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Donnerstag, 12. Juli 2018

Eine Kuh macht muh, viele Kühe machen Mühe

Es hat sich ja einiges Holz bei uns angesammelt, das auf seine Verarbeitung wartet. Dabei waren auch einige ziemlich große Stücke, die erst einmal handlich gesägt werden mussten. Das ist vorgestern dann endlich mal passiert. 

Mit den großen Stücken und Scheiten in der Kiepe bin ich losgewandert und habe es auf handliche Stücke sägen lassen. Aus 5 großen Stücken sind so 25 kleine aus Lindenholz, Kastanie und Birke geworden, die nun nach und nach verarbeitet werden sollen.

Das erste Stück davon ist jetzt fast fertig, es wird noch geölt:



So sah es gestern Abend dann noch aus... und ja, mein Schnitzmesser ist immer noch scharf. Der einhändig zu bedienende Pflasterspender hat sich bewährt. 




So sieht es jetzt aus. Was ich als nächstes schnitze, weiß ich noch nicht, das ergibt sich aus dem Holz und dem, was durch meinen Kopf geistert. Da bin ich selbst gespannt. Aber mein Zimmerfußboden sieht schon wieder gut aus... :-) 

Falls jemand übrigens eine Bandsäge hat, möge er sich melden. Es würde uns die Arbeit erleichtern, wenn die Rohlinge auf einer Bandsäge ausgesägt werden könnten, da die Dekupiersäge bei der Dicke an ihre Grenzen kommt. 


Mittwoch, 7. März 2018

Hunde-runde und skurrile Häuschen (einfach geschrieben)

Vor-gestern war so richtig schönes Wetter. Nach der Eis-glätte morgens. Erst war ich mit dem Auto in der Wasch-box und danach bin ich mit Joey in Stöffin unterwegs gewesen. Dort haben wir eine nette Runde gemacht. Die Sonne schien uns auf Pelz und ins Gesicht. Etwas weiter war eine Gruppe Kraniche, die haben gerufen.




Gefunden habe ich dann auf der Runde ein schönes Rinden-stück. Das habe ich eingepackt, weil ich Bilder von Rinden-schnitzereien gesehen habe. Die haben mir sehr gut gefallen. Erst müsste ich ja Holz verarbeiten, das ich schon gesammelt habe. So ein bisschen Rinde fällt aber nicht so auf, wenn man schon viel Holz hat. 



Gestern habe ich dann mit der Rinde angefangen. Das geht richtig gut! Ich habe überlegt, was das wohl wird und dann munter mit dem Schnitz-messer losgelegt. Rinde schnitzen ist anders, weil sie ja eigentlich keine Fasern hat, wie das richtige helle Holz. Jedes Rinden-stück ist auch anders gewachsen. Als die grobe Form mit dem Messer heraus-gearbeitet war, habe ich mit Fräs-stiften weiter ge-arbeitet. 

Das ist eine sehr staubige An-gelegen-heit bei Rinde. Deshalb habe ich mir einen Mund-schutz raus-gesucht und mit Mund-schutz weiter gearbeitet. Eine Staub-maske haben wir nicht, dafür OP-Mund-schutz. Das ist mir auch irgendwie lieber. Ich mag solche Masken nicht - was mal dazu geführt hat, dass ich einen Narkose-Arzt volle Kanne gebissen habe. Die mussten mich halt ziemlich zügig platt machen und das hat sehr gebrannt. Der Luft-reiniger steht auch direkt am Arbeits-platz. Da landet Staub im Wasser. 



Das was ich geschnitzt habe, nennt sich "whimsical house". Das bedeutet so viel wie schrulliges, seltsames, skurriles oder eben wunder-liches Haus. Ich male auch gerne solche Häuser. Ich denke, mit den Fräsern bin ich fertig. Das Haus sieht ganz okay aus. Jetzt fehlt noch eine Schicht Öl. Dann habe ich ein schrulliges Häuschen aus Stöffin. Das sieht aus wie ein kleines Elfen-Häuschen oben auf einem Berg. 

Falls ihr nicht wisst, wie Kraniche klingen, dann klickt auf das Video. Heute morgen haben wir zwei bei der Morgen-runde gesehen und das Rufen auf-genommen: 



:-) 




Das schrullige Häuschen ist ange-malt und mit etwas Rentier-flechte versehen. 






Donnerstag, 22. Februar 2018

Holz in der Hütte...

Oh man, schon wieder so lange nicht hier gebloggt (dafür auf der Stadt-Ratte). Dabei hat sie – wie üblich – ja immer was getan, auch ganz tierische Dinge.





Nachdem wir ja letztes Jahr dann ein paar Mal mit dem Hobo unterwegs waren und es eigentlich ganz schön fanden, habe ich mir dann zum Geburtstag letztes Jahr ein paar nützliche Dinge für draußen und drinnen gewünscht. Damit ist die Ausrüstung von uns etwas erweitert worden und irgendwelchen Abenteuern steht dann eigentlich nur noch das „Aufraffen“ im Wege.

