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Sonntag, 27. Juli 2014

Auf nach Rheinsberg!

„Was machen wir heute???“ - „Ach, ich würde eigentlich mal wieder gerne aus der Stadt raus... von Rheinsberg kenne ich eigentlich nur eine Straße...“ - „Gut, dann lass uns nach Rheinsberg fahren, wir können hundekompatibel den Schlossgarten besuchen!“.

Deckengemälde im Teehaus


Gesagt, getan. Hunde verladen und los. Schon der Weg nach Rheinsberg ist ja sehr schön. Viel Wald, dann riesige Felder – zugegeben, endlose Monokulturen... aber mit den grünen Inseln darin sehen sie dennoch eigentlich sehr schön aus. Auf dem Hinweg sind dann kleine Stände vor manchen Häusern aufgefallen, auf denen die Bewohner das Verkaufen, was sie aus ihrem Garten oder Hühnerstall übrig haben. So etwas finde ich immer sehr schön!

In Rheinsberg haben wir dann gleich gegenüber vom Schlosspark das Auto abgestellt, so brauchten wir nur über die Straße und durch das Tor zum Lustgarten gehen. Dort sind wir links abgebogen um zum Teehaus zu gelangen.


Teehaus

Das Rheinsberger Schloss und seine Gartenanlagen gehören heute der StiftungPreußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg. Es hat seit dem Mittelalter eine lange und wechselvolle Geschichte. Beeindruckend ist die Größe der Gartenanlagen – und die Wiederherstellung der alten Gartenstruktur. Viele Bäume dort sind noch gar nicht so alt, es müssen also Wiederanpflanzungen sein und auch das erinnert mich doch sehr ans Ammerland, wo ich herkomme. Denn dort gibt es riesige Baumschulen, die solche Bäume heranziehen. Eine der Baumschulen dort hat sogar hunderte von Bäumen fürs französische Disneyland geliefert, was im Baumbereich durchaus eine logistische Meisterleistung war!

da wollten wir eigentlich hin...

Wie gesagt, weit sind wir leider nicht gekommen, an der Brücke zum Obelisken haben wir dann mit Rücksicht auf Farinos Zustand kurz Pause gemacht und sind dann zurück gelaufen. Aber auch dieses kurze Stück war schon sehr beeindruckend und hat Lust auf „mehr davon!“ gemacht. Wer das Schloss und den Schlossgarten mit Kindern besuchen möchte oder ein leicht verständliches Angebot sucht, dem sei noch diese Seite ans Herz gelegt... Rheinsberg für Kinder.

an der Brücke...

Farino geht es halt nicht so gut, das ist verständlich. Er ist relativ langsam, ab und zu tobt er kurz ein bisschen herum, aber nur, um danach wieder ziemlich erledigt zu sein. Er hält sich sehr tapfer, trinkt viel und einer seiner Lieblingsplätze ist vor dem laufenden Ventilator. Joey fand den Ausflug natürlich absolut klasse und war völlig in den ganzen neuen Duftwelten versunken.

"Ey, kannst du vielleicht mal gucken??!!!" - "Neee, riecht grad so gut hier!"

"Hallo Frauchen, das riecht hier voll spannend. Kannste dem alten Sack hier mal sagen, der soll in die Kamera gucken???"

Auf dem Rückweg habe ich dann an einem der kleinen Stände angehalten und fürs nächste Mittagessen eingekauft. Es gab dann panierte Zucchinischnitzel und auch unsere Meerschweinchen Emil und Maria haben sich über ein Stück Zucchini gefreut.


Donnerstag, 16. Mai 2013

Mit Hund im Zug nach Rheinsberg...

