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Mittwoch, 5. Juli 2017

Wenn – dann... oder die Sache mit der Möhre und dem Esel.


Kennt ihr das Bild mit dem Esel und der Möhre an einer Angel? Manchmal sieht man das auch mit Ponys. Ich habe mal während der Kakaozeit mit Nick ein bisschen nebenbei rumgemalt...





Der Hintergedanke ist, den beiden als stur geltenden Spezies etwas so Verlockendes vor die Nase zu halten, dass sie dafür tun, was man möchte – auch wenn sie das Lockmittel womöglich nie erreichen werden. Eigentlich ist es so ein „WENN – DANN“-Prinzip: „WENN du tust, was ich will DANN bekommst du...“.  

Wie das mit einem Hund und einer Angel funktioniert, seht ihr übrigens HIER (klick mich, ich bin ein Link)




Tiere sind da relativ problemlos zu trainieren – und sie hören mitunter auch recht flott auf, wenn sie irgendwann merken: Ich mache, aber da kommt so gar nix mehr. Nicht einmal mehr zwischendurch. Wobei es bei Tieren auch relativ einfach ist, denn bei denen reicht es aus, die Grundbedürfnisse als Belohnung zu offerieren: Futter, Streicheleinheiten/Aufmerksamkeit, Ruhe/Spaß/Freizeit. Denen sind Dinge, die für Menschen wichtig sind, relativ egal. Der Unterschied zwischen Tieren und Menschen beim Thema Belohnung ist auch, dass man Tiere sofort belohnen muss, wenn man sie für eine gute Sache loben möchte. Denn nur dann können sie das, was sie gut gemacht haben mit der Belohnung auch in Verbindung bringen und lernen „wenn ich DAS mache, dann bekomme ich dafür etwas Tolles!“. Zu sagen: „Wenn du jetzt schön sitz machst, dann bekommst du in einer Stunde / morgen / übermorgen eine Belohnung dafür!“ sorgt für keinen Lerneffekt. Im Gegenteil, vielleicht macht das Tier gerade etwas ziemlich Blödes, wenn es die Belohnung für vorhin / gestern / vorgestern bekommt und verknüpft genau das Blöde dann mit der Belohnung. „Hurraaa, wenn ich mich scheiße benehme, werde ich dafür belohnt!“. Will ja auch keiner.


Bei Joey klappt es immer besser mit den Hundebegegnungen. Weil wir viel mit positiver Verstärkung arbeiten, er gelernt hat und immer wieder erlebt: Stelle ich mich bei einer Begegnung mit einem anderen Hund nicht blöd an, ist es toll für mich! Denn ich habe selbst weniger Stress und bekomme auch noch Kekse dafür! Das ist übrigens absolut wunderbar, wie gut es meistens klappt. Und selbst, wenn es noch Stress und Situationen gibt, wo es aus verschiedenen Gründen NICHT möglich ist, mit positiver Verstärkung (so wie sie sein sollte) zu arbeiten, geht es schon deutlich besser. Etwaige Klugscheißer, die jetzt kommen, sollen sich mal mit Joey 10 Metern von den Beageln aus der Nachbarschaft hinstellen und versuchen, die Situation mitten in der Stadt im Verkehr mit nur positiver Verstärkung hinzubekommen. Also mit Zureden, Alternativverhalten, Ausweichmöglichkeit bliblablubb, ganz nach Lehrbuch. GEHT NICHT IMMER. Vergessen die Hundeplatzleute aber liebend gerne.


Nun aber zu den Menschen: Weil uns Menschen aber auch viele andere Dinge wichtig sind, kann man mit Menschen viel besser so eine Art „Möhrenangelspiel“ betreiben. Man wirft eine unsichtbare Angel aus, an deren Ende etwas baumelt, was jemand gerne hätte oder machen würde, der sich relativ leicht beeinflussen lässt.


Auf Facebook sind es viele Fake-Gewinnspiele. Ich könnte euch ad hoc drei Namen nennen, die immer, immer und immer wieder auf die simpelsten Fake-Gewinnspiele reinfallen. Das ist unglaublich - aber die Hoffnung stirbt zuletzt. So werden sie auch in fünf Jahren immer noch Fake-Gewinnspiele teilen. Selbst wenn sie zwischendurch noch dreimal pro Jahr lesen durften, dass es einfach nur „Klick mich, teil mich und ich habe deinen Namen, der mir verrät, wie leichtgläubig du bist – vielen Dank!“ war.


So eine „unsichtbare Möhre“ kann aber auch eine Zusage sein, die gegeben wird. Und wenn ihr euch etwas wünscht, wie zum Beispiel mehr gemeinsame Zeit mit jemandem und der sie euch in Aussicht stellt... na, dann vergrätzt ihr den ja nicht unbedingt sofort – oder? Oder wenn euch Hilfe angeboten wird für eine Sache, die ihr gerne erledigt hättet, das aber alleine nicht so hinbekommt. „Klar, mache ich dir, gar kein Ding...“ - und schwupps, schon ist man zu dem „Klar mache ich, gar kein Ding...“ nett und freundlich. Und nett und freundlich, wenn „viel Arbeit im Moment...“ kommt, nett und freundlich wenn „Sorry, Fußball...“ kommt, „ach Mist Havarie... geht nicht“, „oh, Werkzeug vergessen“ kommt oder was auch immer. Schlichtweg, immer wenn es dann nicht geht, weil irgendwo ein Furz quer sitzt, nimmt man es erst einmal mit einem freundlichen Lächeln hin und gibt sich selbst gerne Mühe, etwas zu machen, denn irgendwann, irgendwann bekommt man ja etwas zurück. Zumindest wird einem das suggeriert.


