Montag, 29. August 2016

Von der StVO, kinetischer Energie, Hundegeschirren und Transportboxen


Bei der Recherche für den Blogbericht zum „Front Range Harness“ habe ich dann noch den Hinweis entdeckt, dass einige Halter es als Autosicherheitsgeschirr benutzen. Das wollte ich eigentlich in den Bericht über das Geschirr packen, aber dann habe ich mich mal etwas mehr mit „was passiert eigentlich bei einer Vollbremsung mit einem unangeschnallten Hund?“ befasst. 

Bild: photopin /CCL, Auto & Hund

Habe ich mich in der Schule manchmal gefragt: „Boah, den Krempel brauchst du nie wieder im Leben!“ merke ich, wie oft mir mittlerweile solche Dinge wieder begegnen – und finde es meistens sogar sehr spannend. Bei der Recherche war dann die zweite Frage: „Welche Fliehkräfte treten eigentlich auf?“. Aber das Wort „Fliehkraft“ habe ich nirgends mehr gefunden – es ist die „kinetische Energie“ und gehört zur Alltagsphysik. Das ist, was ich am Bloggen für mich so toll finde: viele Dinge wieder zu entdecken und/oder neu zu lernen.

Lassen wir die Formel also weg und befassen und a) mit der Straßenverkehrsordnung, b) mit der kinetischen Energie und c) mit verschiedenen Geschirren. Denn bei einem Hund in einem Fahrzeug hat man mit alle dem zu tun. Eigentlich.

a) die Straßenverkehrsordnung (StVO)


Tiere die in einem Auto transportiert werden, fallen unter die Ladungssicherungspflicht. Viele Menschen denken, insbesondere, wenn sie viel irgendwelche Ramsch-TV-Sendungen mit Polizeiberichten gucken, Ladungssicherung betrifft fast nur LKW´s. Nein. Ladungssicherung betrifft auch PKW´s, Anhänger und so weiter und erstreckt sich nicht nur auf Bretter, Möbel und so tote Dinge, sondern auch auf Tiere. Und damit betrifft es Hundehalter, die ein Auto benutzen. Das „ach, ist mir voll egal“ wird einem Hundehalter spätestens dann nicht mehr egal sein, wenn er neben einem sachlichen Schreiben von der Bußgeldstelle mit einer Zahlungsaufforderung sieht, das sein Punktekonto ebenfalls bereichert wurde.

Laut der Seite Bussgeld-info.de sieht der aktuelle Bußgeldkatalog drei aufeinander aufbauende Tatbestände vor: das Tier ungesichtert im Auto zu haben kostet 35 Euro und bringt noch keinen Punkt. Hat man sein Tier ungesichert im Auto und es kommt zu einer Verkehrsgefährdung, kostet das 60 Euro und einen Punkt in Flensburg. Hat man sein Tier ungesichert im Auto und es kommt zu einer Sachbeschädigung, sind es 75 Euro Bußgeld und 1 Punkt in Flensburg.

Wohlgemerkt... bei den Tatbeständen „Gefährdung“ und „Sachbeschädigung“ ist es NUR das Bußgeld für den Tatbestand „ungesichertes Tier im Auto“. Meistens gibt es ja noch ein paar Sachen drumherum, die Bußgelder und Punkte insgesamt ansteigen lassen.

Hier mal der Gesetzestext zum Thema Ladungssicherung:

§ 22 Ladung

(1) Die Ladung einschließlich Geräte zur Ladungssicherung sowie Ladeeinrichtungen sind so zu verstauen und zu sichern, dass sie selbst bei Vollbremsung oder plötzlicher Ausweichbewegung nicht verrutschen, umfallen, hin- und herrollen, herabfallen oder vermeidbaren Lärm erzeugen können. Dabei sind die anerkannten Regeln der Technik zu beachten.

Damit wären wir auch gleich wieder bei dem „beliebten Thema“ „Tiere sind im Gesetz eine Sache!“, was immer wieder auftaucht – aber schon seit 1990 so nicht mehr stimmt. Denn ja, wenn man den Text da oben liest, könnte man denken, man müsste sein Tier ausstopfen... aber nein, laut § 90 a im Bürgerlichen Gesetzbuch sind Tiere keine Sachen. Sie werden durch besondere Gesetze geschützt, auf sie sind die für Sachen geltenden Vorschriften entsprechend anzuwenden, soweit nicht etwas anderes bestimmt ist.

„Nicht etwas anderes bestimmt ist“ bedeutet, das man durchaus berücksichtigt, dass ein Tier nun einmal kein Karton, kein Backstein oder sonst etwas fest Verzurrbares ist. Auch ein gesichertes Tier kann bei einer Vollbremsung oder beim Abbiegen im Auto herumrutschen, hinfallen, ein bisschen herumrollen. Wichtig ist aber, das es wirkungsvoll daran gehindert werden kann, sich frei durchs Auto zu bewegen oder eben auch bei einer plötzlichen Bremsung nicht durchs Auto zu fliegen – oder auch aus einem Fenster oder einer Klappe zu springen, die auf ist bzw. plötzlich auf geht. Auch immer wieder ein leidiges Thema bei Tierschutzhunden: „ich wollte den nur eben anleinen und dann ist der aus dem Auto und weg, der war nicht mal zwei Stunden in Deutschland!“.


Warum das eigentlich alles? Was ist so dramatisch daran, wenn der kleine Zwergfiffi von 5 kg frei im Auto rumtobt „und überhaupt liegt der ja meistens sowieso hinten auf der Rückbank...“? Damit wären wir bei der...

Bild: photopin / CCL, Crashtest Minivan mit Kindern

b) kinetische Energie.

Laut Wikipedia ist Kinetische Energie (wird auch Bewegungsenergie genannt) eine Energie, die ein Objekt aufgrund seiner Bewegung erhält. Sie hängt von der Masse und Geschwindigkeit des bewegten Körpers ab. Natürlich gibt es auch eine Berechnungsformel mit vielen mehr oder minder verzierten Buchstaben, bei der ich aber in erster Linie denke: „Ja, schön. Sieht interessant aus. Fast ein Kunstwerk!“. Das Gewicht, das klein Fiffi entwickelt, wenn er bei einer Vollbremsung durchs Auto fliegt – und mit dem er dann sein Herrchen, Frauchen, ein Kind oder die Autoscheibe trifft nennt sich also „kinetische Energie“.

Bei einer Geschwindigkeit von 50 km/ sind das zum Beispiel bei einem Handy mit ca. 300 Gramm rund 29 kg*. Hättet ihr DAS gedacht? Stellt euch vor, ihr habt das Handy auf der Ablage liegen und es knallt euch mit so einem Gewicht ins Gesicht. Da kann man wirklich nur „meine Fresse“ sagen. Entsprechend sollte man sich übrigens auch überlegen, was man so an seinen Rückspiegel hängt. Mein Mann hatte lange Zeit da eine ganze Sammlung von Einkaufswagenchiphaltern dran. Er hat sich nie etwas dabei gedacht. Bis ich mal gefragt habe, ob er schon mal darüber nachgedacht hat, wie sein Gesicht aussieht, wenn ihm das Zeug bei einer Vollbremsung ins Gesicht fliegt. Danach hat er sie abgenommen. Man kann nicht immer an alles denken (frau auch nicht!), deshalb ist es mitunter gar nicht so verkehrt, wenn jemand etwas mal von einer anderen Sichtweise her anspricht. 
 