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Passend zu einem Artikel in der MAZ, wo der Bahnhof in Lindow und die Zugfahrt von Neuruppin nach Lindow vorgestellt wurde, hatte ich das Vergnügen, eben diese Strecke mit dem Zug zu fahren. Dieses Jahr ist es, wie bereits letztes Jahr, einen umleitungsbedingte Ausnahme, dass ein Zug von Neuruppin nach Rheinsberg fährt. Weil mein Hund in einem Bus durchgehend einen Maulkorb tragen müsste, dies bei der Bahn etwas lockerer gesehen wird und der Artikel mich neugierig gemacht hat, starteten wir also in Neuruppin auf Gleis 2 ins Erlebnis. Den Maulkorb habe ich übrigens dabei, sollte sich dann doch irgendwer darauf berufen, das Hunde Maulkorb tragen müssen. Da es ein weicher Nylonmaulkorb ist, passt er zusammengerollt in eine kleine Tasche vom Rucksack.
Ticket gibt es im Zug an einem (sehr langsamen!) Ticket-Automaten, der Zugbegleiter war so freundlich, jedem, der irgendwie ein Problem mit diesem Automaten hatte, mit Rat und Tat zu helfen. Mir hat er durch den Tipp geholfen, wenn ich eine Tageskarte für 8 Euro nehmen würde, wäre da der Hund schon mit drin, würde ich ein Einzelticket für 4 Euro nehmen, bräuchte der Hund ein Kinderticket für 3 Euro. Weil einige Fahrräder eingeladen werden, verschwinden Farino und ich im Spielabteil mit den bunten Fensteraufklebern, wo er es sich zwischen den beiden Bänken gemütlich macht.
Erst einmal ging es über den Seedamm – und links herum durch Gildenhall. Die Strecke verläuft hier einige Zeit zwischen der Gildenhaller Allee und einem Wald. Sehr schön. Die Eisenbahnverbindung von Herzberg nach Neuruppin ist 1902 entstanden und hatte bis 2006 auch Haltepunkte in Gildenhall und Alt-Ruppin. Danach wurde sie stillgelegt.
In Alt-Ruppin macht sie einen großen Bogen. Aus der Ferne sieht man in Wulkow schon einen großen, grauen Betonklotz – die JVA Neuruppin-Wulkow, die seit 2001 auf dem Gelände der ehemaligen GUS-Streitkräfte besteht. Die JVA bietet 300 Haftplätze für Straftaten bis zu 2 Jahren.
Kurz darauf erreicht der Zug seinen ersten Halt: Herzberg. Wer denkt, dass der Name sich vom „Herz“ ableitet, liegt falsch. Erstmals erwähnt wurde Herzberg nämlich 1365, zu der Zeit sprachen die Menschen niederdeutsch und damals hieß der Ort „herteberch“ – herte ist das alte Wort für Hirsch. Der Bahnhof ist klein und schlicht, eingerichtet 1896 auf der Strecke Lindow-Löwenberg.

Das Herz eines jeden Eisenbahnfans geht allerdings auf, wenn er mitbekommt, das es hier derzeit einen Bahnhofsvorsteher mit Kelle (und zum Teil rotem Käppi) gibt und die Weichen von Hand umgestellt werden müssen. Deshalb dauert der Aufenthalt hier ein paar Minuten – zudem muss der Lokführer den Führerstand wechseln. Wer von Neuruppin nach Herzberg in Fahrtrichtung gesessen hat, sitzt von Herzberg nach Rheinsberg entgegen der Fahrtrichtung. Ist die Weiche umgestellt, geht es rechts herum Richtung Rheinsberg.
Es stimmt, die Strecke ist ein Genuss. Es schaukelt und tutet sehr oft, denn vor jedem kleinen Weg gibt der Zugführer ein Signal, das der Zug sich nähert. Es tutet oft, denn es gibt viele, viele kleine Wege über die Schienen. Es geht durch Wald, an Feldern vorbei – und an alten Obstwiesen, die ich so das letzte Mal vor über 30 Jahren gesehen habe – auf der Modelleisenbahnplatte von meinem Bruder. Ich bin begeistert. Die Reisegeschwindigkeit beträgt bis auf wenige Ausnahmen 50 km/h. Hätte ich zweibeinige Begleitung, würde ich wahrscheinlich die halbe Zeit: „Guck mal, wie süüüß!“ oder „Boah, ist DAS schön!“ quietschen.
Dann erreichen wir Lindow – die Stadt der drei Seen, der Bahnhof leider wie viele Bahnhöfe heruntergekommen, ungepflegt und verwittert. Schade. Zudem liegt der Bahnhof hier deutlich ausserhalb der Stadt. Weiter geht es am Gudelacksee vorbei, gut zu sehen, weil die Schienen auf einem Damm verlaufen.
Der Zug fährt durch ein riesiges Waldgebiet. Es wechseln lichte Bereiche mit wenigen Jahre alten Schonungen und dicht bewachsenem Unterholz und es schaukelt zum Teil wie auf einem Boot. Ein Geräusch zu meinen Füßen, das nichts Gutes erahnen lässt schreckt mich auf – mein Hund war dann doch nicht soooo seetüchtig. Na ja, es hat sich später herausgestellt, er hatte sowieso Probleme mit dem Magen, das Geschaukel war denn etwas zu viel. Merke: es ist grundsätzlich gut, Muffbeutel und mindestens eine Packung Taschentücher dabei zu haben um für solche Vorfälle gewappnet zu sein.
In Rheinsberg passieren wir den dortigen Holzhof. Auf dem Holzhof werden pro Jahr bis zu 25 ooo Kubikmeter Holz verarbeitet. Stämme von bis zu 16 m Länge und einem maximalen Durchmesser von 40 cm können hier verarbeitet werden. Sie werden entrindet und auf Krümmung, Verwachsungen, Drehungen etc. kontrolliert. Verarbeitet wird hier vornehmlich Kiefer. 