Weil wir Menschen sind und viel leichter und verständlicher mit anderen Menschen kommunizieren können als mit Tiere, ist es deshalb auch kein Problem, mit einer „Belohnung“ oder eben „Gegenleistung“ auf später zu vertrösten. Wir lernen irgendwann als Kind, was das Wort „später“ bedeutet und je älter wir werden, desto besser und geduldiger können die meisten von uns das Wort umsetzen – wenn „später“ nicht Wochen oder Monate oder gar Jahre später bedeutet.


Man kann auch bei Menschen mit positiver Verstärkung arbeiten. Es gibt Trainer, die sogar Aufgaben bei Kindern clickern. Das klingt zwar auf den ersten Blick etwas schräg, kann sich aber je nach Aufgabe und Kind als enorm hilfreich erweisen. So habe ich ein Video gesehen, wo in den USA einem Kind mit einer speziellen Behinderung beigebracht wird, Schnürsenkel zuzubinden und eine Schleife zu machen. Die Erfolge wurden geclickert – und nachher durfte das Kind seine Mutter dabei clickern. HIER (klick mich an, ich bin ein Link) seht ihr, wie ein kleines Kind lernt, seine Medizin zu nehmen ohne sie wieder auszuspucken. Positive Verstärkung ist aber nicht nur clickern (manchmal ist clickern auch das genaue Gegenteil geworden). Es ist letztlich das belohnen von erwünschtem Verhalten durch etwas Positives – und damit das Fördern von erwünschten Verhaltensweisen durch positive Motivation. Und da ist es völlig egal, ob es ein Hund, ein Pferd, ein Kamel, ein Delfin, ein Huhn oder eben en Mensch ist. Jeder freut sich über eine positive Bestätigung, wenn er etwas gut gemacht hat – und das nicht nur als Baby und Kleinkind („hattuuu Kakakaka gemacht???? Feiiiiiinnnn!“) oder als Schüler. Das Problem bei Menschen ist nur, dass ihre Auffassung von „das habe ich gut gemacht“ mitunter enorm unterschiedlich sind.


Wenn Joey zum Beispiel etwas richtig blöd macht, dann bekommt er natürlich dafür kein Lob, sondern eher eine klare Ansage, dass es ziemlich doof war. Das kann er einordnen – seine Blicke sprechen dann Bände und oft ist es ihm auch sichtlich unangenehm. Da hat er eine wirklich sehr ausgeprägte Mimik. Ein Mensch ist uns aber sehr ebenbürtig – und da tritt dann oft ein Problem auf. Denn was wir selbst vielleicht nicht gut finden und nicht positiv bestätigen, findet derjenige, der es getan hat, vielleicht selbst ganz obersuperklassetoll. Und ist angefressen, weil wir das in unseren Augen schlechte Verhalten definitiv nicht belohnen wollen. Warum auch? Es wurde in den letzten Jahrzehnten so viel Mist belohnt, dass in vielen Bereichen die Bildung und Qualität komplett abgekachelt sind. Wenn ich positive Bestätigung langfristig für jeden kleinen Kram gebrauche, fehlt langfristig ein Anreiz, etwas zu verbessern.


Ich habe übrigens schon als kleines Kind sehr gerne gemalt. Und ich habe irgendwann gemerkt, wenn ich ein Bild meinen Eltern zeige, dann kommt oft „Jaja, toll!“. Das ist aber selten ein wirklich ehrliches Lob gewesen, sondern eher so ein „schön, und jetzt verschwinde!“. Wenn man als Kind merkt, dass ein Lob / die positive Verstärkung eher so ein Abwimmeln ist... zumindest für mich war das traurig. Es wäre nicht schlimm gewesen, WENIGER Lob zu bekommen, wenn es dafür aufrichtiger gewesen wäre.





Freitag, 8. April 2016

Flugplatzgeschichten, Bikejöring und Matsche...

Hier sind wir wieder... die letzten Tage waren wie üblich recht interessant. Mit Joey habe ich vorgestern eine Bikejöring-Tour gemacht und bin dabei über den Flugplatz gefahren. Weil ich dann in der Pampa einen Kombi mit geöffneter Heckklappe und jemanden mit Müll hantieren gesehen habe, bin ich dort hin gefahren.


Das war sehr interessant. Also der Typ schmeißt Planen auf einen großen Müllhaufen, kippt dann noch eine Tasche voller Müll drüber und will mir erzählen, das er nur aufgeräumt hat. Müll von einer Ecke in die andere. Was für eine heroische Tat! Das hat er mir dann auch lang und breit erklärt, das er öfters mal kommt um dort „aufzuräumen“. Ah ja. Aber wer aufräumt, der sorgt doch eigentlich dafür, das Müll in ein Auto gepackt wird um ihn vernünftig zu entsorgen – und nicht dafür, das aus einem Auto noch mehr Müll dort abgeladen wird – oder? Ich habe ihm dann gesagt, das die BIMA sich sehr freuen wird und das Ordnungsamt wahrscheinlich auch. Mit BIMA konnte er nichts anfangen – aber das ist dort der Grundstückseigentümer. Das Gelände gehört ja wem und zwar letztlich dem Staat. Bis auf bereits verkaufte Flächen dort.

Das ich dann noch Fotos gemacht habe, hat ihn überrascht, er hat gefragt wofür und ich habe ihm gesagt, fürs Ordnungsamt. Illegale Müllentsorgung wird ziemlich teuer, ein paar tausend Euro, er soll schon mal anfangen, zu sparen und sein Märchen kann er dem Ordnungsamt erzählen. Letztens hat dort jemand sogar einen toten Hund entsorgt. Der wurde von Nicole vom Tierschutzverein dann aufgesammelt und im Garten ihrer Mutter anständig begraben. Danke dafür!