Da ich ja denke, wenn man sich Werkzeug anschafft, sollte das so vernünftig wie möglich im irgendwie machbaren Preisrahmen sein, gehört mir jetzt ein nettes scharfes Beil aus einer schwedischen Axtschmiede und ein Schnitzmesser von Mora, ebenfalls einer schwedischen Firma. Dazu kommt noch eine Bügelsäge, die wir in der letzten Zeit dann genutzt haben um Ausdauer, Technik und Muskeln zu trainieren sowie uns Schnitzholz zu beschaffen (und nebenbei einen vom Sturm geknickten Baum zu entasten). Derzeit sieht mein Zimmer eigentlich mehr aus wie ein Holzlager – in allen möglichen Ecken lagert Holz. In Platten, Stücken, Scheiten, als Äste, Rinde und so weiter. Für viele Menschen wäre das glaube ich so ein mittlerer Alptraum. Ich finde es gar nicht mal so ungemütlich. Es hat so etwas Ursprüngliches, Verwurzeltes.


Und es hat noch einen Vorteil – mein Schnitzmesser liegt eigentlich immer griffbereit auf dem Tisch und oft schnitze ich während Nick und ich uns unterhalten. Da habe ich dann das Holz, das ich gerne bearbeiten möchte, immer in Sichtweite. Das tut mir ganz gut und entstehen nach und nach verschiedene Figuren. Da das Mora extrem scharf ist, gehört mittlerweile ein einhändig zu bedienender Pflasterspender, in Sichtweite am Schrank angeschraubt, zu unserer Ausstattung. Übrigens sehr zu empfehlen – kein Gewühle mehr nach kleinen Pflastern, kein Rumgefummel bis das ausgepackt ist – einfach Deckel hochschieben und Pflaster ziehen. Das ist dann halb abgestrippt und lässt sie sofort verwenden. Beim Schnitzen mit der Hand ist es ähnlich wie beim Gitarre-Spielen: es dauert, bis sich die Kuppe vom Daumen daran gewöhnt und entsprechend Hornhaut gebildet hat, denn mit dem Daumen lenke ich die Klinge, wenn es an die feineren Arbeiten geht.

Mittlerweile habe ich meine Schnitzmesser um eines von Firma Kirschen erweitert, das eine feinere Klinge hat. Damit komme ich aber irgendwie kaum klar. Das ist nicht so meines. Ebenso besitze ich ein Löffelschnitzmesser von Frost/Mora. Ich finde die Aussicht, Löffel selbst zu schnitzen irgenwie ganz nett – aber auch das Löffelschnitzmesser ist irgendwie nicht so mein Ding. Jedenfalls bislang nicht.


Als meine Kinder kleiner waren, habe ich viel Spielzeug selbst gebastelt, das so in Richtung Waldorfpädagogik ging. Um diese grundsätzlichen Ansätze gut zu finden, muss man übrigens nicht Eurythmie gelernt haben und seinen Namen tanzen können. Man sollte sich einfach mit Herrn Steiner als jemanden befassen, der zu einer Zeit, als Bildung vor allem der Mittel- und Oberschicht vorbehalten war, beschlossen hat, eine Schule für Arbeiterkinder ins Leben zu rufen, weil er dachte, das es wichtig ist, etwas in Ruhe und möglichst gut zu lernen. Wenn ich sehe, was daraus für ein zum Teil elitärer Kram geworden ist, überlege ich, ob der gute Kerl eigentlich im Grab rotieren würde, wenn er das sehen könnte.


Nun ja, auf jeden Fall fühle ich mich sehr wohl, eigentlich wieder zu diesen „Wurzeln“ zurück zu finden und sie mit neuen Erkenntnissen, neuen Ideen und neuem Werkzeug weiter zu entwickeln. Es tut mir einfach sehr gut. Oben auf dem Foto seht ihr zwei meiner Schnitzarbeiten und im Vergleich zum selbstgeschnitzten Hasen einen von Ostheimer. Weiter oben findet ihr den "Braschplatz-Hahn" und ein Schweinchen aus Lindenholz von dort (da waren mal Baumpflegearbeiten). Auf dem Foto mit dem geschnitzten Männchen und dem Drachenbild (Brandmalerei) ist das Mora-Messer zu sehen. 

Mittlerweile hatte Nick Geburtstag – und da heute der 22. Februar ist und wir faktisch vor genau 5 Jahren so ziemlich alles verloren haben – finde ich es auch ziemlich toll, dass wir nach 5 Jahren wieder eine Dekupiersäge haben. Das ist eine elektrische Laubsäge, mit der man ziemlich viele coole Sachen machen kann. Nick hat schon ganz fleissig sägen geübt und damit das konzentrierte Sägen nicht ganz so langweilig wird, habe ich auf den Reststücken ein bisschen herumgemalt und siehe da, das Übungsstück um engere Kurven zu sägen ist ein Kamm geworden! Den seht ihr unten auf dem Foto. Das fand seine Schwester so toll, dass sie auch einen haben wollte – und sie bekommt jetzt ein Unikat. Den darüber.  Das sieht zwar etwas ungewohnt aus, funktioniert aber als Kamm ganz prima.


Vor allem – es ist selbstgemacht. Es ist etwas, für das man Mühe aufgebracht hat um es zu machen, wo wir uns vorgestellt haben, was gefallen könnte – und wo immer wieder geschaut und nachgeschliffen wurde, bis es für okay befunden wurde. Vielleicht bekommt man „etwas Perfekteres“ für ein paar Euro irgendwo in einem Laden. Aber das ist dann halt Massenware, die irgendwo weit weg von Menschen produziert wurde, die uns nichts sagen. Und es macht stolz. Darauf, so etwas hergestellt zu haben.