Wenig später steht der Zug an Gleis 1 in Rheinsberg. Schon im Zug fallen mir die alten Waggons hier am Bahnhof auf, insbesondere der sehr beeindruckende Atomtransportwagen. Es sind Ausstellungsstücke der „Arbeitsgemeinschaft Bahnhof Rheinsberg“ (www.bahnhof-rheinsberg.de), der Atomtransportwagen kommt vom ehemaligen Kernkraftwerk Rheinsberg, das 1995 stillgelegt und seit dem abgebaut wird. Die AG Bahnhof Rheinsberg feiert übrigens am 31.8 und 1.9.2013 ihr jährliches Bahnhofsfest – ich bin sicher, es ist eine Zugfahrt dahin wert.

Die Strecke Neuruppin – Rheinsberg wird 10 Mal am Tag von einem Zug bedient – fünf Züge hin, fünf Züge zurück. Der Fahrplan lässt einem (wenn man nicht gerade den letzten Zug nimmt) genügend Zeit, das Städtchen selbst in Ruhe zu entdecken, bevor es dann ein paar Stunden später wieder zurück geht.
Und weil ich so nett bin ;-) hier die Abfahrtszeiten:
ab Neuruppin Rheinsberger Tor: 9:31, 11:32, 15:32, 17:32 und der letzte fährt 19:32 Uhr. Bitte beachten, dass der Zug auf Gleis 2 steht und man dafür über die Schranken muss, nicht auf den letzten Drücker kommen.
Ab Rheinsberg: 10:31, 12:31, 16:31, 18:31 und der letzte Zug fährt 20:31 Uhr. Insbesondere an Sonn- und Feiertagen rechtzeitig am Bahnhof sein um möglichst vor der Fahrradinvasion in den Zug zu gelangen. Dieser Zug fährt NUR vom 15. Mai bis zum 31. Oktober.





Freitag, 26. April 2013

Hundesteuer in OPR

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Hier nun der erste Bericht zum Thema Hundesteuer in OPR. Ein ganz spannendes Thema. Wer den verlinkten Artikel von DOGS gelesen hat, weiß, das die einzelnen Städte und Gemeinden in der Gestaltung der Hundesteuer frei bestimmen können. Tatsache ist, das Hundehalter zwar Hundesteuern bezahlen dürfen – aber die Gegenseite nicht verpflichtet ist, dafür etwaige Gegenleistungen zu bieten, sondern die Einnahmen durch die Steuern letztlich für Kindergärten, Strassenbau etc. ausgegeben werden. Kein, ich betone: kein Grünflächenamt irgendeiner Stadt und Gemeinde rechnet die Beseitigung von Hundemist gesondert ab. Wie auch? Sollte er anfallen, weil ein Hundebesitzer zu faul ist, hinter seinem Hund her zu räumen, wird dieser Mist - wenn überhaupt – im Rahmen der allgemeinen Strassenreinigung entfernt. Ebenso wie die Scherben von diversen Bier- und Schnapsflaschen, weggeworfene Süsskramverpackung, entsorgte „to-go“-Kaffeebecher und was sonst noch so alles anfällt.

Aber es macht sich immer toll als Stammtischparole, wenn irgendwer behauptet, die Hundesteuer wäre dazu da, den Hundemist zu entfernen. Wenn es danach geht, wäre ich angesichts der unglaublichen Scherbenmengen sofort dafür, das Pfand auf Bierflaschen drastisch zu erhöhen, denn es ist durchaus ein Unterschied, ob jemand 15 Cent oder 50 Cent mal eben so wegwirft. Ebenso sollte es Pfand auf Schnaps und Weinflaschen geben. Denn das sind mit die zweithäufigsten Flaschen, die zerschmettert werden und für Schäden (z. B. An Fahrradreifen) oder Schnittverletzungen führen können. Hundemist ist zwar lästig und kein schöner Anblick, aber er zerfällt und verrottet. Glas nicht. Das zerbricht immer weiter in Splitter und verteilt sich immer weiter. Das mal so nebenbei.