Tja und dann wollte ich einen der beiden Wirtschaftswege nutzen um hinten gen Kränzlin zu kommen. Da liefen aber Schafe und ich habe dann Joey ans Halsband geklinkt, dicht bei Fuß genommen und mir die ca. 100 Meter breite Lücke zwischen den Schafen gesucht um dort ruhig mit dem Hund durchzulaufen. Dann kam der Schäfer mit seinem Hütehund an und hat mir erklärt, das wäre alles verkauft und da hätte niemand mehr was zu suchen.

Ich habe ihm erklärt, davon wüsste ich nichts, es wäre nicht ausgeschildert das es nun Privatgelände ist und auch nicht abgezäunt. „Aber das hat in der Zeitung gestanden!“ - ja, und was ist, wenn ich keine Zeitung bekomme? Habe ich dann Pech gehabt oder was? Auf jeden Fall erklärte er mir dann noch, das er und seine Leute es sehr bedauern, dort keine Hunde ABSCHIESSEN zu dürfen. Ich habe ihm gesagt, wenn das einmal passiert, wäre aber was los. Ja und dann wurde mir erklärt, wenn sein Hütehund meinen Hund (der angeleint ganz dicht bei mir war...) anfallen würde, hätte ich Pech gehabt. Ich habe ihm dann erklärt, das auch das nicht so wäre, denn wenn sein Hütehund meinen angeleinten und dicht bei Fuß gehenden Hund anfällt, würde ich sofort Anzeige erstatten. Sind wir hier im wilden Westen oder was?

Dann erklärte er noch, wie schädlich Hundekot ist und das Lämmer an den Würmern sterben. Ah ja. Also jemand, auf dessen Gelände über 100 Schafe laufen und der etwa 6 Hunde herumlaufen hat, die alle keine Windeln tragen oder so, und der sich ein Gelände zulegt, auf dem Wildtiere laufen, verwurmte Füchse und so weiter, will MIR erklären, wie unglaublich schädlich ausgerechnet Haufen von Haushunden sind, die zum größten Teil durchgeimpft und regelmäßig entwurmt werden? Toll. Welch bahnbrechende Intelligenz! Ich finde es ja auch sehr bewundernswert, das man zwar immer wieder liest, welche Probleme die Schafhalter aufgrund der niedrigen Fleischpreise etc. haben – aber die schaffen es tatsächlich, von der Herde so zu leben, dass sie durch die Erträge mehrere Leute, das Grundstück und die optimale gesundheitliche Versorgung aller Tiere dort gewährleisten können. Denn natürlich gehe ich davon aus, das die Schafe dann ALLE regelmäßig entwurmt werden, die Hunde ebenfalls und es ist natürlich super, wenn da irgendwer mindestens einmal am Tag über ein paar Hektar Grundstück läuft um den Mist seiner Hunde einzusammeln, damit die Lämmer nicht gefährdet werden.

Das Gelände war jahrelang für jeden zugänglich und wurde rege genutzt. Das sollte ein Käufer wissen, der dort seine Schafe seit langem hält. Entsprechend ist es völlig unverständlich, das sie nicht wenigstens einen ihrer vielen mobilen Zäune dafür nutzen, um allen klar zu machen, das es nun Privatgelände ist, dort entsprechend Schilder dran machen – sondern lieber massive Drohungen aussprechen, anderen Menschen und Hunden zu schaden, selbst wenn die Hunde angeleint bei Fuß laufen. Das finde ich ziemlich krass – und es ist doch auch sehr verwunderlich, das zwar für relativ moderne Gerätschaften Geld da ist – aber wenn es um ein paar Schilder und einen Zaun geht, egal wie einfach der ist, dann ist kein Geld da. Dann ist nicht einmal die Einsicht da, dass so etwas schon sehr sinnvoll wäre.

Was mich auch ziemlich gestört hat... ein Stückchen weiter vorne war eine Fläche mit Kies. Dort gab es – wie überall auf dem Gelände – Bodenbrüter und dem Untergrund angepasst Pflanzen. Die ist einfach mal kaputt gemacht worden. Naturschutz ist also auch nicht deren Ding. Bedauerlich. Wo ich übrigens bei Naturschutz bin... denkt bitte daran, das jetzt (1. April - 15. Juli) die BRUT- UND SETZZEIT ist und Leinenpflicht herrscht, um die Wildtiere zu schützen!


Nun denn, ich bin dann den Wirtschaftsweg gefahren, weil ich eh kurz davor war und hatte dann wenigstens noch eine restliche nette Runde mit Joey und dem neuen Rad, das sich echt bewährt hat. Es hat riesig viel Spaß gemacht, durch viele Schlaglöcher zu fahren, durch Matsch und über Gras und ist einfach ein himmelweiter Unterschied zum Sparta. So als waschechter Skorpion gehöre ich zum Charakter "himmelhoch jauchzend - zu Tode betrübt" und genieße deshalb wirklich jede Minute, in der ich gute Laune habe, weil ich einfach weiß, es kann in jedem Moment wieder völlig anders sein. Das ist dann ein bisschen wie die Maus Frederik, die Sonnenstrahlen für den Winter sammelt. (Videolink)



Auf dem Rückweg sind wir dann an der Mesche entlang gefahren, wo relativ weit hinten zum Bahndamm hin bei schlechtem Wetter mehr als die Hälfte der Straße zu einem See wird. Es war noch ein kleines bisschen Modderwasser übrig, genug für Joey, um sich reinzulegen und mir klar zu machen: „Ich bleibe jetzt hier liegen!“ - ok, nach fünf Minuten konnte ich ihn dann mit der Frage: „Möchtest du einen Keks?“ dazu bewegen, aufzustehen. Ich gönne ihm seine Matschpfützen. Aber er muss noch lernen, das auf jede Matschpfütze dann zu Hause eine Dusche folgt.

