der will dann was tun. OK, ich auch. Gestern waren wir etwas über 11 Kilometer unterwegs, das war sehr nett und heute solle es wieder losgehen. Wie lang... mal gucken, wohin die Strecke und führt. 


Wir sind dann über den Seedamm, wo es eine Begegnung mit einem anderen Hund gab. Joey muss bei vielen Hunden ja noch ein bisschen üben, wie man ordentlich "Guten Tag" sagt. So auch bei diesem Hund, der zudem noch einen Ball in der Schnauze hatte.  Ich hatte ihn zwar schon kurze hinter dem Geschirr, aber in diesem Fall hat das auf dem schmalen Weg nicht ausgereicht, er ist dann rübergeschossen und wollte auf etwas ruppigere Art und Weise "Hallo" sagen. 



Letztens ist übrigens ein Buch gekommen, das "Leben will gelernt sein" heißt und über das Leben und die Arbeit mit deprivierten Hunden berichtet. Ich habe es noch nicht durch, aber bereits nach 10 Seiten war klar, dieses Buch sollte MINDESTENS jeder lesen, der einen Tierschutzhund aus dem Ausland holt. Oder einen Laborhund. Oder einen vom Vermehrer... es ist supergut geschrieben und es kullterte ein Stein nach dem anderen - schon auf den ersten Seiten! Da ging es auch darum, das Hunde wie Joey oft ein massives Problem haben, mit anderen Hunden richtig umzugehen. Weil sie es halt nicht gelernt haben. 



Abgeschweift. So, und nun will ich gar nicht mehr so viel schreiben, sondern euch einfach mit ein paar Bildern an unserer Tour teilhaben lassen...


...die übrigens nach Nietwerder ging. Da sind wir letztens schon mal durchgefahren nach Wulkow und heute haben wir da mal ein paar Wege ausprobiert. 


Nietwerder ist übrigens eines der wenigen Dörfer, die auf den Ratssitzungen und in Ausschüssen noch vertreten werden. Ansonsten haben viele, viele Ortsvorsteher und Ortsbeiräte die Segel gestrichen und lassen sich nicht mehr blicken. Was natürlich dann erst recht problematisch ist, wenn es um die Rechte und Interessen der eingemeindeten Dörfer geht.


Aufgenommen sind die Bilder mit der SJ5000X Actioncam.  Bei der muss ich noch die Datumsanzeige ausstellen, habe ich dann gemerkt.

Insgesamt war die Tour etwas über 13 Kilometer lang - und damit haben wir dann seit Anbeginn der Bikejöringzeit 572 Kilometer hinter uns gelassen und haben dafür 62 Tage gebraucht.

Mittwoch, 25. November 2015

Spannend, spannend, SPANNEND!

noch nicht das Gelände, aber da in der Gegend...

Ich hatte  euch ja letztens auf die beiden Beiträge in der Stadt-Ratte verwiesen, die sich mit dem geplanten Grundstücksankauf der Stadtwerke befassen.

Heute habe ich die fast tägliche Bikejöring-Tour genutzt, um mir das Gelände mal ein bisschen mehr von verschiedenen Wegen aus anzusehen. Das hat sehr viel Spaß gemacht, es war zum Teil supermatschig - aber Joey und ich hatten viel Spaß.



Hier ein paar Eindrücke von dem Gelände, auf dem die Stadtwerke Bäume als nachwachsende Rohstoffe anpflanzen möchten und aus denen sie dann Energie gewinnen wollen. Das Gelände ist im Landschaftsplan als multifunktionales Erholungsgebiet eingetragen, muss aber von Kampfmitteln geräumt werden, was die Stadt nicht leisten kann, weil sie pleite ist. 




Ich versuche gerade mit vielen, vielen, VIELEN Ideen, die Interessen der Stadtwerke mit den möglichen Interessen von verschiedenen Gruppen irgendwie in Einklang zu bringen. Diese Interessen der Bürger (und dann das große Geschrei von wegen Mauschelei und Intransparenz) entsteht spätestens dann, wenn mehr Leute mitbekommen, das diese Fläche nun einmal auch zur Naherholung gedacht ist. Denn ganz ehrlich - so ein Grundstücksdeal geht doch 95 % der Neuruppiner so lange am Allerwertesten vorbei, bis sie ein Haar in der Suppe finden um wieder rumzumaulen und "scheiß Politiker, scheiß Verwaltung!" zu brüllen. Meistens ist das dann zu spät um irgendwie noch was zu bewirken außer frust und halbgaren Notlösungen. 

Vielen Dank geht an dieser Stelle an die wunderbare begeisterte Unterstützung von Andre. 

ein Teil von dem Gelände

Und ich bedanke mich jetzt schon mal bei Katja und Steffi für die Tipps in punkto Reitwege und die Hinweise auf den zunehmenden Reittourismus. Große Klasse! Da mein Versuch, irgendwie schon mal BMX-ler zu finden, leider bislang ins Leere gelaufen ist, habe ich mir aber zumindest einige Videos von Dirt-Bahnen angeschaut, die zum Teil als Jugendinitiative von Städten gebaut worden sind, wie z. B. in Moers. 

Dann habe ich mir natürlich noch MTB und Crossrad-Videos angeschaut und mich mit Single-Trails beschäftigt. Der absolute Hammer und wenn man von Anfang an die verschiedenen Ideen mit in die Planung nimmt, guckt, was machbar ist, was nicht und dem Ganzen letztlich auch einen Rahmen gibt, sich über Jahre entwickeln zu können... ja, dann wäre das schlichtweg der Hammer.  Denn ohne Frage kann man auf dem Areal beides vereinen. Mit guten Willen, vielen Ideen und vor allem auch viel Engagement, das zum Teil eben auch von denen kommen muss, die davon profitieren möchten. 

Habt Ihr Ideen, was man noch machen könnte? Was würdet ihr euch an Möglichkeiten auf so einem Gelände wünschen - wenn ihr bedenkt, das es in erster Linie eine Fläche für Holzanbau sein wird? Also 3000 qm Enduroareal könnt ihr z. B. vergessen. 


Hände in den Taschen lassen, Ausreden, was man im TV verpasst aber im Nachhinein die große Klappe aufreißen... das geht einfach nicht. Das ging eigentlich noch nie, wird aber immer wieder gerne praktiziert. Aktuell sieht man es an der Tannenbaumdiskussion auf dem Schulplatz... nix selbst machen wollen, aber Ansprüche stellen und andere als untätig und faul bezeichnen, die sich Mühe geben. Träume, die in Erfüllung gehen, bekommt man nicht einfach geschenkt - meistens ist es viel Arbeit. Und eine absolut lebenswerte Stadt mit vielen Möglichkeiten ist als Traum doch wohl kaum noch zu toppen - oder? Also, bewegt eure Gedanken, danach eure Finger und überlegt mit, damit ihr - sollte alles irgendwie klappen - voller Stolz sagen könnt: "Da habe ICH MITGEMACHT!".

Am Ende hatten wir rund 15 km beim heutigen Wetter hinter uns. Der Hund hat quasi eine trennende Mittellinie von Dreck zu sauber, mein Rad sieht ganz bäääh aus - aber wie schon geschrieben - wir hatten echt viel Spaß auf der Tour. Damit wären dann jetzt für diesen Monat knapp 150 Kilometer "gejört" und insgesamt 482,22 Kilometer, seit dem wir im September angefangen haben.