Hundesteuern sind aus ordnungspolitischer Sicht dazu da, die Zahl der Hunde in einer Gemeinde zu begrenzen – auf der anderen Seite sind sie halt eine gesicherte Einnahmequelle. In Potsdam musste das Stadtsäckel aufgefüllt werden – deshalb hat man... wen wundert es? Die Hundesteuer für den Ersthund erhöht. Es hieß, es wäre eine „moderate“ Erhöhung, aber von 26 auf 40 Euro ist nicht moderat, das sind mehr als 50 % und eine Unverschämtheit. Niemand anderes würde sich wohl eine Erhöhung um „mal eben“ 50 % gefallen lassen – Hundehalter müssen dies wohl oder übel, finanzieren damit allerhand und dürfen sich noch beschimpfen lassen, ihre „Scheißköter“ würde überall hinkacken, die gehören abgeschafft. In Berlin würden – wären alle Hunde abgeschafft – jährlich über zehn Millionen Euro (!!!!) im Stadtsäckel fehlen.

Aber schauen wir jetzt mal in unsere Gegend: die Hundehalter in Neuruppin sorgen mit 55 Euro pro Jahr und Ersthund für ordentlich Geld im Stadtsäckel, gefolgt von Wittstock mit 50 Euro und Rheinsberg mit aktuell 40 Euro (hatte ich schon geschrieben, das die Steuer trotz bereits verschickter Steuerbescheide „mal eben“ rückwirkend erhoben wird und sie sogar rückwirkend bis Januar 2012 erhoben werden kann?). Danach folgt Kyritz mit 34,50 Euro, Platz 5 belegt Neustadt(Dosse) mit 31 Euro, Platz 6 teilen sich mit 25 Euro Fehrbellin und Wusterhausen(Dosse) und auf Platz 7 finden sich Heiligengrabe und der Ortsteil Plänitz-Leddin von Neustadt(Dosse) mit je 18 Euro.

Wie ihr seht, die Auflistung ist nach dem Motto: „Die Letzten werden die Ersten sein!“. Weiter geht es mit den Zweithunden, denn für die gilt ein erhöhter Steuersatz. Seht es einfach so: Wer zwei oder mehr Hunde hält, sorgt sich ganz besonders um das Wohl seiner Stadt oder Gemeinde, da er weit tiefer in die Tasche greifen darf.

Spitzenreiter sind hier Hundehalter in Neustadt (Dosse) mit 92 Euro. Das sind für beide Hunde dort jährlich 123 Euro fürs Stadtsäckel. Danach folgt Rheinsberg mit 80 Euro, was im Jahr 120 Euro für beide Hunde ausmacht. Platz 3: Wusterhausen(Dosse) mit 61 Euro (zus. 90 Euro), Platz 4: Wittstock mit 62 Euro (zus. 112 Euro) gefolgt von Neuruppin auf Platz 5 mit 61 Euro (zus. 116 Euro), Platz 6 belegt der Neustädter Ortsteil Plänitz-Leddin mit 56 Euro (zus. 74 Euro), Platz 7 Kyritz mit 55 Euro (zus. 89,50 Euro), Platz 8 Fehrbellin mit 40 Euro (zus. 65 Euro), gefolgt von Lindow mit 37 Euro (zus. 68 Euro) und am günstigsten kommt man mit einem Zweithund in Heiligengrabe weg, da kostet er nur 36,00 Euro (zus. 54,00 Euro).

Wie das so ist, manchmal hat man mehr als zwei Hunde. Bei drei Hunden sollten die Kommunen eigentlich schon Dankschreiben für das Auffüllen der Kasse verschicken. Insbesondere Neustadt(Dosse) für 128 Euro (zus. 251 Euro) und Wusterhausen 125 Euro (zus. 215 Euro). Platz drei geht an Wittstock mit 82 Euro (zus. 194 Euro) gefolgt von Rheinsberg mit 80 Euro (zus. 200 Euro und damit in der Endrechnung eigentlich auf Platz 3). Danach kommt Neustadts Ortsteil Plänitz-Leddin mit 76 Euro (zus. 150 Euro) auf Platz 5, Nummer 6 belegt Neuruppin mit 67 Euro (zus. 183 Euro), Platz 7 beansprucht Kyritz mit 51,50 Euro (zus. 141 Euro), Platz 8 Fehrbellin mit 50 Euro (zus. 115 Euro). Am günstigsten bei drei und mehr Hunden ist Lindow mit 43 Euro (zus. 111 Euro).

Fortsetzung folgt...