Abends war ich dann noch auf einer Veranstaltung, dazu aber mehr auf der Stadt-Ratte... da gibt es dann auch gleich passend dazu ein neues Portraitbild von mir :-D

Ansonsten trainieren wir gerade sehr intensiv auf fast jeder Hunderunde einige zusätzliche Kommandos bzw. bestehende Kommandos werden einfach intensiver geübt. Ich habe bei einem Bericht über Suchhunde irgendwann gelesen, das die für die Suche ein Halsband bekommen, das sie nur dann tragen und sie so gelernt haben: „Jetzt ist Arbeitszeit!“. Ziemlich ähnlich handhabe ich das bei Joey. Zuggeschirr bedeutet, er darf überwiegend ziehen wie doof und wenn wir halt jetzt die anderen Sachen trainieren, bekommt er ein zusätzliches Halsband um. So lernt er nach und nach, das immer, wenn er genau DAS Halsband trägt, er sich auf einer Hunderunde mehr Mühe geben und achtsamer sein soll.

Auf jeden Fall ist es sehr spannend, ihn so intensiv auszubilden und er ist jetzt auch der „super gelehrige Hund“, als der er mir damals von der Tierhilfe angepriesen wurde. Was auch bedeutet, es macht tatsächlich viel Spaß, mit ihm jetzt an „Feinheiten“ zu arbeiten – und es tut uns beiden letztlich auch gut. Was er unter anderem lernt ist, bei Treppen zu stoppen. Einmal wenn es herunter geht, sich hinzusetzen und damit klar zu machen: „Da geht es jetzt runter“ und wenn es eine Treppe nach oben geht, mit den Vorderpfoten auf der ersten Stufe stehen zu bleiben und so zu zeigen: „Da geht es jetzt hoch, pass auf...“. Auf Riffelplatten an Straßenkanten setzt er sich mittlerweile überwiegend schon alleine hin. Auch schön: es klappt relativ gut, ihn dann von „Feinden“ abzulenken. Weil er sich einfach mehr auf mich konzentrieren soll. Wobei es gestern dann fast wie im Märchen „Der Teufel mit den drei goldenen Haaren“ war – ich hatte zwei Bulldoggen recht früh am Rosengarten gesehen und bin mit Joey um die Hecke ausgewichen, das er sie nicht so schnell sieht. Das ging auch recht gut, die Besitzer sind mit den Hunden dann ins Haus verschwunden. Aber wir sind dann dort entlang, wo sie gelaufen sind. Und zack, Nase in die Luft „Ich rieche... ich rieche... BULLDOGGEN!!!!“ - im Märchen muss ein Mensch die drei goldenen Haare vom Teufel besorgen, versteckt sich dort in der Höhle und der Teufel sagt. „Ich rieche, rieche MENSCHENFLEISCH!“.




Freitag, 18. September 2015

Gasi gehen...

Heute habe ich in einer Facebookgruppe ein Angebot gesehen: "Gehe gerne mit Hunden gasi". In diesem Fall finde ich den Rechtschreibfehler wirklich zum kringeln und habe dann drunter geschrieben: "Ja, je nach Futter müssen die Hunde dann auch pupsen!". 


Wahrscheinlich haben das einige Leute nicht verstanden. Oder zumindest ist ihnen der Unterschied zwischen "gassi" und "gasi" nicht aufgefallen. Egal. Ich fand es jedenfalls so witzig, das ich gleich Kopfkino hatte... denn eigentlich ist am "gasi gehen" ja auch durchaus etwas dran. Denn viele Hunde bekommen günstiges Futter. 

Günstiges Futter hat aber einen sehr hohen Getreideanteil. Das füllt zwar ganz nett, macht aus Hundefutter aber eher Pferdefutter. Denn was sollen Hunde bitte mit einem Getreideanteil von bis zu 80 %??? Kein Thema, sie brauchen mehr als nur Fleisch. Aber eben kein Müsli mit einem Hauch an Fleisch. Denn auch in den restlichen 20 % ist Fleisch nur unter "ferner ist enthalten" zu finden. Dazu kommt - Getreide bläht und manche Hunde haben sogar eine Futtermittelallergie auf bestimmte Getreidesorten. 

Das kann sich auch darin äussern, das sie wirklich viel und sehr, sehr stinkend rumfurzen. (Gibt aber noch andere Symptome). Von daher... Augen auf beim Futterkauf. Denn ja, ich kann Futter kaufen, das umgerechnet bei etwa 1,20 Euro pro Kilo liegt, oder sogar weniger, weil so viel Krempel drin ist, den Hunde gar nicht richtig verwerten können. Wenn da aber viele Inhaltsstoffe drin sind, die ein Hund nicht verwerten kann - was ist dann die logische Konsequenz? Na? 

Was nicht verwertet werden kann, kommt hinten wieder raus. Je weniger verwertet werden kann, desto MEHR kommt hinten wieder raus - und desto MEHR muss auch vorne durch die Futterluke REIN! Wenn ich also ein günstiges Fertigfutter habe, von dem ich aber weit MEHR verfüttern muss wie von einem teureren und hochwertigeren Futter, dann ist günstig auf Dauer eben alles mögliche. Aber nicht günstig. 