Bild: photopin/CCL

Ein kleiner Hund von 5 kg – was meint ihr, könntet ihr den noch halten? Was denkt ihr, welches Gewicht der dann wohl entwickelt, wenn er durchs Auto fliegt? Der wiegt dann rund 481 kg*. Und knallt wie ein Geschoss durch die Scheibe. Oder durch euer Genick. Ein Hund von 40 kg bringt es dann sogar auf das Gewicht eines Kleinwagens – über 3.800 kg* fliegen durchs Auto. Das hält keine Kopfstütze, kein Fenster... so ein Gewicht hält letztlich nicht mal so ein übliches spilleriges Teil auf, das man als „Sicherheitsgitter“ zwischen Rücksitz und Kofferraum klemmt.

Aber es geht hier dann aufgrund der besonderen Situation mit einem Lebewesen auch weniger darum, zu erwarten, dass ein im Auto gesichertes Tier auf den Zentimeter genau an seinem Platz bleibt wie ein festgezurrter Karton. Das funktioniert bei den Anschnallgurten für Menschen ja auch nicht (wie ihr oben auf dem Crashtest-Bild mit den Kinderdummys seht, wenn ihr das hinterste, längs zur Fahrtrichtung sitzende Kind anguckt).

c) Geschirre und Co.

Wie es bei einem Unfall tatsächlich wird, kann ohnehin fast niemand vorhersagen. Wobei es einige ziemlich interessante Videos gibt, bei denen Crashtests mit Hundedummys im Auftrag von Allianz und ADAC gemacht worden sind (bitte googelt mal, ich kann die im Moment nicht verlinken. Danke). Interessant fand ich vor allem, das bei einem Test so ein kurzes Verbindungsstück von Gurtschloss zu einem Karabiner benutzt wurde, wie man es auch im Zubehörhandel bekommt – und es als erstes den Karabiner zerlegt hat und daraufhin der Hund ungehindert in den Vordersitz gekracht ist. Das hätte für den Fahrer dann durchaus eine Querschnittslähmung bedeuten können. Ich habe ja selbst oft erlebt, das bei Hundezubehör ziemlich bescheidenes Material verwendet wird und wie schnell stabil aussehende Karabiner oder Panikhaken dann brechen. Oder in einem Video wird gezeigt, wie eine Katzentransportbox (also zugegeben eine von der billigen Sorte um die 20 Euro, die keine Fluglinie als Transportbox zulassen würde...) auf dem Rücksitz angebracht wird – und wie die sich beim Aufprall zerlegt, die Türe rausbricht und die Katze zum Geschoss wird.

Bild: photopin / CCL, Crashtest... ohne Hund


Wobei es ja letztlich weit weniger oft ein Unfall sein wird, sondern eher mal ein abruptes Abbremsen, das einen Hund ins Geschirr drückt und ihn daran hindert, durchs Auto zu fliegen. Oder letztens standen wir an einer Ampel und ein Transporter ist mit einem Hund auf dem Beifahrersitz vorbeigefahren. Der Hund hat Rocky und Joey gesehen und ist die Seitenscheibe hochgegangen. Wenn der gekonnt hätte, wäre er raus gesprungen. Da gibt es ein ähnliches Video übrigens auf Youtube, wo ein Hund neben der Straße auf einem Feld Wild sieht und aus dem Fenster springt um das Wild zu jagen.

Tja und dann gibt es noch Hundeboxen. In verschiedenen Qualitäten und Größen. Eine tolle Idee, aber nicht für jeden Hundehalter mit Auto umsetzbar. Als ich in Wuppertal einige Wochen lang neben Farino noch einen kleinen Terrier betreut habe, waren unsere Autofahrten mit Farino gesichert auf der Rückbank und Blacky in seiner Transportbox. Aber eine Transportbox für Farino hätte zum Einen nicht ins Auto gepasst und wenn, wäre sie dermaßen groß gewesen, das wir selbst kaum noch Platz gehabt hätten. Wenn man im Auto die Möglichkeit hat, ist eine ausreichend große Transportbox eine tolle Sache – aber nicht jeder hat nun einmal die Möglichkeit dafür und manchmal hat man eben auch kein Auto und nutzt nur ab und an eines mit.

Das Blöde ist aber, dass es bislang außer Transportboxen tatsächlich kaum eine Möglichkeit gibt, seinen Hund für eine Unfallsituation ausreichend zu sichern. Und selbst da ist ja je nach Unfall nicht gesagt, das die nicht zermatscht wird. Dieses Jahr war eine internationale Hundeausstellung – ich glaube, die war in Italien oder Spanien. Jedenfalls irgendwo im Süden und aus Russland hatten sich mehrere Hundezüchter zusammengetan um dort mit einem Kleintransporter zusammen hinzufahren. Sie sind dort nie angekommen. Ein LKW hat ihnen die Vorfahrt genommen. Dem grausamen Foto nach hat weder einer der Hundebesitzer noch einer der Hunde überlebt. Der LKW-Fahrer übrigens auch nicht.

Aber was nun tun, wenn man keinen Platz für eine Transportbox hat, wenn man vielleicht nur ab und an ein Auto mitbenutzt oder wenn man im Prinzip sowieso am liebsten auf die ganzen Regeln und Vorschriften scheißt und sie unnötig findet?

Ich denke, das Allermindeste, was man tun sollte ist, seinen Hund zumindest dagegen zu sichern, das er sich während der Fahrt frei überall im Auto bewegen kann. Natürlich würden sich auch das Front Range Harness bei einem Unfall wo man gegen ein festes Hindernis kracht, sofort zerlegen. Die Kunststoffschnallen wären durch und der Aluhaken hält – ebenso wie die einfachen, geschweißten Ringe in fast allen anderen Geschirren – einer Energie von mehreren hundert Kilogramm schlichtweg nicht stand.

Farino haben wir im Auto immer mit Zubehör aus dem Kletterbedarf gesichtert. Bandschlingen, die darauf ausgerichtet sind im Notfall einen stürzenden Erwachsenen aufzufangen und Kletterkarabiner, die ebenso darauf ausgerichtet sind, im Notfall die Wucht von ein paar hundert Kilo zu halten. Perfekt war es nicht. Aber besser als gar nichts – vor allem im ganz normalen, täglichen Alltagsverkehr.




photo credit:

Flickr.com via Photopin.com . 
Alle Fotos gemeinfrei laut creativecommons.org

*Die Gewichtsangaben habe ich einer Tabelle auf der Seite von http://bkf24.de entnommen.