Unser Futter von Josera ist auf ernährungssensible Hunde abgestimmt und hat einen Kilopreis von etwa 2.80 Euro. Damit liegt es bei Josera schon im höheren Preissegment als ihre günstigeren Futtersorten. Joey brauchte bislang davon am Tag nur 200 Gramm. Das heisst, von einem Kilo Josera bekomme ich den Hund 5 Tage lang ausreichend gefüttert und brauche am Tag selten mehr als 3 Muffbeutel, die kaum gefüllt sind. Mittlerweile habe ich von dem Futter schon drei anderen Hundehaltern die mir von den Problemen mit ihren Hunden erzählt haben, etwas gegeben. Jeweils etwa ein Kilo - da Hunde ein paar Tage brauchen, um sich auf ein neues Futter einzustellen. Allen drei Hunden ging es mit dem hochwertigen Futter viel besser - und die Besitzer waren auch entspannter. Weil auch für den Menschen Stress wegfällt, wenn er sieht, allein durch einen Futterwechsel kann sich schon viel tun. 

Hund Nummer vier dessen Besitzer ich eigentlich nur von einem kleineren Futternapf überzeugen wollte, bekommt jetzt Light-Futter und nimmt endlich mal ab. Das mit dem kleinen Futternapf ist reine Psychologie für den Menschen - denn die Portion die ein Hund wie Joey oder noch kleiner braucht, sieht in einem regulär großen Futternapf total wenig aus und der Mensch denkt sich: "Der arme Hund, davon kann der ja gar nicht satt werden!" - deshalb finde ich kleine Futternäpfe viel besser. Da sieht weniger nämlich viel mehr drin aus. Manchmal hat man eine Müslischüssel oder eine Dessertschüssel übrig. Joey ist am Anfang ja wie ein Radlader durch seine Futterschüssel gegangen - der hat dann handgroße Steine in die Futterschale bekommen, damit er nicht so schlingt. 

Das Thema "mein Hund frisst zusätzlich das Katzenfutter!" gibt es auch immer wieder.  Katzen sitzen auf Fensterbänken, Schränken, Kratzbäumen und Regalen. Wer schreibt vor, das Katzennäpfe auf dem Boden stehen müssen, wo der Hund dran kommt? Notfalls gibt es Sets oder Anti-Rutsch-Pads als Napfunterlage. Ausserdem ist es rückenfreundlich. Für EUREN Rücken.

Mehr Leistung, und die ist ja durchs Bikejöring deutlich mehr geworden, bedeutet auch, das mehr gefüttert werden muss. Da Trockenfutter viel Flüssigkeit braucht und Joey eher wenig säuft, bekommt er jetzt morgens eine Suppe aus einer dicken Scheibe in heißem Wasser aufgelösten Hundewurst von Dülfer und da kommt dann eine Hand voll Trockenfutter rein. Dann saugt sich das schon mal etwas voll und weil es für ihn so lecker nach Blutsuppe schmeckt, haut Joey das zügig weg. Etwa eineinhalb Stunden ist alles super verdaut und wir können langsam los auf die größere Runde.


während Waldi vor Robert herschwebt... die Gasexplosion



Mittwoch, 9. September 2015

Joey´s "Geschenk"

Joey Katastrophulus hatte eine Überraschung für mich. Vorausgegangen waren ein paar Touren mit Fahrrad und Anhänger. Joey springt zwar in den  Anhänger rein, bleibt auch drin - aber so ganz sein Ding ist es nicht. Das hat er Nick und mir mit ziemlich vielen Tönen klar gemacht.

Also habe ich letztens mal versucht, ihn neben dem Rad laufen zu lassen. Schön langsam, damit ich keinen Abgang mache, wenn Joey plötzlich irgendwas total spannendes in die Nase bekommt und quer schießt. Das war etwas anstrengend, denn langsam neben dem Rad laufen findet Joey mindestens so doof wie im Anhänger fahren. Das ist einfach nicht sein Ding.

Pausenbild...


Was viel eher sein Ding ist, hat er mir dann beim zweiten Versuch klar gemacht. Wieder waren wir mit dem Rad unterwegs - ohne Anhänger. Bis wir "freies Feld" hatten, musste Joey sich neben dem Rad um passables Benehmen bemühen, was ihm sichtlich sehr schwer gefallen ist. Manchmal sehen wir auch Katzen, dann ist alles noch viel schwerer (wobei er heute Kitty auf einem niedrigen Gaskasten gesehen hat - und Kitty lässt sich von so etwas wie Joey schon lange nicht mehr beeindrucken. Das Ende vom Lied: Joey hat mit ganz langem Hals und gaaanz vorsichtig angefangen, Kitty zu beschnuppern. Was für eine großartige Leistung für diesen Hund!).

Aber dann... hat er mir gezeigt, das er viel lieber VOR dem Rad läuft. Nach ein bisschen Hin und Her habe ich dann auch eine akzeptable Möglichkeit gefunden, Geschirr, Halsband und Leine zu zu verbinden, das er rennen kann und Luft bekommt, aber ich immer noch eine adäquate Einwirkungsmöglichkeit habe, falls er sich blöd benehmen sollte oder das Norweger-Geschirr aufgeht. 

Siehe da - ab ging die Luzie - äh, der Joey  - und meine Überlegungen, ob der tatsächlich gerne vor dem Rad läuft oder nur vor dem Rad wegrennt, haben sich im Laufe der Tour dann zerstreut. Denn: Würde er aus Angst davor wegrennen - dann könnte ich nicht mit Distanzkommandos auf ihn einwirken. Dann hätte er "Durchzug im Kopf" und würde nichts an Kommandos annehmen. Da er aber recht gut auf Kommandos reagiert hat und irgendwie auch sichtlich Freude am Laufen hatte, war alles ok.