Sonntag, 21. August 2016

vier Füße, acht Pfoten und sieben Räder auf den Weg in den Urlaub, Teil 2

Nach einer Pause mit leckerem Eis und Auslauf für die Hunde ging es dann mit Joey vor dem Rad und Rocky wieder im Korb, weiter durch Radensleben. Bis wir an eine scharfe Kurve kamen, wo die Papierkarte einen „witterungsabhängig gut mit dem Rad befahrbaren Weg“ versprach. So etwas klingt immer gut, wenn man mit zwei Hunden unterwegs ist und die von der Landstraße runter haben will. Also haben wir den genommen, laut Karte noch nicht mal ein großer Umweg und eigentlich voll gut zu befahren. Beide Hunde sind auch eine lange Strecke gelaufen, was bei Joey sich aber irgendwann zu gefühlten 3 km/h entwickelte.
Gut zu fahren...
Na ja und dann sind wir in Wall hinter dem Golfplatz gelandet und es ging auf einem Wiesenweg weiter. Das wollten wir nicht schon wieder und haben Komoot nach einer Alternativroute befragt. Die gab es dann auch. Ungefähr einen Kilometer wieder zurück und dann bitte rechts ab. Mir war so dunkel in Erinnerung, das dort ein Plattenweg abging. Also Hunde in Korb und Anhänger verfrachtet und das Stück zurück gefahren. Hätten wir VORHER gewusst, wie sich die Alternativroute entwickelt, hätten wir den Wiesenweg genommen. 


auch noch gut zu fahren (und idyllisches Plätzchen!)

Wir sind dann von einem gut befahrbaren Weg mit zwei Betonstreifen und kurzem Mittelstreifen in einen Weg mit zwei Betonstreifen und ungemähtem Rand und Mittelstreifen abgebogen. Nicht nur das, die Platten schienen auch auf dem Untergrund aufzuliegen und nicht eingelassen zu sein oder so. Mit einem normalem Fahrrad wäre der Weg kein Problem gewesen. Aber mit einem Dreirad, das hinten genau so breit ist wie die Platten oder sogar noch breiter und einem Hundeanhänger, der auch sehr breit ist, war es die grüne Hölle.


Nach einigen hundert Metern war Nick fix und alle. Ok, da hatten wir schon etwa 25 km hinter uns und die Uhr zeigte schon nach 18 Uhr an. Joey tobte im Anhänger und wollte raus. Wir haben uns dann noch 50 Meter weiter vor gekämpft, wo die Platten für ein Stück über den kompletten Weg gingen und dann habe ich mein Rad und den Anhänger vor Nick gesetzt und Nicks Rad mit dem Anhänger verbunden. Das war nun ein sehr langes Gespann und ich habe mich bemüht, das Ganze irgendwie vorwärts zu bekommen und bin mir vorgekommen, wie Hulk. Nein, das ging halt nicht lange gut und ich habe dann Joey aus dem Anhänger und vor mein Rad genommen. Der hat sowieso rumgetobt und zwanzig Kilo weniger ziehen ist in dem Fall schon eine ganze Menge. Gerade als ich Joey aus dem Anhänger genommen habe, fing es a) an zu tröpfeln und b) bekam ich eine Nachricht von meinem Freund: „Sieht nach Regen aus“. Ja, danke auch. Ein Blick auf die Karte zeigte, das Komoot uns gerne noch ein paar solcher Wege weiter geführt hätte, aber geradeaus wäre in etwa 1 – 1 ½ Kilometer Ludwigsaue erreicht und von dort aus würden wir auf die Landstraße nach Beetz kommen. Also geradeaus, die Betonstreifen führten dann etwas besser befahrbar zwischen zwei Maisfeldern durch... um schlagartig aufzuhören und uns in tiefen Sand zu befördern. 


Streckenverlauf der 2. Tour auf Google Maps

Wäre nicht in der Ferne ein Haus erkennbar gewesen, ich glaube, ich hätte geheult. So sind wir dann von den Rädern gestiegen und haben sie geschoben. Nein, das stimmt so nicht, wir haben sie vorwärts gestemmt. Die paar Regentropfen hatten sich dann mittlerweile zu einem ordentlichen Regenschauer entwickelt und um Räder und Schuhe bildete sich eine dicke Sandschicht. Rocky saß in seinem Korb, dem ich vor kurzem erst ein Regenverdeck genäht habe, das mit einem Griff aus der Seitentasche über den Korb gezogen werden kann. Nick hat sich dann mitten im strömenden Regen noch seine Regenjacke übergezogen, ich habe drauf verzichtet und wollte einfach nur aus dem Sand heraus. 


Eine viertel Stunde später war es geschafft. Wir waren aus dem Sand raus auf einer Feldsteinpflasterstraße, standen unter einem großen Baum ein bisschen vor Regen geschützt und ich dachte, ich kippe jeden Moment um. Ich glaube, den Herzschlag hat man durch alle Klamotten gesehen, Blut floss aus der Nase vor Anstrengung und hat meine Jacke eingesaut und ich habe den Hunden das restliche Wasser aus ihrer Wasserflasche weggetrunken, weil ich so fertig war und wir nichts anderes mehr hatten. Ich hätte gerne ein Bushäuschen mit Bank gehabt, aber so etwas gibt es in Ludwigsaue nicht.

Nachdem ich das Nasenbluten in den Griff bekommen habe, ging es dann weiter auf der Feldsteinpflasterstraße, wieder mit Nicks Rad am Anhänger, aber halt besser zu fahren, bis zur Landstraße. Da haben wir dann das Seil losgemacht, Joey in den Anhänger verfrachtet, wo er sich wieder aufgeregt hat und sind die Landstraße lang gefahren. Nick vorweg, ich hinterher. Als wir die Zufahrt von Belafarm erreicht haben, haben wir noch mal eine kurze Pause gemacht, bevor wir durch Beetz gefahren sind und dann beim Spa-Hotel den Waldweg eingeschlagen haben, von dem wir wussten, der ist für uns befahrbar. Da sind dann beide Hunde wieder gelaufen bis wir bei der Cafeteria von der Klinik waren. Da war es rund 19:30 Uhr. Während Nick Getränke für uns besorgt hat, habe ich die Hunde gefüttert und mit Wasser versorgt.

Im Prinzip hätte ich dann eine ruhige Ecke gesucht und einfach das Zelt aufgestellt. Mir wäre in dem Moment alles weitere ziemlich egal gewesen. Aber weil es so ganz liebevoll besorgte Menschen wie meinen Freund gibt und Nick auch voll fertig war, sind wir dann entgegen der ursprünglichen Planung mit dem Zug zurück nach Neuruppin gefahren. Gegen 22:30 Uhr hatten wir dann alle Sachen wieder oben in der Wohnung :-) .

Mittlerweile haben wir die Strecke von dienstag via Google-Maps nachgemessen. Also im Prinzip ist die Fahrradstrecke von hier nach Sommerfeld mit 25 – 28 km angegeben. Wir haben daraus über 35 km gemacht, was insbesondere für Nick eine enorme Leistung ist. Von der Gesamtstrecke haben wir dann rund 13 Kilometer auf so richtig beschissenen Wegen verbracht, was für Nick eine noch größere Leistung ist, nicht nur, weil er ein sauschweres Behindertendreirad hat, sondern weil er noch nie so eine lange Strecke gefahren ist und dann noch so schwere Wege.

Vielleicht mag manch einer mir nun vorwerfen, ich wäre ja komplett bescheuert, der arme Nick – aber hey, er hat es geschafft. Ich bin sicher, viele andere Menschen hätten es nicht durchgehalten, selbst ohne irgendwelche Einschränkungen. Sie hätten viel eher aufgegeben, gemault, geheult oder sonst etwas und sich nach ihrer Komfortzone gesehnt, nach durchgehend glatten Wegen, ihrem Sofa, ihrem Autositz und so weiter.

Sicherlich wäre es auch toll gewesen, im Zelt zu übernachten – aber es ist auch nicht so schlimm gewesen, wieder nach Neuruppin zu fahren und am nächsten Tag wieder mit dem Zug und ohne Räder nach Sommerfeld zu fahren um dort durch den Wald zu laufen. Wichtig ist, das wir die Tour überhaupt gemacht haben um zu lernen, was wir tatsächlich schaffen können. Denn eigentlich geht es im Leben ja genau darum... nicht nur das zu machen, was Andere einem zubilligen oder gerade so mal eben gönnen - sondern auszuprobieren, was man tatsächlich kann und was einem gut tut. 


Nicht alles, was einem gut tut muss immer einfach, "Wellness" oder so sein. Manchmal ist es auch, das über sich selbst herauswachsen. Zu lernen, das es im Leben vielleicht noch mehr gibt als das, was man bislang hatte. Wir sind alle echt fertig gewesen nach der Tour - Mensch und Tier.

Aber hey, wir haben von einem Abenteuer zu erzählen, das wir selbst erlebt haben!






4 Füße, 8 Pfoten und 7 Räder auf den Weg in den Urlaub...





Da sind wir wieder... blubb, aufgetaucht.

Was für ein Sommer! Es ist so Einiges passiert, erzählen möchte ich euch aber von den letzten Tagen, denn da waren wir ziemlich viel unterwegs. Nick hatte Betriebsurlaub und ich habe gesagt, damit er auch mal etwas erlebt, machen wir eine mehrtägige Fahrradtour. Geplant war ursprünglich, das wir in die Kamerun-Lodge an die Müritz fahren und für den Hinweg zwei Tage haben. In der Kamerun-Lodge gibt es einen Hundestrand, einen extra Hundeauslauf, wenn man möchte, kann man Trainingsstunden buchen, es gibt Ponys und so weiter. Klang gut und hätten wir damit verbinden können, dass Rocky sein Herrchen mal sieht, der dort für ein paar Wochen in der Nähe sein sollte. Dann kam aber alles etwas anders und so sind wir in die andere Richtung los.

Ein paar Tage vorher haben wir schon mal eine Tour mit dem ganzen Gespann gemacht – was bedeutet, Nick auf seinem Dreirad, ich mit dem schweren Sparta, da der Hundekorb von Rocky drauf, und hinten dran der Hundeanhänger für Gepäck und Joey, falls der nicht mehr laufen kann. Es fehlten bei der Probetour dann noch rund 20 kg Gepäck (Zelt, Isomatten, Schlafsäcke, Klamotten...). Die Proberunde ging über Buskow, Nick war dort seit drei Jahren nicht mehr und ich war neugierig, wie sich das Gutshaus entwickelt hat. Aber das ist so verbrettert und vernagelt, da sieht man nicht viel. Aber dafür auch keine Müll- und Schuttberge mehr, immerhin schon mal etwas. Nun ja, mühlselig nährt sich das Eichhörnchen, etwas zügiger der Hausschwamm.

Am letzten Montag, einen Tag vor Abfahrt, kamen dann die letzten zwei Sachen für die Tour. Eine zweite Isomatte und dann hatte ich nach langem Überlegen noch ein neues Geschirr für Rocky bestellt. Der hat sonst ein K9-Geschirr und wenn man so ist wie Nick und ich, findet man die Dinger irgendwann nur noch scheiße. Rutscht, wackelt, scheuert... selbst mit Nachbesserungen. Für eine Tour, wo der Hund den ganzen Tag im Geschirr ist, ist so etwas nicht gut, auch der Schnitt als Brustgeschirr ist dann nicht gut, weil er uneffektiv ist und den Hund beeinträchtigt. Also überlegt, was Rockys neues Geschirr langfristig leisten muss und dann eines von Ruffwear bestellt. Dazu in einem anderen Beitrag aber mehr.

Dienstag ging es dann los. Vier Füße, acht Pfoten und 7 Räder mit einem Gesamtgewicht von etwa 300 kg ab ins Abenteuer. Ich wollte ja schon letztes Jahr eigentlich auf den E10, der vom Nordkap an Neuruppin vorbei nach Spanien führt und dachte, dieses Jahr wäre das dann eine gute Idee. Die erste Etappe sollte so 25 – 28 Kilometer sein und uns nach Sommerfeld führen. Das ist nicht mehr am E10, aber den hätten wir dann am nächsten Tag über das Luch weiter erkundet. Also sind wir über den Seedamm, nach Wuthenow und von dort aus zu dem Strommasten, wo der Wanderweg anfangen sollte. Ja, den haben wir auch gefunden und damit fing das Abenteuer dann so richtig an! 

Der E10 am See bei Wuthenow

Es ging über einen Trampelpfad runter zum See, ich beide Hunde vor dem Rad und dann kam auch schon eine große Wurzel und ich bin erst mal vom Rad gesprungen um da heile rüber zu kommen. Unten ist ein Bootssteg und eigentlich sah es ganz schön aus, auch der weitere Wegeverlauf, soweit einsehbar. Ich hatte schon mehrfach von dem „schönen Wanderweg unten am See entlang“ gehört und dachte immer, ok, das ist dann vielleicht ein bisschen schwierig mit einem Rad, aber möglich.

Nach der Pause ging es dann weiter, der Weg wurde schlagartig eng und lag am Hang. Da mit dem Anhänger drüber war schon recht gewagt und an fahren schon mal gar nicht zu denken. Plötzlich krachte es hinter mir – Nick war mit dem Rad umgekippt ein bisschen die Böschung runter. Das haben wir dann mit Humor genommen und die Warnung eines netten Menschen: „Da hinten wird es recht unwegsam!“ habe ich auch nicht so ganz ernst genommen. Was für andere Menschen mitunter schon unwegsam ist, ist für mich immer noch eine relativ gute Piste.


auf geht´s ins Abenteuer!

Wir haben also ein Stück geschoben und Nicks Rad, das wirklich schwer ist, dann zusätzlich noch mit einer Leine gesichert. Und dann standen wir schon vor der zweiten Herausforderung... es ging durch eine Senke. Schön steil. Runter und wieder rauf.

Auch das haben wir gemeistert. Der Unterschied, ob ich mein Fahrrad mit Anhänger durch so eine Senke befördere oder Nicks Dreirad ist der, dass das Fahrrad zwei hintereinander laufende Räder hat. Wenn das Vorderrad zur Seite dreht, ist das zwar blöd, hat aber keine Katapultwirkung für denjenigen, der das Ding schiebt, wie beim Dreirad. Wäre beinahe mit Schmackes über den Lenker und dann gepfählt worden. Wieder was dazu gelernt.


E10. Senke...


Auf der anderen Seite oben habe ich dann gesagt: „Ich geh mal ein Stück vor, den Weg erkunden!“. Tja, und danach habe ich beschlossen, wir „zerlegen“ unser Gespann in die vier Einzelteile – Hunde, mein Rad, Anhänger, Nicks Rad – um überhaupt eine Möglichkeit zu haben, den Weg zu bewältigen. Zurück wäre ja genauso doof gewesen, also lieber vorwärts. Also grob gerechnet haben wir auf dem E10 ein paar hundert Meter hinter uns gebracht, dafür über eine Stunde gebraucht und waren einfach nur fertig. Mir ist der Film „Fitzcarraldo“ mit Klaus Kinski eingefallen, wo ein Schiff über einen Berg gehievt wurde – ja, das haben wir so ähnlich dann mit unseren Rädern hinbekommen. Oder diese Abenteuersendung auf DMAX, wo zwei Leute mit einem kleinen Jeep durch den Dschungel fahren und den zum Teil an Seilen sichern müssen, damit der nicht abkachelt. Nennt sich "Offroad-Survivors". Das ist so richtiges Männerfernsehen (und das gucke ich auch nur im Urlaub, wenn ich bei meiner restlichen Familie bin..) - ich kann das auf hiesige Verhältnisse umsetzen. Mit Fahrrad und Co! Das muss erst mal jemand nachmachen!!! ;-))


vom E10 runter... nicht viel besser...