Whow! Ich stehe ja eher so auf etwas ungewöhnlichere Sportarten - und Bikejöring war mein Traum, seit dem ich es auf einer WM und einer EM für Schlittenhundesport in Rastede live erlebt und mich mit Mushern unterhalten habe. Da war Farino noch ziemlich jung. Wir hatten damit mal angefangen, dann kamen viele persönliche Sachen dazwischen - und als ich dann dachte, man könnte ja mal wieder kam die Diagnose mit der Herzkrankheit und damit für so einen Sport das endgültige Aus. 

Deshalb freue ich mich natürlich riesig, wenn das mit Joey machbar ist. Das er gerne läuft liegt letztlich in seiner Natur und wenn ich auf dem Rad fahre, kann er endlich mal SEIN Tempo laufen. Da die Strecken dann ohnehin auf "geteert/befestigt" und "Feld-Wald-Wiesenweg" aufgeteilt sind, habe ich auch ziemlich viel davon, wenn es mit dem schweren Stadtrad querfeldein geht. Ich will sowieso mal wieder ein bisschen abnehmen... ;-) 

sogar ein Chor ist vorbeigeflogen...

Heute habe ich dann den Ruckdämpfer mitgenommen, das ist ein spezielles Seil, das zum Teil ein Gummi eingearbeitet hat. Damit verhindert man, das der Hund alle Rucke die durch das Rad entstehen, sofort bis auf die Knochen spürt. Das Renngeschirr haben wir leider nicht mehr, aber die Größe "Malamute" für unseren Fellberg Farino hätte Joey ohnehin nicht gepasst und nichts ist blöder als wenn ein schlecht passendes Geschirr anfängt zu scheuern. 

Tja und dann haben wir heute eine Tour zum und auf dem alten Flugplatz gemacht, mit ein bisschen Pause, mit ein bisschen Freilauf - und der Bekanntschaft mit dem Herdenschutzhund. Der ist beeindruckend, weiß was er will - und sieht aus wie ein Eisbär. Wir haben den sogar zweimal gesehen. Einmal im Gehege und einmal ausserhalb des Geheges, auf dem Weg zu seinen Schafen. Da habe ich dann so über ein Facebook-Posting nachgedacht, in dem berichtet wird, das in der Nähe vom Kuhberg ein paar Hunde frei herumlaufen. Letztendlicher Tenor: "Das geht so doch nicht, da wollen wir spazieren gehen..." - wohlgemerkt: Die Hunde sind da nur herumgelaufen, das Erlebnis hatte ich dort auch schon mal.

Interessant wird so ein "aber das geht doch nicht, das Hunde dort einfach so herumlaufen", wenn man überlegt, das gleiche Leute wahrscheinlich a) selbstverständlich für den Wolfsschutz sind - ist ja auch ok. Nur sind die mittlerweile auch schon in Neuruppins Wäldern gelandet und nicht jeder Wolf ist scheu, manche verhalten sich atypisch und kommen näher.
b) entsetzter Aufschrei, als in Rumänien die frei herumlaufenden Hunde eingefangen wurden. Gut, wie die umgebracht wurden und werden ist unter jeglicher Würde - aber in vielen Ländern laufen Hunde frei herum und DANN ist es ok.  Aber wenn hier in der Pampa ein paar Hunde herumlaufen, ist es das irgendwie nicht? Hm. Klingt so nach "Dusch mich, aber mach mich nicht nass dabei!". 

"Nachtanken" aus der Faltschüssel

Ich fand es beeindruckend, den Herdenschutzhund "in freier Landschaft" auf den Weg zu seinen Schafen zu erleben. Joey hat das erst gar nicht so mitbekommen, dann hat er gemerkt, da bewegt sich etwas im langen Gras - da muss er unbedingt hin. Das ging auch nur, weil er ein längeres Stück Freilauf auf einer Strecke hatte, die mit dem Rad wirklich extrem blöd zu fahren war.  Ich war gespannt, wie beide Hunde reagieren. Der Herdenschutzhund hat dann gemerkt, da kommt Joey, ist stehen geblieben und hat freundlich zu Joey geguckt. So nach dem Motto: "Na Kleiner, willst du mal Tach sagen?" - und dann hat Joey kapiert, das er auf den Herdenschutzhund zurennt - und schlagartig eine 180 Grad-Wende hingelegt. Ich würde nicht dafür garantieren, das es so freundlich gewesen wäre, wenn die Schafe in unmittelbarer Nähe gewesen wären. Denn dann macht der Schutzhund seine Arbeit. Dazu sind die über Jahrhunderte gezüchtet worden und wenn der seinen Job macht, ist Schluss mit lustig. Daran solltet ihr bitte denken, wenn ihr dort unterwegs seid. Es sind Arbeitshunde die ihre Arbeit sehr, sehr ernst nehmen! 

Sooo... am Ende der Tour standen 8,14 km in rund 1 1/2 Stunden auf der Komoot-App. Das ist voll in Ordnung, weil wir ja auch ein paar Pausen gemacht haben, in denen Joey Wasser bekommen hat und wir uns ein paar Minuten ausgeruht haben.
















Samstag, 5. September 2015

Lass uns mal eben...

sagte das Frauchen zu ihrem Hund. Gemeint war: "Lass uns mal eben ein bisschen raus fahren, damit du rumrennen kannst!". Immerhin soll ja das ruhig im Anhänger mitfahren noch weiter geübt werden. Anvisiert war so maximal eben eine Stunde unterwegs sein, allerhöchstens, weil die Müdigkeit dann irgendwie doch meinte: "Aber nicht so lange...". 