Die Erlösung schien dann eine Abzweigung zu sein, die auf der Karte einen halbwegs gut befahrbaren Weg darstellt. OK. Einen Tag vorher hat Nick noch Landwirtschaftssimulator am PC gespielt und Mais geerntet – nun durfte er live am Rand eines Ackers längsfahren. Mit Joey vor dem Rad. Als es irgendwie nicht mehr ging, haben wir auf den völlig überwachsenen Feldweg daneben gewechselt. Abenteuer... kann ich.

Aber die Zivilisation nahte in Form von Gnewnikow, wo wir dann ein bisschen Pause gemacht und noch mal umgepackt haben um einen scheinbar erschöpften Joey in den Anhänger zu verfrachten. Weiter ging es auf Asphalt und später Landstraße durch Lichtenberg und Radensleben, mit einem wütenden und protestierenden Hund im Anhänger, der lieber laufen wollte als da so blöd drin rumzusitzen. In Radensleben haben wir dann den Eiswagen gesehen. Immer, wenn ich dachte, wir erreichen den endlich, ist der weitergefahren. Irgenwann stand der etwas länger und ich habe zu Nick gesagt, der soll jetzt schnell dran vorbei und sich quer davor stellen und dem bloß den Weg abschneiden, ich hätte gerne ein Eis. Hat Nick auch gemacht. Dran vorbei und den Weg abgeschnitten. Mit einem Dreirad. Das nenne ich mal cool!


Mittwoch, 15. Juni 2016

Berlin, Berlin, wir waren in Bärlin

Ab und zu müssen wir ja nach Berlin. Entweder zum ZOB wo die Fernbusse abfahren oder zum Arzt, weil es in Neuruppin keinen Arzt gibt, der als Endokrinologe praktiziert. Also als ein Arzt, der sich auf das Wissen um die ganzen Hormone spezialisiert hat. Wir brauchen so etwas, weil Nick als kleines Kind eine Strahlentherapie hatte, bei der sein Kopf bestrahlt wurde. Und mit den Hormonen und der körpereigenen Herstellung ist das so eine Sache. Habt ihr schon mal Domino-Day gesehen? Wo in den Niederlanden eine Woche lang an riesigen Bildern aus Domino-Steinen gebaut wird und ein einziger Stein löst eine Kettenreaktion aus, die tausende von Steinen umfallen lässt?

Also ganz (ganz!) grob erklärt funktioniert das mit den Hormonen im Körper auch so. Es gibt im Kopf einen Bereich, da wird ein Hormon hergestellt, das sich Somatrophin nennt. Das ist ein Wachstumshormon. Durch die Bestrahlung damals wurde faktisch der Bereich, wo das gebildet wird "platt gemacht". So platt, dass der Körper kaum noch in der Lage war, Somatrophin herzustellen. Das Interessante an dem Hormon ist aber, dass es letztlich die Bildung anderer Hormone auslöst. Wenn ein bestimmter Somatrophin-Spiegel im Blut herumsaust, also ähnlich wie die Dominosteine, die als Verbindungsreihen zwischen den großen Bildern umfallen, werden andere Drüsen, die im Körper Hormone bilden, dazu angeregt, ihre Hormone zu bilden. Das wären, wenn man sich das wie so ein Domino-Day-Event vorstellt, jeweils die großen Bilder oder Bauwerke, die umfallen und am Ende selbst weitere Reihen auslösen. Hormone beeinflussen letztlich so ziemlich alle Vorgänge im Körper. Fehlen sie, können sich schwere Krankheiten entwickeln und der Mensch kann manchmal sogar daran sterben. Viele Menschen wissen nicht, das es überhaupt so etwas wie Endokrinologen gibt. Es ist schade - wobei es oft nicht einfach ist, überhaupt einen zu finden.


Also habe ich mich gestern mit Joey auf den Weg nach Berlin gemacht, um notwendige Formalitäten rund um die Versorgung zu erledigen, während Junior einen Betriebsausflug hatte.  Auf der Fahrplanauskunft sah das alles ganz einfach aus. Mit dem Zug nach Henningsdorf, in die S 25 und dann noch mal am Potsdamer Platz umsteigen in die 2, drei Stationen und schon wäre ich da. Ähm... ja. Soweit so gut, Potsdamer Platz, eine Treppe runter, ab in die 2. Super geschafft. Aber Moment, warum wird die verdammte Haltestelle nicht angezeigt? Verkehrte Richtung? Also wieder raus, in den Gegenzug, gleiches Spiel. Ratlos auf dem Bahnsteig stehen und dann, ganz langsam kam die Erkenntnis - es gibt eine S-Bahn-Linie 2 und eine U-Bahn-Linie 2. Beide fahren vom Potsdamer Platz aus, haben aber getrennte Bahnhöfe unter der Erde.  Berlin halt.

15 Minuten später war ich vor Ort. An einem Platz, wo ich vorher noch nie war, bzw. es sind da eigentlich zwei Plätze: der Gendarmenmarkt und der Hausvogteiplatz. Ich bin echt nicht für Berlin gemacht, weil ich auf dem Gendarmenmarkt herumgelaufen bin und das verdammte Haus gesucht habe, bis ich völlig verzweifelt angerufen habe, wo ich es finde. "Das große rote Haus mit der Slowenischen Flagge!". Ah... äh... wo???? Und wie sieht die noch mal aus? Wobei es mich sehr tröstet, das jetzt zur EM viele Leute mit den "Deutschland"-Shirts von Lidl rumrennen, sich unglaublich patriotisch fühlen und... tja, blöd nur, das die Flaggenfarben von Belgien drauf sind. Da ist es nicht ganz so schlimm, einen zusammengewehten Stoffhaufen um eine Fahnenstange nicht sofort als Slowenische Fahne zu identifizieren.

Ein Stückchen weiter ist übrigens die Botschaft der Mongolei. Mit einem passend angemalten Berliner Bären davor. Auch sehr spannend. Und noch etwas gibt es auf dem Hausvogteiplatz: einen Laden mit vielen Postkarten und so. Da musste ich erst mal gucken und die haben so wundervolle Retro-Karten gehabt. Mit Hunden drauf. Meins.



Danach ging es wieder in den Untergrund Richtung Mohrenstraße.


Das hatte ich mir schon rausgesucht, weil die Wilhelmstraße dort um die Ecke ist und da wollte ich diesmal unbedingt hin um zu gucken, ob das Haus noch steht, indem die Ausstellung der hiesigen Galerie Kunstraum war.

Uschi Jung hatte auch schon überlegt, ob es wohl schon abgerissen ist


Nein, es steht noch. Aber innen drin wird gerade ein bisschen nach Baustoffen sortiert und das Metall rausgezogen, soweit es möglich ist.



Auf den Bildern hier findet ihr ein paar Eindrücke davon.





Ganz witzig ist eigentlich dieser Zettel an einem Regenrohr dort


Tja, sieht so aus, als ob Joey es  irgendwie zum heulen findet, das es dort so aussieht.


Da uns ein Gewitterschauer überrascht hat, mussten wir auch ein bisschen vor Ort in einem Hauseingang warten, bevor wir weiter konnten um wieder zurück nach Neuruppin zu fahren. So sieht Joey aus, wenn es gewittert.




In Henningsdorf hatten wir dann noch 40 Minuten Aufenthalt und haben uns mal wieder ein bisschen dort umgeschaut und ich dachte, ich fotografiere mal ein bisschen Geschichte.



Die Buchstaben sehen ja fast aus wie ein modernes "Tag" - also so ein Namenskürzel mit Edding oder Spray auf irgendwelchen Wänden oder so.


















Dienstag, 7. Juni 2016

Haarige Angelegenheit: Filzen

Wir ihr letztens ja schon mitbekommen habt, habe ich angefangen zu filzen. Das erste Stück nach ewig langer Zeit war ja, ein Bild auf eine Jacke zu filzen. Das ist relativ gut gelungen und wird nach und nach noch erweitert. Irgendwann war mir die Filzwolle, die ich hier vorrätig hatte, zu wenig.

Also habe ich bunte Filzwolle in 2o verschiedenen Farben bestellt, um mehr Auswahl zu haben. Weil das Kammzugwolle war und sich die Verarbeitung zu Nadelfilz dann als relativ schwer und unschön herausgestellt hat, gab es dann noch einen Nachschlag. Es kam ein großer Karton mit Filzwolle im Vlies:





Mein Zimmer sieht irgendwie so ein bisschen aus wie ein Schaf, das nach einem Holi-Festival (so eine Farbschlacht) explodiert ist, weil ich jetzt rund 4 Kilo Filzwolle herumliegen habe - und weil die Wolle ein großes Volumen hat, wenn sie nicht versponnen oder verfilzt ist, ist das doch ganz schön viel. Aber macht nix...



Nach wie vor schätze ich die Nadelfilzerei. Sie ist relativ meditativ - solange man sich die Nadeln mit Widerhaken nicht in die Finger rammt. Ausserdem hatte ich ja erst überlegt, Voodoo-Puppen zu nähen und da Nadeln reinzupieken. Ne. Nadelfilzen ist nach wie vor die bessere Art und Weise mit Nadeln irgendwelche Figuren zu malträtieren. Wobei Nadelfilzen sie ja erschafft. Manchmal kommt jetzt unser Nachbarskind zum Filzen, als Erstes hat sie einen Engel gefilzt und der sollte blaue Augen bekommen. Als dann noch ein paar blaue Wollfusseln im Engelsgesicht runterhingen, meinte Fräulein Nachbarin: "Nun lässt die schon die ganzen OP´s über sich ergehen und dann heult die auch noch rum!". Im Moment arbeitet sie an einer Meerjungfrau. Wobei sie gestern schon meinte, die wäre ja eigentlich schon fast fertig - ich dann aber gefragt habe, ob Arielle zufälliger Weise ein Walroß war.

Da ich mir schon so viele tolle Seiten über Filzen angeschaut habe und so wundervolle Sachen gesehen habe, probiere ich relativ viel aus.  Das hier ist ein Versuch, Seife einzufilzen. Es sind reine Pflanzenölseifen und wenn man die umfilzt, dann hat man beim waschen einen leichten Peeling-Effekt. Aber eben ohne den Plastikkram, der in vielen Peeling-Sachen drin ist.


Die bunte Seife ist Shetland-Wolle (nein, nicht von den Ponys) und die graue Wolle ist von Gotland-Schafen. Ich finde die graue Seife für den Anfang gut gelungen, die sieht so voll nach Stahlwolle und Handwerk  aus - und Gotlandwolle ist relativ grob.



Weil sie so schön naturgrau und grob ist, habe ich daraus einen kleinen Hasen gefilzt. Der ist in einer Mokka-Tasse zu Hause, weil er sich da viel wohler drin fühlt als alleine irgendwie immer unter zu gehen.



Dann habe ich seit Jahren noch einen Wollponcho rumliegen, der mir mal in einer Wäsche eingelaufen ist. Eigentlich hatte ich die erste Filzwolle geholt, um den mal zu flicken. So vor ein paar Jahren... einen Riss hat er immer noch, aber ich habe dann noch mal Flächenfilzen ausprobiert und Kringel gefilzt. Und mich an einer Maus versucht.

Gestern habe ich mich dann wieder an einer Figur versucht, einem Hund. Der ist irgendwie richtig gut geworden:

Und sieht seinem leiblichen Vorbild sogar sehr ähnlich. Das kam uns dann Abends zusammen mit dem Herrchen besuchen. Weil ich das Herrchen überraschen wollte, habe ich den Hund verpackt und er durfte auswickeln und war sehr gerührt.


Was mich sehr freut. Es hat viel Spaß gemacht, den Hund im Comic-Style zu filzen, Herrchen hat nach dem Zeitaufwand gefragt - das waren rund 5 Stunden. 















Dienstag, 17. Mai 2016

Aus den letzten Wochen...

Entschuldigt, das wir uns hier derzeit wieder etwas rar gemacht haben. Es gibt ein paar Änderungen im Privatleben (mal wieder) und das ist anstrengend und nimmt viel Zeit in Anspruch. Aber immerhin, es scheint langsam etwas geregelter zu werden. Uff...

Dafür haben wir eine bunte Bildershow aus den letzten Wochen und lassen euch so ein bisschen an unserem Leben teilhaben:



Ein lange gehegtes Vorhaben ist in die Tat umgesetzt worden! Letztes Jahr habe ich mir kurzfristig eine graue Kaschmirjacke gekauft, weil ich in Berlin komplett durchgeregnet bin. Die hat sich aber irgendwie dann als nicht so toll herausgestellt, weil die Knopfleiste wellt. Da ich schon ewig wieder filzen wollte und entsprechend auch Wolle herumliegen hatte, habe ich dann mal angefangen, sie zu bearbeiten. Nick hat übrigens geholfen.



Eigentlich wollte ich ja Voodoo-Puppen nähen, weil man die mit Nadeln traktieren kann, aber zum Frust abbauen finde ich Nadelfilzen viel besser. Da hat man später immerhin noch das, was man mit der Nadel zusammengehämmert hat! Auch wenn die Jacke mittlerweile auf jeder Vorderseite ein Motiv hat (siehe zweites Bild)  - die Jacke ist schon mal gewaschen worden, der Filz nicht. Also wird es interessant werden, wenn sie tatsächlich mal vorsichtig gewaschen werden muss, danach ist sie wahrscheinlich reif um zu einer Tasche oder so verarbeitet zu werden. Der zweite Hund hat sich als Motiv übrigens angeboten, weil ich von dem mittlerweile diverse Fotos habe und er hier auch öfters Modell sitzt, steht, liegt, bettelt und mit Joey auf Tour ist.


Dann habe ich mit Joey mal einen Spaziergang am See entlang gemacht und war total begeistert, als ich beim Kaffee Kontor ins Wasser geschaut habe. Zum Einen tummelten sich dort hunderte von Fischen, was schon sehr spektakulär ausgesehen hat und die Wurzeln der Bäume so im Wasser sehen sehr fantasymäßig aus. Das sieht man so auf dem Bild gar nicht, aber es hat was von Wassergeistern, Nymphen und Zauberei.