Der Hundeanhänger hinter dem Rad.


Aber erstens kommt es anders und zweitens als Frau denkt und so ist aus dem "allerhöchstens eine Stunde..." mehr als das Doppelte geworden. Am Certaldo-Kreisel habe ich mich statt für Mesche dann kurzfristig für den Flugplatz entschieden und bin abgebogen. Mit Anhänger kann ich den Fußgängerüberweg hinten in der Nähe vom alten Bahnhof nicht mehr so einfach nutzen, ich muss das Gespann auseinander kuppeln, es einzeln über die Schienen bringen und auf der anderen Seite wieder zusammenbauen. Das habe ich einmal gemacht und auch wenn es so relativ gut geht - in der Zeit bin ich mit dem Rad aber auch aussen rum am... ähm... Babimost-Ring? Bad Kreuznach-Ring? Egal... die Umgehungsstraße lang auf der alle Partnerstädte verewigt sind.

Tja, dann gibt es immer die "interessante" Zufahrt zum alten Flugplatzgelände. Also diese wilde Müllkippe, an der man den schwindenden Intelligenzgrad der Menschen erkennen kann, die zu doof sind, Sperrmüll zu beauftragen und lieber den ganzen Dreck in die Gegend werfen. Und sich DANN gerne beschweren, wie dreckig es überall ist. Trauriges "Highlight" heute - ein Karton mit Maschendraht oben drauf. Da hat sich jemand aber echt viel Mühe gegeben, um ein Behältnis zu bauen, in dem er sein Tier entsorgen kann. Ein großer Karton mit einer Seitenöffnung, vor der so ein Apfelsinennetz geklebt war, damit Luft rein kommt. Alufolie auf dem Boden sollte verhindern, das der Karton nach unten hin durchweicht wenn das Tier, was dort drin entsorgt wurde, mal auf die Streu pinkeln muss. Oben drauf war dann grober Maschendraht gespannt - und eine Fluchtöffnung für das Tier mit Klebeband so gesichert, das es sich nicht groß verletzen kann. Drin war kein Tier mehr und in der Umgebung auch nicht. 

Joey hat sich dann ein Stückchen weiter gefreut, aus dem Anhänger zu dürfen und herum rennen zu können. Wir sind dann den Betonweg hoch, wo er sich am Ende noch ein Wettrennen mit einem Hütehund geliefert hat, der letztlich auch sichtlich Spaß an der Ablenkung hatte. Schafe waren ohnehin nicht da.

Weil das Wetter so schön war, bin ich mit dem Rad und dem leeren Anhänger einfach den Weg weiter gefahren, was etwas rumpelig wurde, weil Feldweg. Joey war schwer begeistert, so viel rennen zu können. Was mich begeistert hat, war seine Abrufbarkeit. Klar, das ist kein Hundeplatz-Standart, aber es wird immer besser. Richtung Klappgraben ist ein Waldstreifen - und dorthin hat es Joey immer gezogen. Da Büsche und Bäume aber Rückzugsgebiet für Wild ist, soll er aus den Bereichen wegbleiben. Egal wie toll es dort riecht und ob er Jagdhund ist oder nicht. Dort haben er und andere Hunde schlichtweg nichts zu suchen. Da dürfen auch gerne mal diejenigen drüber nachdenken, die gerne "Jäger sind Mörder" schreien, aber ihren Hunden "ein bisschen Spaß" gönnen wollen, wenn die durchs Unterholz krachen und das Wild in Panik versetzen. Für Wild ist es nämlich kein Spaß, sondern jedes Mal eine tödliche Bedrohung - und schlimmer, als 95 % der Jäger es je sein könnten. Das mal so nebenbei.

Letztlich sind wir dann bis ganz hinten zum Querweg. Joey hatte langsam aber sicher Durst und in den Gräben war dick Entengrütze, was er etwas doof fand. Da ich dann auch immer schon mal wissen wollte, was rechts herum ist, sind wir in die Richtung weiter - und siehe da, eine alte Pumpstation... der durstige Hund verschwand gen Wasser und dann hörte ich nur noch ein lautes Platschen. Joey ist beim Versuch, ans Wasser zu kommen, abgestürzt und im Wasser gelandet. Voller Panik hat er dann versucht, die Betonwand wieder hochzukommen, was natürlich nicht geklappt hat, aber mit Zuruf habe ich ihn an die Seite bekommen, wo es nicht so steil war und er mehr Halt hatte. Wir haben uns zwar beide erschrocken, aber es war eigentlich voll unproblematisch zu händeln.

Nasser Hund. Was man hier so ein bisschen sieht: Joey hat mehr Flecken als man denkt.

Ein Stückchen sind wir dann den Weg noch weiter gelaufen, mit dem Rad war da irgendwann nicht mehr viel zu fahren. Tolle Gegend, riesige Flächen... und dann ging es wieder zurück.

An den Schaf-Sheltern gab es noch einmal ein Wettrennen mit dem Hütehund, da hat Joey sich nicht abrufen lassen - aber auch nicht groß Stunk gemacht. Er wollte einfach mit dem anderen Hund rennen - ist am offenen Tor vorbeigesaust, wo ich nicht wusste, ob gleich der andere Hund rauskommt und ihm ein paar Löcher in den Pelz brennt - das wäre dann halt so gewesen... und im Vorbeirennen hat er die Pfütze in der Einfahrt gesehen. Vollbremsung, zurück und endlich klares Wasser saufen! 

Der Hütehund hat sich strikt an die Grenze gehalten, auch wenn das Tor offen war, Joey hat sie respektiert und nach ein paar Schlapp Wasser ist er auch angerannt gekommen. Da stand ich schon neben der nächsten Pfütze und habe auf ihn gewartet. Und ja, ganz süß, Joey hat versucht sich in eine winzige Wasserpfütze zu legen.