Auf einer anderen Hunderunde bin ich so an parkenden Autos vorbeigeschlendert und dann habe ich das gesehen. Und mich kringelig gelacht, weil ich das Autohaus Fickfrosch kenne. Und ziemlich witzig finde. Ausgerechnet in Neuruppin findet sich dann so ein Hinweis darauf. Cool!


Eine andere Hunderunde führte uns dann über den Klappgraben hinten am Flugplatz. Für Joey immer eine gute Abkühlung. Die Frösche quaken dort herum und kleine Kaulquappen, die wie gegrillte Spermien durchs Wasser wuseln sorgen dafür, dass das Gequake auch im nächsten Jahr noch erhalten bleibt. Wie ihr seht, trägt Joey nun auch Norweger-Geschirr. Da steht zwar "Farino" drauf, aber egal. Der hat sich so gut an der Leine gemacht, das ich irgendwann wieder ausprobiert habe, wie er mit dem Norweger-Geschirr läuft. Siehe da, es geht meistens sehr gut. Manchmal geht es nicht so toll und dann wird er doppelt geführt, einmal am Halsband und einmal am Geschirr eingeklinkt. Das klappt auch immer besser. Uff... drei Jahre intensive Arbeit mit diesem Hund machen es möglich!


Ebenfalls auf einer Hunderunde auf dem Wall haben wir das hier entdeckt. Etwas weiter oben an einem Baum hat ein Specht versucht, sich ein Heim zu bauen. Sieht man so auch nicht besonders oft. Spechte bekommen übrigens von dem Herumhämmern in Holz keine Kopfschmerzen, weil sie einen ausgeklügelten Dämpfungsmechanismus eingebaut haben. Sehr spannend!


Das war dann vorgestern auf der Mittagsrunde, ich habe grad so überlegt, wie interessant es doch aussieht, wenn der Regen in Streifen aus den Wolken fällt... fünf Minuten später hat es uns erwischt und blöder Weise waren wir auf der falschen Seite von den Gleisen und der Regen ist voll ins Wartehäuschen geklatscht, nur eine kleine Ecke war relativ trocken.


Das Joey sich andersherum hinsetzen sollte, um das Gepladder nicht ins Gesicht zu bekommen, hat er erst später begriffen. Aber immerhin hat er begriffen, das er auf die Bank soll um möglichst weit nach hinten zu kommen.

Nachmittags haben wir noch eine Bikejöring-Tour gemacht und sind dabei aber sowas von voll in den Regen gekommen, meine Fresse! Aber es war lustig, das ist der Moment um "Wir lieben die Stürme, die brausenden Wogen, der eiskalten Winde rauhes Gesicht..." zu grölen. Auf dem Weg durch die Felder nach Bechlin stand dann rund 50 Meter vor uns plötzlich ein... äh... Hund? vor uns auf dem Weg, der ist vom einen Acker gekommen und dann im Rapsfeld verschwunden. Ungefähr so groß wie ein Schäferhund, etwa gleiche Statur (ohne Karnickelrücken) aber dunkel.

Auch wenn wir fast zum Schluss der Tour ein ganzes Stück gelaufen sind, weil Joey ziemlich kaputt war, die Durchschnittsgeschwindigkeit der Tour ist 10 km/h, was sehr gut ist - und Joey hat ordentlich Tempo vorgelegt. Freut mich! Nick ist mittlerweile auch schon zweimal wieder mit Joey vor dem Rad gefahren. Beim zweiten Mal hat Joey dann auf einem Hof eine Katze entdeckt und es gab etwas Leinengehedder in einem der Hinterräder und beim Entwirren blutige Kratzer und kurz danach sind beide mit so einem irren Tempo über einen Schlagloch-Sandweg gebrettert, das aus dem Dreirad kurzfristig mal ein Zweirad wurde. Danach waren sie vieeel langsamer, der Schreck hat ganz schön gesessen. Aber es sah von hinten spektakulär aus!

Dann hatte ich überlegt, wenn Joey doch jetzt so gut im Norweger-Geschirr läuft, bekommt er ein eigenes von Blaire. Das silberne ist auch von Blaire und war eine Maßanfertigung für Farino als der noch kleiner war. Im Online-Shop von denen kann man sich Gurtband, Neopren, Leder und Borten so zusammenstellen, wie man es gerne haben möchte und sich aus verschiedenen Formen von Halsbändern und Geschirren dann aussuchen, was einem gefällt und das dann für den Hund auf Maß fertigen lassen. Im Vergleich zur Massenware von Freßnapf und Co ist es nicht mal so teuer. Im Gegenteil, wenn ich mir anschaue, was ich bei der Massenware an Geschirren bekommen habe und wie die Gurtbänder ständig herumgeschlabbert haben ist es sogar recht günstig.


Aber... erstens kommt es anders, zweitens als man denkt. Ich habe auch schon lange mit Packtaschen von ruffwear liebäugelt. Als wir 2010 auf dem Kungsleden waren, ist uns dort eine Frauengruppe entgegen gekommen, die einen Wasserhund dabei hatten, der Packtaschen um hatte und wenn ich in meine Bücher über Wandern mit Hund schaue, dann sind dort die Hunde auch oft mit Packtaschen untewegs. Es ist eine Aufgabe für sie - und die Aufgabe der Besitzer, ihnen dafür gut sitzende und bequeme Packtaschen zu gönnen.  Für Joey ist das Tragen von Packtaschen ein Ausgleich zum Laufen am Rad. Es fordert ihn anders und andere Muskelgruppen. Wer sich mehr mit der Geschichte von Hunden beschäftigt, wird immer wieder auf Berichte von Hunden stoßen, die Packtaschen getragen haben bzw. tragen, Karren ziehen und so weiter.


Erfreut war ich dann, als ich genau das Geschirr, das ich für ihn haben wollte, als Retoure für weniger als die Hälfte vom Originalpreis bekommen habe! Das ist dann heute angekommen und aus "nur mal eben eine kleine Runde zum Ausprobieren..." wurde dann eine 2 1/2-Stunden-Tour im "Leerlauf".
Das heißt, es war noch kein Gewicht drin. Wie in vielen Beschreibungen von Kunden hat auch Joey die Packtaschen sofort angenommen und so getan, als hätte er nie etwas anderes getan als die Packtaschen zu tragen - die am Bauch immerhin mit zwei Gurten festgemacht werden.



Ach ja und auf der heutigen Tour haben wir dann eine Glanzleistung öffentlicher Beschilderung entdeckt und die wollte ich euch nicht vorenthalten. Schwarze Schrift auf fast schwarzem Grund als Hinweisschild an der Alt-Ruppiner-Allee... ganz, ganz toll. So kontrastreich und enorm gut zu lesen!








Dienstag, 3. Mai 2016

Aus den letzten Wochen, Bilder und Geschichten dazu...



Hallo Leute, heute gibt es mal einen bunten Bilderreigen aus den letzten Wochen! Hier fahre ich übrigens mit dem Zug nach Berlin und hatte dann später eine nette ältere Dame von einem Wanderverein, der ich die Füße gewärmt habe. Das fand die ganz nett.