Insgesamt waren wir etwa 2 1/2 Stunden unterwegs, haben in der Zeit rund 12 km absolviert, von denen Joey etwa 7 km ziemlich durchgehend im Freilauf herumgerannt ist. Tolle Leistung dafür, das wir so eine lange Strecke noch nie in dem Tempo hatten.

Der Anhänger hat sich relativ gut bewährt, Joey springt auch problemlos hinein und macht nicht mehr ganz so viel Theater. Ganz ohne geht aber auch nicht, herumfiepsen muss schon sein. Nachdem er einmal durchs Dach rausgesprungen ist, weil er oben angeleint war, wird er nun unten am Boden angeleint. So kann er zwar durchs Dach gucken, wenn die Klappe dort auf ist - aber nicht mehr herausspringen.

Was beide Hunde nicht mochten ist, dass der Anhänger in sich ein bisschen kippt. Nicht viel, aber es reicht damit Hunde ein Problem haben. Der Boden ist auch nicht eben, sondern hat eine Welle durch die Achsaufhängungen. Auch nicht ganz so optimal. Auf dem Foto seht ihr, dass das Rad, was zum Schieben sonst vorne untergeschraubt wird, nun in der "Aufbewahrung" hinten am Anhänger steckt. Da ich den Anhänger aber zwischendurch nicht umbaue, wird es dort verschwinden. Das ist dann etwas über ein Kilo weniger Gewicht und weniger Geklapper.

Diestel trifft Klett. Bionic lässt grüßen.


Die Anhängerkupplung war für mich etwas gewöhnungsbedürftig. Es ist ein kleiner "Pinökel" direkt an der Hinterradachse. Unsere Kinderanhänger hatten immer größere Klemmkupplungen, die auch gerne mal gen Speichen gekippt sind, wenn man nicht aufgepasst hat.  Ich war ja echt skeptisch ob des winzigen Teilchens - aber bislang habe ich nix zu meckern und auch das ankuppeln ist voll unproblematisch.  Das wir abseits jeglicher befestigten Straßen unterwegs waren, sieht man an den unfreiwilligen Mitbringseln auf dem Anhänger :-)

Der Mittagsschlaf fand dann ein bisschen später statt und war dann auch ein bisschen länger, weil Joey und ich einfach nur fix und alle waren. Letztlich kommen Rad und Anhänger auf locker 40 kg Grundgewicht und der Rollwiderstand auf Feldwegen bei vier Rädern ist auch nicht zu unterschätzen. Von daher: Das werden wir wohl öfters machen.







Mittwoch, 2. Juli 2014

Yes, I can!


Guckt ihr hier - und was da im Hintergrund so rumsteht...


YES I CAN! Ohne Dornenhalsband, ohne dass im Halfter die Leine eingehakt ist, ohne dass die Gerte mit ist... und ich lächle doch wirklich sehr fotogen und bezaubernd in die Kamera - oder???

Gut, ich gebe zu, ich habe ganz am Anfang die volle Leinenlänge einmal ausgenutzt und das Vieh angekläfft, aber dann hat Frauchen sich auf die Stufen gesetzt und ich habe es lieber vorgezogen, bei ihr zu bleiben.

So ein Vieh kann nämlich fauchen und der hat einen ziemlich langen Hals.

Nur später wurde wieder die ganz lange Leine durchs Halfter geschlauft, als ich wieder angefangen habe zu ziehen und das soll ich ja nicht.

Und falls sich einer wundert, dass ich so ein rotes Halfter umhabe - die Farbe steht mir. Neeee, aber habt ihr euch mal ein Halti für Hunde angeguckt? Das habe  ich schneller runter als man gucken kann und die Qualität der Dinger ist eigentlich absolut unterirdisch.

Da Frauchen früher mit Ponys und Pferden gearbeitet hat, dachte sie: "Was einem Minishetty-Fohlen passt, könnte Joey auch passen!" mal abgesehen davon, dass die Halfter nun einmal besser verarbeitet sind als viele Sachen aus dem Hundebereich. Und es schnürt mir nicht das Maul zu, das ist auch ganz wichtig! Denn es geht ja "nur" darum, das ich nicht ziehen soll - und dafür muss ich nicht das Maul zugezogen bekommen.



Ich finde es zwar zwischendurch nervig und versuche, es mir vor der Nase zu ziehen, aber ich habe es genau so schnell wieder drauf, wie ich es runter habe. Die ersten Tage damit waren total doof, man, was habe ich versucht, das Teil loszuwerden! Keine Chance! Immer wenn ich es geschafft habe, war es sofort wieder drauf.

Seit gestern weiß Frauchen auch, was das Halfter noch besser macht als ein Halti - der Führring unten ist so groß, dass die lange Leine durchgeschlauft werden kann, wenn ich neben ihr laufen soll - und wenn Platz ist, lässt sie einfach die Schlaufe aus der Hand fallen. Wenn ich dann weiter laufe, zieht sich die Leine automatisch aus dem Ring und ich habe eine ganz lange Leine und kann überall gucken und schnüffeln.

Nur manchmal, also wenn wir bei da vorbeikommen, wo die beiden Beagle hier in der Nachbarschaft wohnen... also daaaaa hilft dann auch das Halfter nicht viel. OK, mit einer langen Leine geht es, aber heute war das nicht möglich. Ich hätte gnadenlos eine Politesse niedergemäht die da Autos kontrolliert hat und Frauchen sagt, so etwas ist irgendwie suboptimal...