Ja und dann waren wir mal auf der Engels-Geduld-Straße unterwegs wo die schon angeblich fertig ist und haben festgestellt, das da zwar alles ganz schick und neu aussieht - aber für Fußgänger und vor allem Menschen mit Behinderung ist es schon ganz schön gefährlich an der Kreuzung Schinkelstraße. Weil einige Autofahrer einfach auf dem Fußgängerstreifen parken und die Riffelplatten nicht an der Fahrbahnkante sind, sondern man plötzlich hinter Autos auftaucht, die einem zum ordentlich gucken ob man unfallfrei über die Straße gehen kann, die Sicht nehmen.

Sehr doof. Gerade Kinder und Rolli-Fahrer sehen nichts und werden auch viel zu spät gesehen. Echt gefährlich!



Vor der Kulturkirche wurde auch aufgeräumt und alles schick gemacht. Und neuer... äh... Vogelfutter ausgebracht, wie man sieht. Die Tauben hat es gefreut. Dabei ist doch endlich durch, dass das Füttern von Wildtieren auf öffentlichen Flächen verboten wurde... tztztztzt.... ;-)



Die Stephanus-Werkstatt hatte Tag der offenen Türe - und es war dieses Mal ein ganz besonderes Erlebnis, weil wir Begleitung hatten. Das ist ja an sich nichts ungewöhnliches - aber sehr nachdenklich hat gemacht, das wir mehr als deutlich vor Augen geführt bekommen haben, das Menschen, die früher ganz selbstverständlich mit ihrem Handicap hier in Großbetrieben gearbeitet haben nach der Wende und der Schließung dieser Großbetriebe in Behinderteneinrichtungen abserviert worden sind und für einen vollen Arbeitsmonat nun statt regulärem Lohn nur noch 180 Euro bekommen. Als Azubis im Berufsbildungsbereich sogar nur 65 bzw. 75 Euro., das wurde nun großzügig um 5 Euro angehoben. Und die sind da alles andere als unqualifiziert und sitzen nur rum...

Teilhabe? War zu DDR-Zeiten dann wohl tatsächlich mitunter weit selbstverständlicher als nach der Wende. Ach so, und Neuruppin ist übrigens ein Dorf. Es gab so viel "hallo", so viel "auch hier?" - das war wirklich nett.



Dann gab es noch die Aktion von Studenten der Medizinischen Hochschule hier, die bei der Montagsdemo Fotos von Menschen gemacht haben, die Vorurteile die sie mit-/abbekommen auf eine Tafel geschrieben haben. Das wurde dann zum "Fest der Vielfalt" ausgestellt. Wir haben auch mitgemacht... vielen Dank! Es war eine tolle Ausstellung und sie wurde ungeplant urkomisch. Weil Neuruppin ein Dorf ist und man mitunter völlig überraschend Leute trifft, mit denen man so gar nicht rechnet. Auf dem Bild sieht man meine Zweibeinerin übrigens mit ihrem neuen Lieblingsstück, einem australischen Buschhut. Sie mag keine Sonnenbrillen und der Hut ist voll genial. Den kann man zusammenknautschen, der ist regendicht und sieht cool aus. 

Für Menschen, die mehr als andere Menschen wahrnehmen bietet er noch den Vorteil, so eine Art "Scheuklappeneffekt" zu haben. Er reduziert das Blickfeld ein bisschen.



So, dann hatte Herr Wittkopf im letzten Bau- und Wirtschaftsausschuss gefragt, was nun mit den Grundstücksdeals ist, die vor einigen Monaten geplant waren. Also das Grundstück an der Treckmannstraße beim alten Wasserwerk wird nicht von den Stadtwerken aufgekauft, dafür werden die Flächen am Klärwerk von den Stadtwerken aufgekauft.

Für das Grundstück an der Trenckmannstraßen waren rund 75.000 Euro an Baumpflegekosten ausgewiesen. Die entsprechenden Baumpflegearbeiten wären mittlerweile erledigt. Ah... ja, also haben wir uns dort mal auf einer Hunderunde umgeschaut. Wie man sieht, sind zwei alte Eichen radikal verstümmelt worden. Dann gibt es noch ein paar kleinere Baumstümpfe. Leute, wenn das (die Stadtwerke) 75.000 Euro gekostet haben soll, schafft euch bloß keine Grundstücke mit altem Baumbestand an... 



... aber halt, MOOOOOMENT... also wenn dort die fälligen Baumpflegearbeiten erledigt worden sind und das radikale Einkürzen von zwei alten Eichen und das Absägen von ein paar dünnen Bäumchen 75.000 Euro gekostet haben soll, dann war für diesen armen, ziemlich toten Baum dann wohl kein Geld mehr übrig, um ihm einen Pflegeschnitt zu verpassen - oder ihn aus Sicherheitsgründen zu fällen. Oder man braucht einfach mindestens einen Grund, um relativ zeitnah wieder maulen zu können, wie gefährlich es dort ist, das alte Bäume umfallen und hey... am Besten alles absägen. Nachtigall, ick hör dir trapsen...


Sehr spannend sind auch diese beiden Container... was daaa wohl drin ist? Ich nehme mal an, das, was bald den schick gemachten Vogelfutterplatz vor der Kulturkirche bevölkern wird! Wer übrigens Kunstliebhaber ist und ein paar hundert Euro übrig hat...


Natürlich waren wir auch beim Mai- und Hafenfest. Als erstes sind die total zugeparkten Straßen aufgefallen. Warum weiter groß einen Parkplatz suchen, wenn man Fußgängern das Leben schwer machen und anderen Autofahrern die Sicht nehmen kann?



Hach, und der Bauzaun beim Steg ist weg und das Geländer jetzt schick (unbehandelt) und neu und ein paar der maroden Bohlen wurden ausgetauscht. Schauen wir mal, ob dabei gleich die Dachrinne am Pavillon wieder richtig hingebogen wurde, damit das Regenwasser in den See fließen kann und sich nicht über die Holzbohlen ergießt und diese schneller weggammeln lässt!



Und der Parzival wurde auch neu dekoriert. Mit gelb-schwarzen Metallfässern, auf denen irgendwie nur noch das "Vorsicht, radioaktiv!"-Piktogramm fehlt. Also der Parzival wurde von der Stadt Neuruppin übernommen und ähm... ok, das Geld, was jetzt nicht ausgegeben wird, um das Grundstück am Wasserwerk aufzukaufen, kann dann in die Sanierung vom Parzival fließen. Dessen Fundament ist ja so marode, das die - Moment... - Metalltonnen den Fallbereich abgrenzen, falls der tatsächlich einen Abflug ins Wasser macht und sich überlegt, ihm wird das Elend hier zu viel und er wäre lieber ein künstliches Riff. So im Hinblick auf die Klimaerwärmung...

Aber wenn man vor dem schon Metalltonnen ins Wasser lässt, dann hätte man ja kleine Pater Wichmanns draufschweißen können. So als Warnboote und immerhin ist der Pater ja nicht nur übers Wasser gelaufen, sondern auch gefahren und des Künstlers sehnlichster Wunsch nach einem Pater Wichmann-Blechmänneken in Klosterkirchennnähe hätte eine passende Ruhe gefunden.

Übrigens ist der meine Zweibeinerin wohl am treffendsten beschreibende Satz der hier: "Lass die bloß schlafen, dann kann die wenigstens nichts anstellen!". Danke. Stimmt.


Euer Joey...